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Energiekostenausgleich: Scholz plant steuerfreie Einmalzahlung statt Lohnausgleich

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Von: Astrid Theil

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Bundeskanzler Olaf Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) plant eine steuerfreie Einmalzahlung für Arbeitnehmer. © Michael Kappeler/dpa

Bundeskanzler Scholz plant eine Einmalzahlung der Unternehmer an ihre Beschäftigten anstelle von Lohnsteigerungen.

Berlin - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)* will sich für eine steuerfreie Einmalzahlung durch die Arbeitgeber zum Ausgleich für die gestiegenen Energiekosten einsetzen. Die Gewerkschaften sollen im Gegenzug bei Tarifrunden auf einen Teil der Lohnsteigerungen verzichten. 

Die Einmalzahlung will Scholz am 4. Juli bei der sogenannten „Konzertierten Aktion“ mit Arbeitgebern und Gewerkschaften vorschlagen, berichtete die Bild am Sonntag unter Verweis auf Regierungskreise. Entsprechende Pläne wurden auch der Deutschen Presse-Agentur aus Regierungskreisen bestätigt. Durch die Einmalzahlung solle eine Lohn-Preis-Spirale und eine weitere Inflationssteigerung verhindert werden.

Einmalzahlung statt Lohnsteigerung: Verhandlungen mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Laut Bild am Sonntag geht das Kanzleramt davon aus, dass die derzeitige Inflation vor allem von einem Angebotsengpass getrieben wird, sowohl im Energiebereich als auch bei anderen Produkten. Diese werde sich im kommenden Jahr noch steigern. Die Einmalzahlung soll anstelle einer Lohnsteigerung umgesetzt werden, da sie schnell bei den Arbeitnehmern ankommen und Geringverdiener am stärksten profitieren würden.

Da aber nur noch 43 Prozent der Beschäftigten nach Tarifvertrag bezahlt würden, brauche es noch gesonderte Lösungen für Arbeitnehmer ohne Tarifbindung und Rentner mit geringer Rente. Bei der „Konzertierten Aktion“ am 4. Juli im Kanzleramt will die Regierung zusammen mit Spitzenvertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber darüber beraten, wie die Preisentwicklung in den Griff zu bekommen ist.

Das historische Vorbild für die Initiative stammt aus den 60er Jahren. Damals hatten Gewerkschaften zugesagt, sich mit Lohnforderungen zurückzuhalten, im Gegenzug unterstützte der Staat die Wirtschaft. at/dpa/afp *Merkur.de ist Teil der IPPEN.MEDIA

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