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Embargo gegen Russland: Mehr als 40 Prozent deutscher Firmen dafür 

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Von: Marvin Ziegele

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Rund 40 Prozent der deutschen Firmen sind für ein Rohstoff-Embargo gegen Russland. (Symbolfoto)
Rund 40 Prozent der deutschen Firmen sind für ein Rohstoff-Embargo gegen Russland. (Symbolfoto) © Axel Heimken/AFP

Zahlreiche deutsche Firmen sprechen sich für ein Rohstoff-Embargo gegen Russland aus. Andere warnen vor einem schnellen Stopp.

Berlin – Mehr als 40 Prozent der Firmen in Deutschland unterstützen einer repräsentativen Umfrage zufolge die Forderung nach einem Rohstoff-Embargo gegen Russland wegen des Ukraine-Konflikts*. In der Gas-Debatte sind die Unternehmen allerdings gespalten, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die Umfrage des German Business Panel der Universität Mannheim berichtet. 36 Prozent der Firmen sehen demnach einen Importstopp für russisches Gas negativ.

Insgesamt hat sich dem Bericht zufolge die Stimmung in den deutschen Unternehmen seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dramatisch verschlechtert. Vier von fünf Firmen sehen sich demnach erheblich vom Krieg betroffen.

Embargo gegen Russland: Uneinigkeit in der Gas-Debatte

Das German Business Panel befragt regelmäßig tausende Firmen. Im März hatten mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, die Russland-Sanktionen zu unterstützen. Die Sorge über die Knappheit von russischem Gas deckt sich mit den Aussagen des Chefs der Bundesnetzagentur, Klaus Müller.

Er sorgt sich um die niedrigen Füllstände in den deutschen Gasspeichern. Bei einem möglichen Gasembargo oder Lieferstopps durch Russland käme Deutschland mit den aktuellen Mengen und eingekauftem Flüssiggas nur bis zum Ende des Sommers oder Anfang des Herbstes, sagte Müller in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv. „Aber dann wären die Speicher richtig leer. Und das würden wir vor dem Winter nicht haben wollen.“ Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtete Hamsterkäufe wegen eines sofortigen Stopps der Gaslieferungen aus Russland*.

Ukraine-Konflikt: Ampel-Politiker für Embargo gegen Russland

Vor einem Boykott russischer Energie hatten Anfang des Monats die Konzerne BASF und Siemens Energy gewarnt. BASF-Chef Martin Brudermüller sagte, ein Stopp oder längerer Ausfall russischer Gas- und Ölimporte „könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen“.

Nach einem Ukraine-Besuch haben sich auch drei führende Parlamentarier der Ampel-Koalition einen schnellstmöglichen Importstopp für russisches Öl und eine klare EU-Perspektive für die Ukraine ausgesprochen.

„Im Bundestag dürfte es dafür breite Mehrheiten geben. Deutschland muss noch mehr Verantwortung übernehmen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorsitzenden der Bundestagsausschüsse für Auswärtiges, Verteidigung und Europa, Michael Roth (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. (marv mit Agenturen) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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