Experte warnt

Schock für Kunden: Banken erhöhen Kosten drastisch

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Bankautomaten - Symbolbild.

Die Deutsche Bank könnte laut einem Medienbericht bald zusätzliche Gebühren einführen. Das Beispiel der Postbank zeigt, dass sich dadurch der Umsatz deutlich steigern lässt.

Erst kürzlich hat die Postbank ihre Kunden darüber informiert, dass sie ab Oktober höhere Gebühren für die Kontoführung erheben wird. Die Deutsche Bank soll nun offenbar vorhaben, nachzuziehen. 

Bei der Postbank sind Kunden des Kontos „Postbank Giro plus“ betroffen. Dabei handelt es sich um Privatkunden. Es ist das wohl am meisten verbreitete Kontomodell. Laut früheren Angaben der Bank werde es von 70 Prozent ihrer Kunden genutzt. Sie müssen ab Herbst 4,90 Euro statt 3,90 Euro pro Monat für die Kontoführung zahlen. Auch die Kosten für Überweisungen in Papierform - sie werden als beleghafte Überweisung bezeichnet - sollen auf 1,90 Euro angehoben werden. 

Postbank/Deutsche Bank: Experte warnt - andere Banken könnten nachziehen

Die mögliche Gebührenerhöhung bei der Deutschen Bank könnte allerdings für eine andere Zielgruppe gelten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Laut der Meldung sollen beim größten deutschen Bankhaus Geschäftskunden betroffen sein. Ebenso sollen Transaktionen von Wertpapieren zumindest zum Teil teurer werden. Bei bestimmten Produkten ist laut dem Bericht auch eine Senkung der Gebühren möglich. Beides könnte noch in diesem Jahr auf die Kunden zukommen.

Die Deutsche Bank und die Postbank als deren Tochter haben in Deutschland mehr als 20 Millionen Kunden. Wenn sie ihre Gebühren erhöhen, könnten sich auch Volksbanken und Sparkassen verleiten lassen, die Gebühren anzuheben. Laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und dem Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV) ist das derzeit kein Thema. Die beiden Dachverbände betonen, dass Gebührenerhebungen weitgehend abgeschlossen seien. Die Entscheidung für die Preisgestaltung liege allerdings vor Ort bei den einzelnen Instituten.

Das sieht Peter Barkow vom Analysehaus Barkow Consulting anders. Er erklärt, dass es möglich sei, kurzfristige Ertragsprobleme über Gebührenerhöhungen zu lösen. Die Verlockung, dies zu tun, bewertet er als sehr hoch. Das könnte bedeuten, „dass vermutlich weitere Marktteilnehmer folgen werden", erklärte Barkow gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Postbank/Deutsche Bank: Gebührenerhöhung könnte hohen Ertrag erwirtschaften

Weil der Kundenstamm der Banken so groß ist, kommen auch bei vergleichsweise geringen Gebührenerhöhungen große Summen zusammen. Wenn die Postbank pro Kunde auch nur 20 Euro pro Jahr zusätzlich einnehmen würde, könnten rund 100 Millionen Euro zusätzlich erwirtschaftet werden, rechnet die Süddeutsche Zeitung. Der personelle und finanzielle Aufwand dafür wäre für die Bank nicht nennenswert.

Allerdings würde die Gefahr bestehen, Kunden zu verlieren. Das erlebte die Postbank, als sie Kontogebühren flächendeckend einführte. Obwohl mehr als 200 000 Kunden verloren gingen, konnte der Umsatz laut SZ gesteigert werden.

Als 2017 viele Banken die Gebühren erhöhten, begründeten sie dies mit der Nullzinspolitik der Zentralbank. Durch sie ist es für die Bankhäuser schwieriger geworden, Geld zu verdienen.

Nachdem die geplante Fusion mit der Commerzbank gescheitert ist, könnte es für die Deutsche Bank dringend nötig sein, Einnahmen aus anderen Bereichen zu akquirieren. Schließlich sank kürzlich auch der Aktienkurs ab, nachdem es eine Großrazzia bei der Deutschen Bank gab.

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dg

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