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Milliarden-Verlust im laufenden Jahr: Nächster Gas-Versorger braucht Staatshilfe

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Von: Thomas Schmidtutz

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Gasspeicher-Anlage von VNG: Die EnBW-Tochter beantragt Staatshilfen.
Gasspeicher-Anlage von VNG: Die EnBW-Tochter beantragt Staatshilfen. © Waltraud Grubitzsch/dpa

Die Gaspreise setzen Versorgern immer stärker zu. Nach Uniper hat auch jetzt auch der angeschlagene Gasimporteur VNG Staatshilfen beantragt.

Leipzig -Der Gasimporteur VNG ist in der Energiekrise in finanzielle Schieflage geraten. Das Unternehmen, eine Mehrheitsbeteiligung des Karlsruher Energieversorgers EnBW, werde an diesem Freitag beim Bundeswirtschaftsministerium einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen stellen, teilte EnBW am Freitagmorgen mit. Erst Anfang Juli hatte auch der Gas-Importeur Uniper Staatshilfen beantragen müssen.

Die Maßnahmen zielten darauf, das derzeitige Auflaufen „erheblicher Verluste aus der Ersatzbeschaffung von Erdgas aufzufangen und eine Fortführung der Geschäftstätigkeit zu ermöglichen“, hieß es. Die Leipziger Verbundnetzgas AG (VNG) ist den Angaben zufolge drittgrößter deutscher Gasimporteur und stand 2021 für rund ein Fünftel des Gasbedarfs hierzulande. Parallel würden die laufenden Gespräche der VNG AG und ihrer Aktionäre mit der Bundesregierung über Möglichkeiten für eine Stabilisierung des Unternehmens fortgesetzt, so das Unternehmen.

Ersatz-Beschaffung zu exorbitant gestiegenen Preisen

Aufgrund von nicht erfüllten Lieferverpflichtungen von Vorlieferanten müssten Gasmengen zu erheblich höheren Preisen an den Energiemärkten beschafft werden, um Kunden weiter zu deutlich niedrigeren Preisen verlässlich beliefern zu können, schreibt VNG in einer Mitteilung von Freitag. „Um weiteren Schaden von VNG abzuwenden und die Handlungsfähigkeit des VNG-Konzerns insgesamt zu sichern“, sehe sich das Unternehmen veranlasst, neben dem bereits gestellten Antrag zur Gasumlage weitere Hilfen zu beantragen, heißt es weiter.

VNG gibt ferner an, zwei Verträge zu haben, die von russischen Gas-Lieferausfällen betroffen seien. Seit August habe sich die Lage deutlich verschärft. Den Verlust dieses Jahr bezifferte das Unternehmen auf circa eine Milliarde Euro. Dieser würde auch nicht durch die ab Oktober greifende Gasumlage aufgefangen.

Die VNG ist nach Angaben von EnBW systemrelevant für die Versorgungssicherheit in Deutschland und spielt gerade in Ostdeutschland eine bedeutende Rolle. Die VNG-Gruppe versorgt demnach rund 400 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Gas. (AFP/dpa/utz)

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