Beschwerde beim Werberat

Grünen fordern „Rote Karte für Nutella“ - so reagiert der Deutsche Werberat

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Nutella im Fokus: Die Grünen legen Beschwerde beim Werberat

85.000 Kalorien für einen Fußball - die Grünen sind nach der Fußball-WM erbost über eine Werbekampagne für Nutella.

Update (30.7.): Der Deutsche Werberat hat eine Beschwerde der Grünen gegen die Nutella-Werbung zur Fußball-Weltmeisterschaft zurückgewiesen. Die Reklame sei weder als Aufforderung zu einer "übermäßigen und einseitigen Ernährung" zu verstehen, noch nutze sie das "besondere Vertrauen von Kindern" aus, erklärte der Deutsche Werberat am Montag.

Der Werberat stellte nach eingehender Prüfung keine Verstöße gegen die Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für Lebensmittel fest. "Auch Lebensmittel mit einem verhältnismäßig hohen Zuckeranteil sind mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung vereinbar, wenn die Menge stimmt", hieß es zur Begründung. Die Sammelaktion sei mehrere Monate lang gelaufen und Nutella könne wegen der langen Haltbarkeit auch noch später konsumiert werden.

Außerdem handele es sich nicht um Werbung, "die zielgerichtet Kinder anspricht", erklärte der Werberat. In diesem Fall hätten strengere Vorgaben eingehalten werden müssen.

Erstmeldung:

Die Grünen haben Beschwerde gegen die Nutella-Werbung zur Fußball-Weltmeisterschaft eingelegt. "Rote Karte für Nutella von Ferrero", forderte die Bundestagsabgeordnete Renate Künast am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Wieder einmal wurde die Fußball-WM von der Lebensmittelindustrie genutzt, um Süßigkeiten an Kinder zu vermarkten." Deshalb reichte sie gemeinsam mit Fraktionskollege Harald Ebner Beschwerde beim Deutschen Werberat ein, der Selbstkontrolleinrichtung der Werbeindustrie.

In dem Brief begründen die Abgeordneten, warum die Werbung des Süßigkeitenherstellers Ferrero ihrer Meinung nach gegen den Kodex für Werbung von Lebensmitteln und vor Kindern verstößt. Bei einer Sammelpunkte-Aktion sei beispielsweise für einen Fußball der Kauf von 35 Gläsern Nutella nötig gewesen. Das entspreche "15,75 Kilogramm Nuss-Nougat-Creme, neun Kilogramm Zucker, fünf Kilogramm Fett, 85.000 Kilokalorien und 97,65 Euro". Auch die Verbraucherzentrale hatte vor der Aktion gewarnt.

Das „besondere Vertrauen ausgenutzt, das Kinder ihren Idolen entgegenbringen“?

"Die Produkte von Ferrero sind übermäßig zuckerhaltig, erhöhen somit erwiesenermaßen das Risiko für Übergewicht und Diabetes-Erkrankungen", kritisieren die Abgeordneten in dem Brief. "Dagegen wird insbesondere Nutella in diversen TV-Spots als geeigneter Frühstücksaufstrich beworben." Dabei stünden Produkte wie Nutella einer gesunden und ausgewogenen Ernährung entgegen.

Außerdem tauchten in der Werbung für die Sammelpunkte-Aktion Kinder auf, womit sich viele Gleichaltrige identifizieren könnten. Zudem seien die Nationalspieler auf Sammelkarten abgebildet. Dadurch werde das "besondere Vertrauen ausgenutzt, das Kindern ihren Idolen entgegenbringen".

Die beiden Abgeordneten fordern, dass der Werberat die Werbung stoppt und Ferrero Deutschland abmahnt. "Das ist ein grobes Werbe-Foul", fasste Ebner zusammen. "Nichts gegen das Produkt - wer es mag, soll es essen - aber man darf Kindern nicht suggerieren, dass das irgendetwas mit sportlich-aktiv-gesund zu tun hat."

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AFP

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