Absatzprobleme wegen Covid-19

Auf Mega-Deal folgt Hiobsbotschaft: Heftiger Gewinneinbruch bei Daimler

Corona-Pandemie: Deutlicher Gewinneinbruch bei der Daimler AG
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Corona-Pandemie: Deutlicher Gewinneinbruch bei der Daimler AG.

Kurz nach Bekanntgabe der richtungweisenden Partnerschaft mit Volvo bestätigt Daimler einen hohen Gewinneinbruch. Droht wegen Corona das finanzielle Desaster? Die Führungsetage äußert sich.

  • Daimler macht gemeinsame Sache mit Volvo bei der Entwicklung von Brennstoffzellen.
  • Einen Tag später trübt eine Hiobsbotschaft die wegweisende Partnerschaft.
  • Wegen Corona* schrumpft der Gewinn des Autokonzerns deutlich zusammen.

Stuttgart - Am Tag zuvor hatten Daimler und Volvo noch bekanntgegeben, bei der Entwicklung von durch Brennstoffzellen angetriebene Lkws zusammenzuarbeiten - um viel Geld zu sparen. Am nächsten Tag verdeutlicht sich, dass dieser Schritt auch dringend notwendig ist: Denn die Coronavirus-Pandemie und ihre Folgen hinterlässt auch auf den deutschen Autokonzern heftige Spuren in der laufenden Bilanz.

Daimler-Gewinn bricht wegen Corona um rund 78 Prozent ein

Denn wie die Mercedes-Mutter nun verkündete, brach der Gewinn im ersten Quartal 2020 um fast 78 Prozent auf einen Betrag von 617 Millionen Euro ein. Dieser Wert belaufe sich jedoch ohne Steuern und Zinsen, wie die Schwaben mitteilten. Rechnet man Sondereffekte (bspw. Kosten für die Dieselaffäre) heraus, bleiben im operativen Geschäft weltweit immerhin 719 Millionen Euro hängen.

Wie sind die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf? Eine Prognose ist angesichts der kaum überschaubaren Folgen der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19* schwierig, gab Daimler bekannt. Die Auswirkungen auf Kundennachfrage, Lieferketten und Autoproduktion können bis dato nur geschätzt werden. Unvermeidbar erscheint jedoch, dass sowohl Absatz, Umsatz als auch Ergebnis am Jahresende unter dem Niveau des Vorjahres liegen dürften. Ähnlich wie bei einem bekannten Luftfahrt-Konzern, der jetzt 10.000 Stellen streichen will. Die ursprüngliche Prognose lautete, dass der Umsatz bei Daimler gleich bliebe, der Gewinn jedoch höher.

Daimler hatte in den ersten drei Monaten über alle Kontinente rund 477.400 Autos der Kernmarke Mercedes-Benz abgesetzt - rund 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Überraschend kommt die Entwicklung indes nicht: Schon im Jahr 2019 war gegenüber dem Vorjahr der Gewinn deutlich zurückgegangen.

Daimler und Volvo verkünden Deal - kurz darauf folgt Hiobsbotschaft 

Federn lassen muss bei Daimler allerdings nicht nur die Auto- und Van-Sparte. Auch im Lastwagen- und Busgeschäft sowie der Finanzsparte schrumpfte bei dem deutschen Premiumhersteller der operative Gewinn enorm.

Dies kommt einen Tag nach der Verkündung, dass man bei den Trucks künftig eng mit dem schwedischen Rivalen Volvo zusammenarbeiten werde. Am Mittwoch hatten die beiden Fahrzeughersteller bekanntgegeben, bei der Entwicklung von mit Brennstoffzellen angetriebenen Lastkraftwagen zusammenarbeiten zu wollen - um Geld zu sparen.

Am gleichen Tag wie Daimler hat auch Nutzfahrzeughersteller Volvo angesichts der Coronavirus-Pandemie mit einem hohen Nachfragerückgang zu kämpfen. Seit Ende März überwiegen Stornierungen die neuen Bestellungen im Lkw-Geschäft, wie in Stockholm mitgeteilt wurde. Die Produktionsstopps und die niedrigere Nachfrage hätten Umsätze und Gewinne negativ beeinflusst*, sagte der Vorstandschef. Der Erlös der Schweden ging in den ersten drei Monaten des Jahres um fast 15 Prozent auf 91,4 Milliarden Schwedische Kronen (8,3 Mrd Euro) zurück.

Daimler in der Corona-Krise: Milliarden-Kredit rettet finanzielle Situation

Wie Daimler am Donnerstag jedoch ebenfalls schilderte, sei der deutsche Autoriese finanziell für die Zeit nach der Corona-Krise gut gewappnet: So habe Daimler erst kürzlich mit Banken eine Vereinbarung über eine riesige Kreditlinie von zwölf Milliarden Euro geschlossen.

Nach vier Wochen Stillstand an den Bändern wird bei Daimler unterdessen wieder die Produktion hochgefahren - unter strenger Berücksichtigung der hygienischen Auflagen*. Die seit Anfang April geltende Kurzarbeit* läuft noch bis Ende des Monats weiter. Hiervon sind etwa 80 Prozent der hierzulande rund 170.000 Beschäftigten betroffen. Beim nördlichen Widersacher Volkswagen ist die Lage ähnlich. Das zeigt auch das nachfolgende Video. 

PF mit dpa

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