Pandemie löste eine Wirtschafts-Krise aus

Turbo-Rezession: Deutschland erholt sich - Volkswirt stellt „gutes Zeugnis“ aus

Die Corona-Pandemie hat der internationalen Wirtschaft schwer zugesetzt. Doch in Deutschland scheint sich die Situation zu bessern. Ein Volkswirt lobt die deutsche Methode.

  • Die Corona-Krise* war nicht nur bezüglich der Pandemie sondern auch bezüglich der Wirtschaft eine Krise.
  • Doch die deutsche Wirschaft scheint sich bereits zu erholen.
  • Ein Volkswirt stellt Deutschland ein „gutes Zeugnis“ aus.

München - Die Corona*-Pandemie hat sämtlichen Bereichen des Lebens zugesetzt. Vor allem die Wirtschaft hat wegen Zwangsschließungen, ausbleibende Kunden und Angst vor Infektionen heftig gelitten. Vor allem im April und Mai war die deutsche Wirtschaft geprägt von Kurzarbeitsanträgen* und steigender Arbeitslosigkeit. Nach neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) könnte sich „der Beginn einer Aufwärtsbewegung andeuten“. Der Index der Behörde für die Arbeitskräftenachfrage (BA-X) stieg von Juni auf Juli erstmals wieder - allerdings nur leicht um einen Punkt.

Wirtschaftsminister Altmaier brachte Initiativen auf den Weg, um die Wirtschaft zu stärken.

Der monatlich veröffentlichte BA-X beruht auf den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellenangeboten und spiegelt so die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider. Die Neumeldungen von Stellen nahmen laut Arbeitsagentur nach dem Absturz im April schon im Mai wieder zu, ebenso im Juni und nun auch im Juli.

Nach heftigen Folgen für den Arbeitsmarkt: Situation bessert sich

Das Niveau der Stellenangebote liege aber immer noch „sehr deutlich“ unter dem vom Vorjahr, betonte die BA. Der Bestand an gemeldeten Stellen fiel demnach im Juli in allen Branchen kleiner aus als im Juli 2019. Der Rückgang lag fast überall im zweistelligen Prozentbereich, am größten war das Minus in der Zeitarbeit und in der Industrie. In der Gastronomie ging die Zahl der Stellen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 44 Prozent zurück, gut 25 Prozent weniger waren es in Dienstleistungsbetrieben wie Reisebüros sowie im Handel.

Noch positivere Ergebnisse liefert der ifo Geschäftsklimaindex. Laut einem aktuellen Bericht des Münchner Instituts ist der Index, der misst, wie optimistisch Unternehmer auf die Lage blicken, im Juli auf den Wert 90,5 Punkte gestiegen. Das ist der dritte Anstieg in Folge. Im Vormonat Juni ergab sich für den Index ein Wert von 86,3 Punkten. Am niedrigsten war der Wert im April. Damals maß das ifo Institut nur einen Wert von 74,3 Punkten.

Nach Corona-Einsturz: Wirtschaft erholt sich schrittweise - ifo Institut gibt Auskunft

„Die deutsche Wirtschaft erholt sich schrittweise“, beschreibt Clemens Fürst, Präsident des ifo Insituts, die Situation. In allen vier beobachteten Branchen - Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungssektor, Handel und Baugewerbe - habe sich die Situation verbessert.

Das ifo Geschäftsklima in Deutschland

Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa bei der DWS, kommentierte die Entwicklung und beschrieb sie als äußerst erfreulich. Die Werte seien so gut, „dass die ‚ifo-Uhr‘ den Rezessionspfad verlassen hat und sich Deutschland nun ‚offiziell‘ wieder im Aufschwungsmodus befindet“. Insgesamt müsse man Deutschland ein gutes Zeugnis ausstellen, sowohl was die Bewältigung der Pandemie als auch die des wirtschaftlichen Schadens betreffe, so der Volkswirt der Vermögensverwaltungsfirma.

Corona-Krise bescherte die „schwerste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges“

„Das Konjunkturpaket erfüllt offenbar seinen Zweck: Die Konsumlaune ist vor dem Hintergrund, dass wir uns in der schwersten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges befinden, erstaunlich gut“, so Moryson. Das komme auch in der Wirtschaft gut an. Auch die Einigung der EU vom vergangenen Wochenende auf ein umfangreiches europäisches Fiskalpaket helfe der Stimmung und damit letztlich auch der Konjunktur. 

„Allerdings sollte all das nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor Deutschland und Europa insgesamt noch ein sehr weiter Weg liegt, bis alles wieder beim Alten ist. Von jetzt an dürfte die Dynamik der Entwicklung nachlassen“, warnte der Volkswirt, dessen Kommentar auf dem Portal e-fundresearch.com veröffentlicht wurde. (lb mit AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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