Bahn braucht Milliarden-Hilfe

Corona-Krise: Pleitegefahr trotz langer Schlangen? Baumärkte überraschen mit Warnung

Die Corona-Folgen für die deutsche Wirtschaft sind drastisch. Firmen sind von der Pleite bedroht, viele Menschen können nicht arbeiten. News-Ticker.

  • Das Coronavirus* trifft die Wirtschaft hart. Auch in Deutschland brauchen Unternehmen Staatshilfen - auch prominente.
  • Betroffen sind aber nicht zuletzt auch „kleine“ Selbstständige, Freischaffende und Künstler.
  • Eine Botschaft Markus Söders macht speziell die heimische Autoindustrie hellhörig.
  • Über die Entwicklungen in der Wirtschaft Europas und im Rest der Welt halten wir Sie hier auf dem Laufenden. Das Wichtigste zum Thema gibt es auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Corona News

Update vom 3. Mai: Dieser Ticker ist beendet. Weitere News finden Sie hier - unter anderem über den Gipfel zwischen Bundesregierung und Autobranche.

Update vom 1. Mai, 15.40 Uhr: Trotz oft langer Schlangen vor Baumärkten spürt die Branche nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) die Folgen der Corona-Krise. Auch wenn das Online-Geschäft boome - es werde Insolvenzen geben, sagte BHB-Hauptgeschäftsführer Peter Wüst der dpa. „Der Verband vertritt über 2100 Bau- und Gartenfachmärkte - mehr als ein Drittel waren lange geschlossen. Die Kosten laufen aber weiter und sind durch die Sicherheitsmaßnahmen höher als vor Corona“, sagte er.

Die Vorstellung täusche, es komme gleichermaßen zu einem Ansturm auf Baumärkte, sagte auch Sprecher Florian Preuß von der Hornbach-Kette. „In unseren deutschen Märkten hatten wir im April weniger Kunden als üblicherweise. Verantwortung dafür tragen wir selbst - denn wir begrenzen den Eintritt in unsere Märkte seit dem 18. März strikt.“ Einen Markt mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen nur 100 Kunden zeitgleich betreten. „Alle weiteren Kunden müssen außen warten - was bisweilen den Eindruck verstärkt, es gäbe einen Ansturm.“

Corona-Krise: Bahn fährt weiter - nun braucht sie eine gigantische Finanzspritze

Update vom 1. Mai, 14.00 Uhr: Die Bahn kommt wegen der Belastungen in der Corona-Krise wirtschaftlich unter Druck und braucht vom Bund zusätzliche Finanzhilfen. Nach Informationen der dpa braucht der bundeseigene Konzern bis 2024 rund acht bis zehn Milliarden Euro - davon könnte die Bahn bis zur Hälfte übernehmen. So dürfte die geltende Schuldenobergrenze von derzeit rund 25 Milliarden Euro ausgeweitet werden, die Bahn lag vor der Krise knapp darunter. Denkbar seien außerdem an einigen Stellen Einsparungen. Die Investitionen sollen aber auf einem hohen Niveau bleiben.

Leere Großraumabteile sind bei der Bahn momentan an der Tagesordnung.

Zuvor hatte der Spiegel berichtet, Bahnchef Richard Lutz habe Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) darüber informiert, sein Unternehmen fahre tief in die roten Zahlen. Der Finanzbedarf für dieses Jahr belaufe sich auf rund zehn Milliarden Euro.

Die Deutsche Bahn hat ihr Angebot in der Corona-Krise zurückgefahren, der größte Teil des Fahrplans wurde aber aufrechterhalten - um eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Die Fahrgastzahlen im Fernverkehr sind jedoch eingebrochen, auf 10 bis 15 Prozent des Niveaus vor der Krise. Dazu kommen Probleme im Güterverkehr.

Corona-Krise: Bundesregierung erwartet schwere Rezession - Scholz plant mit Milliarden Schulden

Update vom 29. April: Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Sie erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt, wie die dpa aus Koalitionskreisen erfuhr. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. 

Dies wäre ein stärkerer Wirtschaftseinbruch als in der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Erst 2022 wird laut Prognose das Niveau vor der Corona-Krise erreicht werden. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant im Kampf gegen die Krise bereits mit neuen Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt die Projektion am Mittwochmittag in Berlin vor.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern trifft das Coronavirus die Wirtschaft hart. In der Türkei ist die Türkische Lira nun dramatisch abgestürzt. Erdogan droht eine Katastrophe. Am 30. April stehen weitere Beratungen von Bund und Ländern mit Kanzlerin Merkel über Corona-Lockerungen an.*

Coronavirus: Arbeitsagenturen rechnen mit stark steigender Arbeitslosigkeit

Udpate vom 28. April, 17.27 Uhr: Der Arbeitsmarkt steht in der Corona-Krise vor großen Turbulenzen: Das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist im April im Vergleich zum Vormonat um 6,8 Punkte abgestürzt, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mit.

 „Der Rückgang ist beispiellos." Mit nur noch 93,5 Punkten sei der niedrigste Wert erreicht, der für den Frühindikator des deutschen Arbeitsmarkts jemals gemessen wurde. Die Bundesagentur für Arbeit wird an diesem Donnerstag ihre April-Statistik bekanntgeben - erstmals fließen damit Corona-Effekte in die offizielle Arbeitsmarktstatistik ein.

Auch die Debatte um mögliche Staatshilfen für die wegen der Coronavirus-Pandemie kriselnden deutschen Autobauer* nimmt indes an Fahrt auf

Coronavirus: Dem Einzelhandel droht Massensterben - Pleitewelle unausweichlich?

Update vom 28. April, 12.21 Uhr: Laut Angaben des Handelsverbands könnte infolge der Corona-Krise rund jedes neunte Einzelhandelsgeschäft in Deutschland Insolvenz anmelden müssen. „Wir fürchten, dass nun bis zu 50.000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, weil ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Dem Verband zufolge gibt es in Deutschland etwa 300.000 Einzelhandelsunternehmen mit rund 450.000 Geschäften. „In den vier Wochen Schließungen der Geschäfte im Non-Food-Bereich haben wir

rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren

, den wir auch nicht wiederbekommen werden. Pro Tag waren dies rund eine Milliarde Euro“, berichtet Genth. Zudem sei in der ersten Woche nach der Öffnung ein großer Kundenansturm ausgeblieben. Derzeit verliere der Handel täglich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. 

Weitere Lockerungen in der Corona-Krise sind im Gespräch. Nun wurde ein Plan für die Kita-Öffnung erarbeitet.*

Corona-Krise: Handelsverbands-Leiter fordert Schutzschirm für Unternehmen

„Wir fürchten sehr, dass die Innenstädte nach der Krise nicht mehr so aussehen werden wie vor der Krise“, sagte Genth. Er forderte deshalb einen weiteren branchenunabhängigen Rettungsfonds für angeschlagene Unternehmen, die wegen der Schließung keine Umsätze erzielen konnten. „Denn bei vielen Unternehmen läuft eben der Hauptkostenblock - die Miete - trotz geschlossener Läden weiter.“ Außerdem schlug der Verbands-Chef vor, dass es in der zweiten Jahreshälfte 2021 bundesweit mehrere Sonntagsöffnungen geben solle, um den Konsum zu beleben. 

Über einen weiteren Rettungsfonds denkt aktuell auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach. Dieser würde aber den Restaurants zugute kommen. „Sollte es wider Erwarten noch lange dauern, bis eine volle Öffnung möglich ist, dann müssen wir bei den Hilfen auch nachlegen, dann brauchen wir so etwas wie einen Rettungsfonds auch für die Gastronomie“, sagte er am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. 

Update vom 27. April: Der angeschlagene Ferienflieger Condor erhält neue Staatshilfen*. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Coronavirus-Pandemie am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro.

Das Logo der Thomas-Cook-Tochter Condor

Staatshilfen für die Lufthansa wegen Coronavirus? Airline in „intensiven Gesprächen“

Update vom 26. April: Die wegen der Corona-Krise in finanzielle Nöte* geratene Lufthansa verhandelt mit mehreren Staaten über mögliche Unterstützung. Der Konzern befinde sich mit den Regierungen seiner „Heimatländer“ Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien „in intensiven und konstruktiven Gesprächen“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Über die konkrete Ausgestaltung möglicher Staatshilfen* gibt es Streit in der GroKo.

In den Gesprächen mit den Regierungen gehe es um „Finanzierungsinstrumente, um kurzfristig eine nachhaltige Sicherung der Solvenz zu erreichen“. Berichte über ein kurz bevorstehendes Spitzentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Kabinettsmitgliedern wollte die Sprecherin nicht kommentieren. Auch von der Bundesregierung gab es dazu keinen Kommentar.

Industrie schlägt Coronavirus-Alarm - fehlende Produktivität wegen Kinderbetreuung

Update von 13.52 Uhr: Die IG Metall hat davor gewarnt, dass fehlende Kinderbetreuung den Hochlauf der Produktion in Unternehmen gefährdet. "Zahlreiche Eltern berichten uns verzweifelt, dass sie nicht zurück an ihren Arbeitsplatz können, weil sie nicht wissen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen", beklagte Vizechefin Christiane Benner in Frankfurt am Main. Für viele Eltern führe dies zur "Zerreißprobe".

Benner forderte Bund und Länder deshalb auf, den Schutz des Kindeswohls, die Interessen von berufstätigen Eltern und den Infektionsschutz in ein "gutes Gleichgewicht" zu bringen. Gefragt seien hierbei "kreative Lösungen zur Entlastung berufstätiger Eltern". Die IG Metall appellierte an die Arbeitgeber, die Beschäftigten durch flexible Arbeitszeitmodelle zu unterstützen und finanzielle Sorgen durch Aufstockung des Kurzarbeitergeldes abzumildern.

Wegen den Corona-Schutzmaßnahmen müssen viele Eltern die Kinder betreuen - und können deswegen nicht arbeiten.

Darüber hinaus müsse die finanzielle Unterstützung betroffener Eltern aus dem Infektionsschutzgesetz ausgeweitet werden. "Diese Lohnersatzleistung muss wie das Kurzarbeitergeld dringend aufgestockt und verlängert werden", forderte Benner. "Kinderbetreuung und voll arbeiten im Homeoffice funktioniert nicht - insbesondere mit kleinen Kindern."

Update 24. April, 11.12 Uhr: Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hat sich dafür ausgesprochen, die Wirtschaft in Deutschland nach dem flächendeckenden „Lockdown“ behutsam wieder hochzufahren. Allzu lange abwarten dürfe man dabei nicht, sagte der VW-Manager im ZDF bei „Maybrit Illner“. „Sicher können wir noch durchhalten“, meinte Diess zu einem Zeitraum von einigen Wochen. „Aber jetzt geht es darum, das System wieder in Gang zu bringen.“

Er sei überzeugt, dass es gelingen könne, die Produktionsprozesse neu anzuschieben und gleichzeitig das Virus unter Kontrolle zu halten. Über eine längere Zeit sei ein Stillstand schwierig. „Wir können in Deutschland stolz auf das sein, was wir erreicht haben“, sagte Diess in der Talkrunde, an der auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck teilnahm. Er sorgte gegen Ende der Sendung mit einer These für Aufsehen.

Bittere Pillen für Daimler und Lufthansa

Update von 17.41 Uhr: Die Lufthansa hat im ersten Quartal wegen der Corona-Krise einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro eingeflogen. Im Vorjahr hatte das Minus in dem traditionell schwachen Quartal zu Jahresbeginn noch 336 Millionen Euro betragen. Allein im März habe man knapp 1,4 Milliarden Euro Umsatz verloren, teilte der Dax-Konzern in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Im gesamten Quartal lagen die Erlöse mit 6,4 Milliarden Euro in ähnlicher Größenordnung unter dem Vorjahreswert von 7,8 Milliarden Euro.

Update von 13.02 Uhr: Vor dem Hintergrund der eingebrochenen Nachfrage und Produktion in der Corona-Krise muss der Autokonzern Daimler einen hohen Einbruch des operativen Ergebnisses hinnehmen. Im ersten Quartal 2020 betrug der Gewinn vor Steuern 617 Millionen Euro und lag damit 78 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie das Unternehmen einen Tag nach Bekanntgabe einer  wegweisenden Zusammenarbeit mit Volvo verkündete.

Nachdem Daimler zuvor bereits seine ursprüngliche Geschäftsprognose für das Gesamtjahr gekippt hatte, geht der Konzern nun offiziell davon aus, dass das operative Ergebnis ebenso wie der Fahrzeugabsatz und der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Eine Neueinschätzung sei aber schwierig, weil die Auswirkungen der Pandemie auf Kundennachfrage, Lieferketten und Produktion "nicht mit dem üblichen Detailierungsgrad und der üblichen Sicherheit eingeschätzt werden" könnten.

Daimler verkaufte nach eigenen Angaben im ersten Quartal gut 477.000 Pkw seiner Marken Mercedes und Smart, das entsprach einem Rückgang um knapp 15 Prozent zum Vorjahr.

„Dickes Brett zu bohren“ - GroKo mit Maßnahme für Gastronomen in der Coronavirus-Krise

Update von 7.42 Uhr: Während sich die GroKo in der Nacht zum Donnerstag auf eine vorläufige Steuersenkung in der Gastro-Branche geeinigt hat, gibt es auch beim Autobauer Volkswagen erfreuliche Nachrichten: Nach mehr als fünf Wochen Corona-Stillstand läuft bei VW die Fahrzeugproduktion langsam wieder an. Zunächst im sächsischen Zwickau, zeitgleich soll auch das Motorenwerk in Chemnitz schrittweise wieder hochgefahren werden, teilte das Unternehmen im Vorfeld mit. Am kommenden Montag folgt demnach die Gläserne Manufaktur in Dresden sowie die Werke in Wolfsburg, Emden und Hannover. 

Um die Sicherheit der etwa 10.000 Mitarbeiter an den drei sächsischen Standorten zu gewährleisten, setzt VW unter anderem auf verschärfte Hygienestandards und kürzere Reinigungsintervalle. Sollen die Arbeiter beispielsweise in Bereichen, in denen Abstände von 1,5 Metern nicht möglich sind, einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem sollen die Taktzeiten deutlich verlangsamt werden. 

Corona-Krise in der deutschen Wirtschaft: GroKo einigt sich auf Steuersenkung für Gastro-Branche

Update vom 23. April: Die von der Corona-Krise besonders betroffene Gaststättenbranche soll für Speisen ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 nur noch 7 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Darauf einigten sich die Spitzen von Union und SPD bei ihrem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. 

Steuerentlastung für Hoteliers.

CSU-Chef Markus Söder hätte sich gewünscht, dass die Gastronomie länger als ein Jahr bei der Mehrwertsteuer entlastet worden wäre. „Es war ein dickes Brett zu bohren und es gab einige harte Brocken“, sagte er nach den Verhandlungen.

Corona-Maßnahme Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie - Söder zufrieden

Söder sagte, gleichwohl sei er zufrieden. In der Summe bedeute die Steuersenkung eine Entlastung von vier Milliarden Euro. Sobald die Gaststätten und Restaurants wieder öffnen könnten, könnten die Gastronomen deshalb mehr Geld erwirtschaften und so wieder durchstarten.

Söder warnte zugleich davor, den festgelegten Zeitpunkt der Steuersenkung ab Juli mit einer Garantie gleichzusetzen, dass ab dann die Gastronomie wieder geöffnet werden könne. Entscheidend sei, wie sich die Infektionszahlen bis dahin entwickelten. 

Bei dem Hilfsprogramm der GroKo in der Corona-Krise müssen allerdings auch die Folgen bedacht werden, schreibt Merkur-Redakteur Christian Deutschländer in einem Kommentar*.

Corona-Lockerungen: Auflagen für Friseurbesuch stehen fest

Update, 22. April, 14 Uhr: Adieu #CoronaHair - endlich die Haare nach mehreren Wochen wieder schneiden lassen: Ein Schutzstandard regelt nun, unter welchen Vorgaben Friseursalons ab Mai öffnen dürfen. Zu den verpflichtenden Maßnahmen zählen unter anderem das Tragen einesMund-Nasen-Schutzes, also Masken, für Friseure und Kunden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsschutzstandard der zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

Demnach sind Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege vorerst nicht erlaubt. Weiterhin soll in den Betrieben ein ausreichender Abstand zwischen den Menschen sichergestellt werden - etwa indem man die Anzahl der Arbeitsplätze begrenzt. 

Nach einer zeitweisen Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Friseursalons ab dem 4. Mai wieder öffnen. Inzwischen wollen viele Supermärkte in Deutschland Schutzmasken in ihr Sortiment aufnehmen.

Corona-Krise der deutschen Wirtschaft: Erste Kliniken melden Kurzarbeit an

Update von 11.37 Uhr: Weil planbare Operationen in der Corona-Krise abgesagt oder verschoben werden, stehen in zahlreichen Kliniken Betten leer - und einige von ihnen melden nun Kurzarbeit für ihr Personal an. Dabei hatte die Bundesregierung extra für solche Verluste einen Rettungsschirm eingerichtet. Das berichtet die Tagesschau (ARD).

Es handelt sich offenbar um kein flächendeckendes Phänomen in Deutschland. Der Bericht nennt allerdings konkret mehrere Standorte, an denen über Kurzarbeit nachgedacht wird: die Waldkliniken in Thüringen, zwei Häuser der Lubinus-Stiftung in Kiel und ein Haus der Schön-Klinik-Gruppe in Vogtareuth im Landkreis Rosenheim - hier sollen bereits Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden sein.

Dabei habe zum Beispiel der ärztliche Kreisverband in Rosenheim unterdessen mitgeteilt, dass aufgrund der Pandemie Pflegekräfte und Ärzte gesucht würden. „Unter diesen Umständen Nichtstun verordnet zu bekommen, fühlt sich falsch an“, wird ein Klinik-Mitarbeiter zitiert, der anonym bleiben möchte. Seine Klinik hält Mitarbeiter vor, die Intensivpatienten betreuen können. Viele Kliniken argumentieren demnach mit ökonomischen Zwängen. 

Die Vorsitzende der Ärztevertretung Marburger Bund, Susanne Johna, kritisierte dem Bericht zufolge die Kurzarbeits-Pläne scharf: „Wenn es tatsächlich so ist, dass Kapazitäten frei sind, dann sollten die genutzt werden, um im öffentlichen Gesundheitsdienst zu unterstützen.“ 

Deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise: Kauflaune der Bürger weiterhin gering

Update, 22. April, 8.11 Uhr: Trotz der Wiedereröffnung eines Teils der Geschäfte scheint die Kauflaune der Bundesbürger derzeit offenbar gering zu sein. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Insa-Instituts für die Bild-Zeitung sagten 57 Prozent, dass sie trotz der Lockerungen bei den Ladenöffnungen in den nächsten Wochen kein Produkt kaufen wollen, das mehr als 250 Euro kostet.

Friseure in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen. (Symbolbild)

Demnach wollten nur 17 Prozent Anschaffungen machen, die mehr als 250 Euro kosten. Mehr als 20 Prozent der Befragten sagten, sie wüssten noch nicht, ob sie eine Anschaffung in dieser Höhe machen würden, oder sie machten keine Angaben zu dieser Frage. In einer weiteren Branche in Deutschland gibt es unterdessen Corona-Lockerungen.

Corona-Krise: BDI kritisiert Beschränkungen von Export medizinischer Produkte

Unterdessen hat der Industrieverband BDI Beschränkungen beim Export von medizinischen Produkten kritisiert. Wenn jedes Land seine Waren zurückhalte, hätte am Ende kein Land alle notwendigen Materialien, um die Corona-Pandemie zu bewältigen, heißt es in einem Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. „Nationale Exportrestriktionen machen uns nicht krisenfester“, zitiert die Zeitung den Verbandschef Dieter Kempf. „Sie verursachen Dominoeffekte anderswo mit dramatischen Folgen.“

Fehlende Schutzausrüstung könnte zudem die nationale Produktion von wichtigen Gütern wie zum Beispiel Arzneimitteln gefährden. „Ohne Schutz keine Produktion“, zitiert die Zeitung den BDI. 25 Länder hätten bereits Ausfuhrbeschränkungen bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Weil nicht alle Länder dies anzeigten, könnten Schätzungen zufolge bis zu 50 ihren Export gedrosselt oder gestoppt haben. 

Corona-Krise: Autozulieferer Leoni AG erhält Kreditbürgschaft über 330 Millionen Euro

Update, 20. April, 17.35 Uhr:Der Autozulieferer Leoni AG war schon vor dem Ausbruch des Corona-Virus wirtschaftlich in Schieflage geraten. Nun hat er eine staatliche Kreditbürgschaft über 330 Millionen Euro erhalten. Die Bürgerschaft sei von der Bundesregierung sowie den Landesregierungen von Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gewährt worden, teilte Leoni am Montag mit. Die Bürgschaft sei notwendig geworden, weil die meisten Leoni-Kunden ihre Produktion zurückgefahren hätten und damit signifikante Absatzrückgänge zu verzeichnen gewesen seien.

Leoni stellt mit weltweit 95 000 Mitarbeitern unter anderem elektronische Bordnetze für die Automobilindustrie her. Im Rahmen eines Sanierungskonzeptes hatte sich das Unternehmen Ende vergangenen Jahres von rund 2000 Mitarbeitern getrennt, wie ein Sprecher sagte. Während der Corona-Pandemie verzichte Leoni nicht nur de facto auf Dividendenzahlungen, sondern habe auch temporäre Werksschließungen und Kurzarbeit beschlossen, teilte das Unternehmen mit.

„Wir haben frühzeitig auf die Ausbreitung von Covid-19 reagiert und eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um unsere Mitarbeiter zu schützen und unsere Liquidität und damit den Fortbestand des Geschäftsbetriebs von Leoni zu sichern“, sagte Vorstandschef Aldo Kamper. „Die schnelle finanzielle Unterstützung wird dazu beitragen, die außerordentlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zu bewältigen“, sagte er.

Corona-Krise veranlasst VW, neue Förderprämie für Verbrennungsmotoren zu fordern

Update, 20. April, 17 Uhr: Der Autobauer Volkswagen fordert wegen der drohenden Nachfrageflaute in der Corona-Krise eine neue staatliche Förderprämie. „In dieser Situation sollte eine Prämie breit angelegt sein und auch moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umfassen“, sagte der bei der Marke VW fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Die bisherige Förderung von Elektrofahrzeugen sollte fortgesetzt werden“, sagte Brandstätter. Ein neues Fördermodell könnte sich an eingesparten Emissionen des klimaschädlichen Abgases Kohlendioxid (CO2) orientieren. „Wir gehen damit aus der Krise hinaus und hinein in die grüne Transformation.“

An den bestehenden Klimazielen wolle VW auf jeden Fall festhalten. „Klimaschutz bleibt eine Menschheitsaufgabe. Daran ändert die Corona-Pandemie überhaupt nichts“, sagte er. „Viele profitieren davon, wenn es in der Automobilindustrie wieder losgeht“, betonte Brandstätter die Bedeutung der Branche für die deutsche Volkswirtschaft. Deutschlands wichtigster Industriezweig stehe für zehn Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung.

Corona-Krise: Christian Lindner springt Gastronomie zur Seite

Update, 20. April, 15 Uhr:Für FDP-Chef Christian Lindner ist eine Senkung der Mehrwertsteuer für das von der Corona-Krise besonders hart getroffene Gastgewerbe ist überfällig und nicht ausreichend. „Eine Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie wäre schon vor Corona sinnvoll gewesen“, sagte Lindner am Montag (20.4.) der Deutschen Presse-Agentur. „Allerdings ist die Senkung der Mehrwertsteuer nur eine Schmerzlinderung.“

„Keine Staatshilfe und keine Entlastung kann dauerhafte Schließung kompensieren“, betonte Lindner. „Mehr noch: Eine Branche komplett dicht zu halten, ist eine echte Diskriminierung. Hier werden mittelständische Existenzen und Familienbetriebe vernichtet.“

Wer tatsächlich die vielfältige Landschaft in der Gastronomie erhalten wolle, müsse endlich die Schutzkonzepte definieren, die für eine Öffnung unter Bedingungen nötig seien, sagte der FDP-Vorsitzende. „Insbesondere in der Außengastronomie ist das Verbot widersinnig.“

Kurzarbeiter-Geld in der Corona-Krise: „Politik kann nur enttäuschen“

Update, 20. April, 14.40 Uhr: Die Arbeitgeber lehnen eine pauschale Erhöhung des Kurzarbeitergelds für betroffene Arbeitnehmer in derCorona-Krise ab. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) erklärte am Montag (20.4.) der Deutschen Presse-Agentur: „Die Bürger und Unternehmen als Steuer- und Beitragszahler werden Leistungsausweitungen mit der Gießkanne nicht dauerhaft finanzieren können. Die Politik kann deshalb die Erwartungen nur nachhaltig enttäuschen.“

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich hinter Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gestellt, das Kurzarbeitergeld befristet anzuheben. Man sei darüber in der Regierung im Gespräch. Der DGB schlägt vor, die staatlichen Zuschüsse von 60 auf 80 Prozent der Nettoeinbußen (87 Prozent bei Arbeitnehmern mit Kindern) für die Monate Mai, Juni und Juli aufzustocken. Die CDU ist skeptisch.

Corona-Krise: Arbeitgeber lehnen Aufstockung des Kurzarbeitergeldes ab

Es gebe zwischen den Sozialpartnern und der Politik über eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes unterschiedliche Auffassungen, hieß es bei der BDA. Wenn über 750 000 Betriebe Anträge für ein Kurzarbeitergeld gestellt hätten, habe es folglich über 750 000 Einigungen zwischen Sozialpartnern gegeben. „Das dürfte auch der Politik bekannt sein. Im Fokus der Bemühungen muss doch stehen, den Kern des Sozialstaates leistungsfähig und dauerhaft finanzierbar zu halten.“

Das soziale Sicherungssystem habe in der letzten großen Krise nachhaltig und wirkungsvoll geholfen und seine große Bewährungsprobe erfolgreich bestanden, so die Arbeitgeber. „Es wirkt heute umso realitätsferner, mit generellen Leistungsausweitungen den Sozialstaat noch weiter ausbauen zu wollen, statt sich auf zielgerichtete Bekämpfung von Notfällen zu konzentrieren.“

Kritik an Bekämpfung der Corona-Krise der Gastwirte durch Senkung der Mehrwertsteuer

Update, 20. April, 13.15 Uhr: Der SPD-Co-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat sich zurückhaltend zu einer möglichen Mehrwertsteuersenkung für das von der Corona-Krise getroffene Gastgewerbe geäußert. „Eine befristete Absenkung der Mehrwertsteuer ist eine Variante“, sagte der SPD-Chef am Montag in einem Interview mit dem Radiosender Bayern 2. Gastgewerbe und Gastronomie gehörten mit Sicherheit zu den Branchen, die Hilfe benötigten. Über den genauen Weg gebe es noch Diskussionen, sagte er.

Der Gaststättenverband Dehoga hatte als Teil eines Rettungspakets eine Herabsetzung des Mehrwertsteuersatzes von 19 Prozent auf einheitlich sieben Prozent im Gastgewerbe vorgeschlagen. Er fordert dies schon seit Jahren. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich für die Forderung stark gemacht.

Corona-Krise: Finanzierung durch Einkommenssteuer von Höchstverdienenen

„Es geht darum, dass man nicht mit der Gießkanne versucht, die Wirtschaft jetzt anzukurbeln“, sagte Walter-Borjans. Vielmehr müssten Mittel nun punktuell richtig eingesetzt werden. Auch der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Rolf Mützenich, hatte bereits am Sonntagabend in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin zurückhaltend auf den Vorschlag reagiert.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk bekräftigte Walter-Borjans am Montag zudem die Forderung, Steuern für Menschen mit hohen Einkommen zur Finanzierung der Kosten in der Corona-Krise anzuheben. „Wenn wir das Prinzip „starke Schultern tragen mehr als schwache“ wieder zur Geltung bringen wollen, dann ist es sogar angezeigt, dass im oberen Bereich auch ein Stück mehr zu diesem Gemeinwesen beigetragen wird“, sagte der SPD-Politiker.

Corona-Krise beutelt die Gastronomie: Geteiltes Echo für Senkung der Mehrwertsteuer

Update, 19. April, 19.55 Uhr: Die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Mehrwertsteuersenkung für die von der Corona-Krise geplagte Gastronomie stößt auf verhaltene Reaktionen. SPD-Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich sagte am Sonntagabend in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin: „Das wird erstmal nicht der entscheidende Schlüssel sein.“ Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) habe aber angekündigt, dass es möglicherweise zu weiteren Hilfen für diesen Bereich komme.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte in der Sendung: „Wir sollten nicht zu viel in diesen Zeiten versprechen.“ Es gehe um aktuelle Hilfen, nicht um Erleichterungen in ferner Zukunft.

Mützenich regte - wie zuvor schon sein SPD-Parteifreund, Sozialminister Hubertus Heil - an, beim Kurzarbeitergeld nachzusteuern. „Natürlich sind das Milliarden(kosten), aber in den anderen Bereichen sind das auch Milliarden.“ Er warf der Union vor, das zu behindern: „Die Union bremst.“ Es gehe darum, für die nächsten Monate Planungssicherheit zu haben auch für jene, die durch Einkommensausfälle in finanzielle Nöten kämen. Andere Länder finanzierten die Kurzarbeit viel stärker.

Wirtschaft in der Corona-Krise: Autobranche schwer getroffen - Laschet fordert „Autogipfel“

Update, 19. April, 18.40 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert mehr staatliche Unterstützung für die von der Corona-Krise schwer getroffene Autobranche. „Unsere Automobilwirtschaft braucht schnell Perspektiven für Umsatz, Liquidität und Wachstum“, sagte Laschet dem Handelsblatt vom Montag. „Wir werden sehr bald über intelligente Impulse für Investitionen sprechen müssen.“ In diesem Zusammenhang fordert der Politiker einen baldigen Autogipfel.

Die in der vergangenen Woche beschlossene Öffnung der Autohäuser könne nur dann Wirkung entfalten, wenn nun auch die digitale Zulassung und schnelle Genehmigungen für den Bau von Ladesäulen folgen, sagte Laschet weiter. Laschet gilt als einer der größten Befürworter von schnellen Lockerungen - teils auch gegen Widerstände.

Die Folgen der Virus-Pandemie treffen die Autobranche hart. Die Hersteller stoppten in vielen Regionen die Produktion, die nun bald teilweise wieder hochgefahren werden soll. Zumindest aus China kamen jüngst Nachrichten, die Hoffnung machten. So hatte etwa Volkswagen zuletzt von deutliche Zeichen für eine Erholung des wichtigen Geschäfts in China gesprochen.

Allerdings ringen die deutschen Autobauer aktuell nicht nur mit der Corona-Krise, sondern auch mit dem Wandel hin zu Elektromobilität, der Milliarden verschlingt.

Deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise: Gastro-Branche gilt als größter Verlierer - „Am längsten leiden“

Update, 19. April, 14.10 Uhr: Besonders die Gastronomie in Deutschland ist durch die Corona-Krise schwer getroffen. Wie die Bild berichtet, droht jedem dritten Betrieb die Insolvenz - sofern es keine zusätzlichen Hilfen gibt. 70.000 Unternehmen könnte das Aus drohen. 

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft - vor allem Gastrobetriebe. „To Go“-Angebote reichen wohl nicht aus, um die Branche zu retten.

Laut der Bild sieht sich das Hotel- und Gastronomie-Gewerbe als einer der größten Verlierer der Corona-Krise in Deutschland.  „Wir mussten als Erstes schließen und werden wohl auch mit am längsten zu leiden haben“, so Ingrid Hartges, die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). 

Söder äußert sich zu Corona-Maßnahmen - und versetzt deutsche Autobranche in helle Aufregung

Update von 17.31 Uhr: Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) hat eine baldige Anhebung des Kurzarbeitergeldes in Aussicht gestellt. Nicht nur für Geringverdiener, auch für Facharbeiter bedeute Kurzarbeit einen erheblichen Einbruch, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Deswegen suchen wir in der Regierung und mit den Sozialpartnern intensiv nach einer Lösung“, fuhr er fort.

Corona-Maßnahmen: Söder dämpft Erwartungen und stellt weitere Hilfen in Aussicht

Update vom 18. April: Angesichts der Forderungen nach weiteren Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen hat Markus Söder (CSU) ein weiteres Mal vor überzogenen Erwartungen und einer vorschnellen Rückkehr zum gewohnten Alltag gewarnt. Trotz einer Stabilisierung der Infektionszahlen bewege man sich immer noch auf einem schmalen Grat. „Solange es keinen Corona-Impfstoff und kein Medikament gibt, müssen wir die Beschränkungen fortsetzen und für eine kontrollierte Entwicklung sorgen“, sagte Bayerns Ministerpräsident der Passauer Neuen Presse.

Corona: Söder will deutsche Wirtschaft mit Konjunkturprogramm antreiben

Der Unionspolitiker äußerte Verständnis für Klagen aus der Wirtschaft, die bisherigen Lockerungen gingen nicht weit genug. Bund und Länder leisteten jedoch für die Wirtschaft mehr als jedes andere Land der Welt. Gleichzeitig warb Markus Söder für „eine große Innovationsprämie für den Autokauf“, um die Konjunktur anzutreiben: Es müssten Anreize zum Kauf klimafreundlicher Automobile geschaffen werden. „Zudem muss es weitere Steuersenkungen geben, um in der zweiten Jahreshälfte wieder durchstarten zu können.“ Diese Äußerung kommt just wenige Tage nach einem Treffen mit BMW-Vorstandschef Oliver Zipse.

Zu den Aussichten für Gastronomie und Hotels sagte Söder, mit etwas Glück könnte es bereits zu Pfingsten eine bessere Perspektive für die Branche geben. „Zudem wollen wir beim Bund erreichen, dass die Mehrwertsteuer für den Bereich Hotels und Gastronomie auf sieben Prozent gesenkt werden soll.“

Dass die Arbeitslosigkeit trotz Kurzarbeitergeld ansteigen könnte, befürchten Wirtschaftsexperten.

Merkels Corona-Maßnahmen stoßen auf Zorn - Steak-Kette wettert über „Panikmache“

München/Hamburg - Auch wenn in Bälde weitere Läden öffnen dürfen: Die Coronavirus-Krise trifft die deutsche Wirtschaft extrem hart. Mittlerweile wächst an einigen Stellen auch deutlich vernehmbarer Unmut. Die deutsche Reisebranche bleibt unterdessen skeptisch mit Blick auf den kommenden Sommer*.

Zuletzt waren es die Grenzen der wirtschaftlichen Lockerungen der Bundesregierung, die Wirtschaftsvertreter auf die Palme trieben. Die Kaufhaus-Kette Galeria Karstadt Kaufhof will sogar gegen die in weiten Deutschlands gültige Obergrenze von 800 Quadratmeter klagen.

Andere Wirtschaftstreibende haben noch grundlegendere Vorbehalte - trotz umfangreicher Hilfen und Kurzarbeitergeld*: Der Hamburger Unternehmer Eugen Block hat die Bundesregierung nun massiv für ihre Corona-Politik kritisiert. „Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht“, sagte er dem Nachrichtenmagazin Spiegel

„Ich warte immer noch auf den seit langem angekündigten Corona-Peak. Noch immer stehen die Krankenhäuser halb leer“, monierte der 79-jährige Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Restaurantkette Block House. „Mit den entstehenden Kosten hätte Herr Spahn seine Intensivabteilungen verdoppeln können. Nein, er muss das ganze Volk wegsperren und das Leben auf den Kopf stellen.“

Block-House-Gründer wirft Regierung Panikmache vor

Coronavirus trifft Wirtschaft: „Block House“-Chef empört - böse Briefe an Minister

Bereits im März habe er Briefe verschickt, an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Robert Koch-Institut. „Ich habe klargemacht, dass das totale Einstellen des öffentlichen Lebens zum wirtschaftlichen Niedergang führt.“ Dem Finanzminister habe er geschrieben, wie viel er in diesem Jahr bereits verloren habe, so Block - und er werde versuchen, sich das entgangene Geld von der Regierung zurückzuholen.

Block sagte, er selbst habe keine Angst vor dem Coronavirus, obwohl er mit seinen 79 Jahren zur Risikogruppe* gehöre: „Fangen Sie nicht auch noch an mit der Panikmache! Dann sterbe ich eben drei Tage früher, na und? Ich habe Gottvertrauen. Ich gehe danach zum liebenden Gott.“ Stephan von Bülow, Geschäftsführer der Block-Gruppe, sieht die Lage aber anders. „In dieser Krise muss jeder seinen Beitrag leisten“, sagte er dem Spiegel zufolge.

Wirtschaft spürt Folgen der Corona-Krise: „Reisesommer wird anders sein“

Auf eine baldige Rückkehr zur Normalität will man im Reisegeschäft unterdessen nicht hoffen. Dort geht man davon aus, dass Sommerurlaube wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst nur in Deutschland stattfinden werden. "Dieser Reisesommer wird sicher anders sein als in den Jahren zuvor", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, dem Tagesspiegel

Eine Lockerung der Reisebeschränkungen werde schrittweise und mit Bedacht erfolgen - dergestalt hatte sich am Freitag auch Außenminister Heiko Maas geäußert. Urlaubsreisen würden daher zunächst nur in bestimmten Regionen Deutschlands möglich sein.

"Auch in einigen europäischen Ländern, die die Corona-Pandemie gut gemeistert haben, wird es in einem zweiten Schritt wahrscheinlich möglich sein, Reisen unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen zu unternehmen", sagte Fiebig der Zeitung weiter.

Coronavirus und die Reise-Wirtschaft: TUI rechnet mit Deutschland- und Europareisen im Sommer

Auch TUI, Europas größter Reiseveranstalter, erwartet im Sommer als erstes Reisen innerhalb Deutschlands und in europäische Länder. "Wann welche Ziele bereist werden können, hängt zum einen von der Entscheidung der Bundesregierung ab und zum anderen von den einzelnen Urlaubsländern", sagte eine TUI-Sprecherin der Zeitung. "Sobald ein Urlaubsland grünes Licht gibt, sind wir in der Lage, Reisen dorthin anzubieten".

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt auf mögliche Reisen innerhalb Deutschlands verwiesen - Schleswig-Holstein befasst sich bereits mit dem Plan einer schrittweisen touristischen Öffnung. Kaum Anklang fand am Freitag eine von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) angestoßene Debatte über einen Verzicht auf Sommerferien.

Die Buchungen für Kreuzfahrtreisen im Jahr 2021 steigen unterdessen bereits jetzt stark an, wie Merkur.de* berichtet. Bayern führt als drittes Bundesland eine Maskenpflicht ein - wir erklären die Hintergründe.

Die Corona-Krise reißt das größte Steuerloch in der Geschichte der Bundesrepublik. Ein Immobilienverband sieht deswegen eine gigantische Krise erst noch kommen.

dpa/AFP/fn

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Rubriklistenbild: © dpa / Michael Kappeler

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