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Ukraine-Krieg: Angst vor westlichen Sanktionen führt in Russland zu Panikkäufen – vor allem bei Medikamenten

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Eine Frau betrachtet die leeren Regale in einem Supermarkt in Moskau.
Eine Frau betrachtet die leeren Regale in einem Supermarkt in Moskau. (Archivbild) © Vlad Karkov/dpa

Die Menschen in Russland scheinen von westlichen Sanktionen im Ukraine-Krieg beunruhigt – und hamstern Medikamente.

Moskau – Panikkäufe bei Medikamenten: Im Ukraine-Krieg kommt es in Russland zu Panikkäufen der Bevölkerung. Wie Spiegel berichtet, werden dabei jedoch nicht nur Grundnahrungsmittel und Zucker knapp, sondern auch Medikamente. Offenbar hamstert die russische Bevölkerung Medikamente, besonders Antidepressiva, Schlaftabletten und Verhütungsmittel. Mehr Themen zum eskalierten Ukraine-Konflikt* finden Sie hier.

So teilte die Analysefirma DSM Group laut des Magazins mit, dass seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs* in Russland doppelt so viele Medikamente verkauft wurden als zuvor. Rund 270 Millionen medizinischer Artikel seien über die Ladentheke gewandert.

Ukraine-Krieg: In Russland werden Antidepressiva knapp – wegen Hamsterkäufen

Der Geschäftsführer der DSM Group, Sergei Shulyak, sagte dazu: „Lastwagenladungen voll mit Medikamenten kommen zu uns. Ja, einige Hersteller haben Probleme mit der Lieferung der Inhaltsstoffe, Substanzen und einiger Zutaten, aber für diesen Fall haben wir viele Generika als eigene Alternativen. Leider ist die Situation, mit der wir konfrontiert sind, die Folge von Angst und Hamsterkäufen. Um ehrlich zu sein, wir sind alle Schuld.“ Westliche Sanktionen* gegen Russland würde die Bewohner beunruhigen, so der Spiegel weiter.

Knapp einen Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine sieht der Kreml die Gegner im eigenen Land klar in der Minderheit. Weniger als 25 Prozent der Russen seien gegen das Vorgehen, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau nach einem Bericht der Agentur Interfax. „Die große Mehrheit der Bürger, davon zeugen Statistiken und Umfragen, mehr als 75 Prozent, unterstützen die Operation, unterstützen den Präsidenten der Russischen Föderation.“ Der Krieg in der Ukraine darf in Russland* öffentlich nicht so genannt werden.

Ukraine-Krieg: Russlands Staatspropaganda und die Unterdrückung anderer Meinungen

Die meisten Russen haben keinen freien Zugang zu Informationen. Andere Meinungen als die des Kreml kommen in den Staatsmedien nicht vor. Das Staatsfernsehen - vor allem in der Provinz für viele immer noch die wichtigste Informationsquelle - berichtet ausschließlich über eine „Operation“ zur „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine. Soziale Netzwerke wie Twitter, Instagram und Facebook sind verboten und blockiert.

Deshalb gelten die Zahlen über Zustimmung zu Putins* Politik vor allem als Maßstab dafür, wie effektiv die vom Kreml gesteuerte Propaganda funktioniert. Berichtet wird ausschließlich von „Heldentaten“ russischer Soldaten. Die vielfach von internationalen Organisationen beklagten Kriegsverbrechen werden von Moskau zurückgewiesen und ukrainischen Nationalisten zugeschrieben. (aka mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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