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Ukraine-Krieg: Sorge vor russischem Gasstopp - Habeck will Kohlekraftwerke als eiserne Reserve

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Von: Thomas Schmidtutz

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Robert Habeck: Im Kampf gegen die hohen Spritpreise hat der Bundeswirtschaftsminister jetzt das Kartellamt gebeten, die Entwicklung sehr genau hinzuschauen.
Robert Habeck: Der Bundeswirtschaftsminister will Deutschland auf einen möglichen Stopp für russische Gaslieferungen vorbereiten. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck arbeitet mit Hochdruck daran, Deutschlands Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern - und schreckt dabei auch vor Tabus nicht zurück.

Berlin – Im Kampf gegen mögliche Lieferengpässe bei Gas bereitet Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) weitere einschneidende Schritte vor. Demnach soll der Gasverbrauch für die Stromerzeugung künftig deutlich verringert werden, wenn es zu einem Gasmangel oder dem befürchteten Komplett-Embargo bei russischem Gas kommen sollte, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag unter Berufung auf das Ministerium. Zudem werde die Einrichtung einer Gasersatz-Reserve vorbereitet. Sie soll bis Ende März 2024 befristet sein. 

Außerdem plant Habeck offenbar auch, Kohlekraftwerke länger in Reserve zu halten, um sie bei Bedarf rasch hochfahren zu können. Auf diese Weise erhalte man sich einen Spielraum zur möglichen Stromerzeugung, ohne dass es zur Freisetzung zusätzlicher Treibhausgas-Emissionen komme, hieß es. Am Kohleausstieg bis 2030 hält das Ministerium fest. Die Entscheidung dürfte trotz der Einschränkungen bei vielen Mitgliedern der Grünen nicht allzu gut ankommen

Gaskraftwerke sollen bei Ernstfall mit Malus belegt werden

Die entsprechenden Gesetzentwürfe sollen nun den anderen Ressorts der Bundesregierung zur Beratung vorgelegt werden. Im vergangenen Jahr trug Gas nach Ministeriumsangaben etwa 15 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei, inzwischen dürfte der Anteil demnach aber schon geringer sein.

Der Einsatz von Gaskraftwerken zur Stromerzeugung soll im Ernstfall für eine Dauer von sechs Monaten mit einem Malus belegt werden, was den Betrieb laut Ministerium unwirtschaftlich machen würde. (dpa/utz)

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