Gradmesser für EZB-Geldpolitik

Energiepreise treiben Teuerung in Deutschland an

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Gestiegene Energiepreise heizen die Inflation an. Foto: Daniel Reinhardt

Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe steigen im Februar wieder stärker. Das schlägt auf die allgemeine Inflationsrate durch.

Wiesbaden (dpa) - Gestiegene Energiepreise haben die Inflation in Deutschland im Februar angetrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im Januar hatte die Teuerungsrate noch 1,4 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent.

Energie verteuerte sich im Februar binnen Jahresfrist überdurchschnittlich stark um 2,9 Prozent. Zum Jahresanfang hatte sich der Preisanstieg bei Kraftstoffen und Haushaltsenergie nach starken Zuwächsen im November und Dezember zunächst verlangsamt.

Wie sich die Inflation in den kommenden Monaten entwickeln wird, ist derzeit schwer abzusehen. Nach Einschätzung von KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner hat der Abwärtstrend im Februar nur einen "Zwischenstopp" eingelegt. Schon im März dürfte die Jahresteuerung weiter Richtung 1 Prozent fallen. Zum Teil liege das an den Energiepreisen, zum Teil an der schwächeren Konjunktur.

Zudem liegt Ostern in diesem Jahr erst im April. In den Ferien steigen in der Regel die Preise für Pauschalreisen. Fallende Inflationsraten freuten die Verbraucher, brächten aber "die Europäische Zentralbank ins Grübeln", argumentierte Zeuner.

Commerzbank-Analyst Ralph Solveen verweist dagegen auf gestiegene Löhne. "Es würde nicht verwundern, wenn die Unternehmen versuchen, diese höheren Kosten verstärkt an ihre Kunden weiterzugeben, was für eine Fortsetzung des jüngsten Anstiegs spräche".

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Dauerhaft niedrige oder in großem Stil sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft. Die schwache Teuerung ist ein Hauptgrund für die seit Jahren extrem lockere Geldpolitik im Währungsraum.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI für Deutschland, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, legte im Februar im Jahresvergleich den ersten Daten zufolge um 1,7 Prozent zu.

Weitere Informationen Bundesamt zu Inflation

Eurostat zu Inflation im Euroraum

EZB-Kaufprogramme

Zeitreihe Leitzinsen der EZB

Inflation Februar 2019 vorläufig

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