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„An die Wand gedrückt“ - OBI und Hagebau verärgern Lieferanten mit Corona-Schreiben

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OBI verärgert Lieferanten in der Corona-Krise.
OBI verärgert Lieferanten in der Corona-Krise. © picture alliance/dpa / Jens Büttner

Die Baumarkt-Ketten OBI und Hagebau ergreifen wegen der Corona-Krise eine bestimmte Maßnahme, die ihren Lieferanten sauer aufstößt. Andere Baumärkte reagieren ganz anders.

München - Die Baumärkte OBI und Hagebau reagieren auf die Corona-Krise - und zwar so, wie es den Lieferanten der Fachmärkte überhaupt nicht gefällt. Die Baumärkte wollen ihre Rechnungen künftig erst 30 Tage später begleichen. Als Grund hierfür nennt OBI in einem Schreiben „potenziell existenziell bedrohenden Folgen“, die anderweitig auftreten könnten. Um diese abzuwenden, sollen „Veränderungen in den Zahlungsabläufen“ helfen.

OBI hofft, dass seine Geschäftspartner die „Maßnahmen unterstützen, um die Auswirkungen der Krise gemeinsam zu überbrücken“ - also, dass die Liquidität OBIs bestehen bleibt. Auch Hagebau geht diesen Weg, allerdings bittet die Firma im Gegensatz zu OBI um Zustimmung.  Hagebau wolle die Geschäftsbeziehungen „in schwierigen Zeiten und darüber hinaus weiter festigen“, lässt die Firma wissen. Eine Zustimmung würde Hagebau als „ein starkes Signal zum Ausbau unserer Partnerschaft“ verstehen.

Coronavirus: Lieferanten der Baumärkte fühlen sich überrumpelt

Die Lieferanten der Baumärkte fühlen sich überrumpelt. Ein anonymer Chef eines Mittelständlers mit Personal 50 Mitarbeitern beispielsweise fühlt sich von OBI „an die Wand gedrückt“, wie er im „Handelsblatt“ erzählt. „Glauben die etwa, dass wir nicht unter Liquiditätsproblemen leiden?“, fragt er in seinem Statement.

Obwohl Hagebau auf „Handelsblatt“-Nachfrage Verständnis für den Ärger der Lieferanten äußerte, will das Unternehmen bei seiner Position bleiben. Hagebau stellte klar, „dass wir uns jetzt Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein von allen Marktteilnehmern wünschen“.

Toom, Hornbach und Bauhaus reagieren anders auf Krise

OBI sprach von „präventiven Maßnahmen - auch zugunsten der mittelständischen Franchisenehmer“. Die Mehrzahl seiner 669 europäischen Märkte sei geschlossen, man stelle sich auf eine dauerhafte Krise ein. Noch sei OBI in der Lage, „sämtliche Verpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern zu erfüllen“, so eine Sprecherin. Doch man wolle „nicht unvorbereitet sein“.

Die Baumärkte Toom, Hornbach und Bauhaus gehen derweil einen anderen Weg. Sie wollen an den vereinbarten Zahlungszielen festhalten.

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