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Neue Grundsteuer kommt: Ab Juli 2022 wird die neue Steuererklärung fällig

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Von: Felix Busjaeger

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Neue Grundsteuer: Bereits ab Juli 2022 kommen auf Eigentümer und Grundbesitzende einige Pflichten zu. (Symbolbild)
Neue Grundsteuer: Bereits ab Juli 2022 kommen auf Eigentümer und Grundbesitzende einige Pflichten zu. (Symbolbild) © David Inderlied/Imago

Am 1. Juli geht es los: Die Grundsteuer wird neu berechnet und Eigentümer müssen eine Steuererklärung für die Reform der Grundsteuer 2022 einreichen.

Berlin – Die neue Grundsteuer 2022 kommt und Eigentümer in Deutschland, die Häuser, Grundstücke oder Baufläche besitzen, müssen in den kommenden Monaten mit den Finanzämtern zusammenarbeiten. Denn ab 2025 wird die Steuer nach einer neuen Regel erhoben. Das Verfassungsgericht in Karlsruhe hatte 2018 die alte Berechnungsgrundlage gekippt und die Reform der Grundsteuer angestoßen. Insgesamt müssen knapp 36 Millionen Grundstücke neu bewertet werden – die Aufgabe ist gewaltig und erfordert mitunter einige Recherchearbeiten der Hausbesitzer.

Neue Grundsteuer wird ab 2025 fällig – Eigentümer müssen bei der Feststellungserklärung Einiges beachten

Verbraucherschützer und Experten warnten bereits vor Monaten vor der Mammutaufgabe, die Hausbesitzer in den kommenden Wochen stemmen müssen: Für die Neuberechnung der Grundsteuer 2022 müssen sie ab dem 1. Juli zahlreiche Unterlagen zusammentragen. Je nach Bundesland variiert der Umfang teils dramatisch: Denn die Länder können bei der Berechnung von dem Bundesmodell abweichen und für die Reform der Grundsteuer ein landeseigenes Modell nutzen. Alle Modelle der Grundsteuer hat kreiszeitung.de in einer Übersicht zusammengetragen.

Die Frist für die Grundsteuer steht indes fest: Eigentümer müssen bis zum 31. Oktober die zusätzliche Steuererklärung bei den Ämtern einreichen. Mitunter ist bereits jetzt Eile geboten, denn nicht alle Daten für die Neubewertung der Grundsteuer 2022 sind leicht zu beschaffen und benötigen teils Recherchearbeit. Doch wieso kommt jetzt eine neue Reform der Grundsteuer? Das Bundesverfassungsgericht hatte 2018 erklärt, dass die ursprüngliche Berechnung der Grundsteuer verfassungswidrig sei. Denn Grundlage für die Höhe der Grundsteuer waren veraltete Einheitswerte, die teils aus den 1930er Jahren stammen.

Reform der Grundsteuer 2022: Steuererklärung soll bei Elster eingereicht werden

2019 wurde deshalb die Reform der Grundsteuer beschlossen. Jeder, der in Deutschland Grund besitzt, muss nun eine gesonderte Steuererklärung einreichen. Die neue Grundsteuer besagt, dass diese in den meisten Fällen über das Portal Elster eingereicht werden muss. Manche Länder schreiben sogar vor, dass die Feststellungserklärung zur Grundsteuer ausschließlich über „Mein Elster“ eingereicht werden soll. Hierfür werden digital entsprechende Formulare zur Grundsteuer 2022 zur Verfügung gestellt.

Grundsteuererklärung ohne Elster einreichen: „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ macht es möglich

Ab dem 4. Juli steht für die Länder, die bei der Reform der Grundsteuer das Bundesmodell nutzen, ein Online-Angebot zur Verfügung. Mit „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ können Eigentümer in Deutschland ganz ohne Elster die Formulare für die Grundsteuer 2022 ausfüllen. Sie müssen sich allerdings online registrieren und einen Freischaltcode nutzen.

Grundsteuer 2022: Welche Daten für die Grundsteuererklärung fällig werden

Welche Daten in die Steuererklärung zur Grundsteuer benötigt werden, unterscheidet sich aufgrund der Landesmodelle. Wenn Grundstückbesitzer über Elster ihre zweite Steuererklärung einreichen, werden etwa Daten wie Flurnummer, Baujahr, Wohnfläche und Bodenrichtwert fällig. Je nach Bundesland können mal mehr und mal weniger Informationen gefragt sein. Beispielsweise in Bayern zählen nur die Flächen von Grundstück und Gebäude sowie die Nutzung. Andere Daten wie Grundstückswert, Lage oder Alter spielen hingegen keine Rolle. Bayern ist derzeit auch das einzige Bundesland, das auch eine Abgabe der Steuerklärung zur Grundsteuer in Papierform ermöglicht. In einzelnen Finanzämtern liegen entsprechende Formulare für die Grundsteuer aus.

Wie hoch die neue Grundsteuer 2022 ausfällt, werden Eigentümer in Deutschland allerdings voraussichtlich erst 2025 erfahren. Das hat den Grund, dass der neu berechnete Grundsteuerwert nur eine Komponente für die Berechnung darstellt – und das auch nach der Reform der Grundsteuer. Gemeinden haben nämlich die Möglichkeit, ihre Hebesätze anzupassen und damit festzulegen, wie viel Geld etwa Hausbesitzer ab 2025 für die Grundsteuer zahlen müssen.

Neue Grundsteuer 2022: Formulare für die Steuererklärung – diese Daten müssen eingereicht werden

Weil ab Juli die Abgabefrist für die Steuererklärung zur neuen Grundsteuer startet, bereiten bereits einige Eigentümer die sogenannte Feststellungserklärung vor. Wie es auf der Seite grundsteuer.de heißt, wurden bereits am 1. Dezember 2021 Vordrucke und Ausfüllanleitungen für die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts veröffentlicht. Unter der Kennziffer BStBl. I 2021, 2391 ff. sind diese im Bundessteuerblatt einsehbar. Ab Juli sollen die Formulare für die Grundsteuer dann auch über Elster abrufbar sein. Da einige Bundesländer vom Bundesmodell abweichen, ist allerdings Vorsicht geboten: Die abweichenden Modelle der Bundesländer erfordern spezifische Unterlagen für die Grundsteuer 2022.

Diese Unterlagen werden für die Grundsteuererklärung bei Elster benötigt

Benutzerkonto bei Elster

Zertifikatsdatei

Aktenzeichen

Grundbuchinformationen

Spezifische Informationen je nach Landesmodell

Doch was ist die Grundsteuer eigentlich? Bei der Grundsteuer handelt es sich um eine Steuer, die für Grundbesitz in Deutschland erhoben wird. Neben bebauten Grundstücken zählen dazu auch landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Grundstücke. Einmal jährlich wird die Grundsteuer an die Kommune gezahlt. Durch die Reform der Grundsteuer 2022 verändert sich nun die Höhe der Abgaben. Bei Wohnungseigentümern geht es in der Regel um einige Hundert Euro im Jahr, bei Eigentümern größerer Mietshäuser auch um vierstellige Beträge. Die Einnahmen stellen für Kommunen eine wichtige Einnahmequelle dar und wird unter anderem für die Finanzierung von Schulen und Kitas genutzt.

Feststellungserklärung bei der Grundsteuer: Reform erfordert Mitarbeit von Eigentümern

Wer eine Steuererklärung zur Grundsteuer 2022 abgeben muss, fragt sich mitunter, wo er manche Daten findet. Beispielsweise ist der Bodenrichtwert zum Stichtag 1.1.2022 anzugeben und das in allen Bundesländern, die auf das Bundesmodell zurückgreifen. Hinzu kommen Baden-Württemberg. In Hessen und Niedersachsen. Auf entsprechenden Webseiten der Bundesländer ist dieser Wert einsehbar. Da für jedes Grundstück in Deutschland eine eigene Steuererklärung eingereicht werden muss, kann die Arbeit für Eigentümer unter Umständen in den kommenden Monaten gewaltig werden.

Für Hausbesitzer, die mehrere Immobilien besitzen, ist es daher wichtig zu wissen, welches Finanzamt für die Grundsteuererklärung schlussendlich zuständig ist. Die gute Nachricht: Auch wenn bei der neuen Erhebungl der Grundsteuer einige Stolpersteine warten, ist die Frage der Zuständigkeit einfach beantwortet: jeweils das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das Grundstück befindet. Die Feststellungserklärung zur Grundsteuer ist indes für fast alle Eigentümer verpflichtend. Ausnahmen gibt es hingegen etwa für gemeinnützige Vereine

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