Automobilindustrie

BMW und Audi für 2021 vorsichtig optimistisch

BMW-Emblem
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BMW bleibt bei seiner Jahresprognose: mehr Verkäufe, eine Ebit-Marge von annähernd 8 Prozent und deutlich mehr Gewinn vor Steuern.

Nach einem starken Start ins Jahr könnten die deutschen Autobauer die Sektkorken knallen lassen: Die Erholung kommt voran. Aber fehlende Halbleiter und steigende Rohstoffpreise dämpfen die Stimmung.

München (dpa) - Die Autobauer BMW und Audi haben Verkäufe, Umsatz und Gewinn im ersten Quartal kräftig gesteigert, bleiben aber mit Blick auf die Corona-Pandemie und Lieferengpässe bei Halbleitern für das Gesamtjahr vorsichtig.

Im Gegensatz zu Volkswagen und Mercedes-Benz ließen sie ihre Jahresprognosen am Freitag unverändert. BMW-Chef Oliver Zipse sagte in München: „Momentan geht es ziemlich drunter und drüber. Zum Glück in den meisten Märkten drüber.“

BMW machte im ersten Quartal 2,83 Milliarden Euro Gewinn, nach 574 Millionen im von der Pandemie geprägten Vorjahresquartal. Vor allem in China, aber auch in Europa und den USA konnten die Münchner mehr Autos verkaufen: Der weltweite Absatz stieg um ein Drittel, und die Autobauer mussten weniger Rabatte geben - „ein wichtiger Treiber für das gute Konzernergebnis“, erklärte Finanzvorstand Nicolas Peter. Auch Leasingautos brachten auf dem Gebrauchtwagenmarkt wieder mehr Geld. Außerdem griffen die Sparprogramme. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Zum ersten Mal seit zehn Quartalen sei die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 9,8 Prozent vom Umsatz wieder im Zielkorridor, sagte Zipse.

Obwohl auch der April gut gelaufen sei und „wir erwarten, dass wir ein gutes zweites Quartal sehen werden“, blieb BMW aber bei seiner Jahresprognose: mehr Verkäufe, eine Ebit-Marge von annähernd 8 Prozent und deutlich mehr Gewinn vor Steuern. Denn fehlende Halbleiter, teurere Rohstoffe und die Corona-Krise ließen „eine volatilere zweite Jahreshälfte erwarten“, sagte Peter.

Bei den Halbleiter-Engpässen könne auch BMW nicht davon ausgehen, ganz ungeschoren davonzukommen, sagte Zipse. Es werde „die ein oder andere Anpassung geben“. Zwar hatte BMW bisher weniger Produktionsausfälle als die Konkurrenz. Aber „unsere gesamte Mannschaft im Einkauf ist permanent damit beschäftigt, diese kritische Situation zu bewältigen, dass wir auch geliefert bekommen, was wir rechtzeitig bestellt haben“, sagte Peter.

Die Krise wird sich laut Zipse noch ein bis zwei Jahre hinziehen. BMW werde jedoch weder die Just-in-time-Belieferung aufgeben und Vorräte horten noch selbst in die Chipproduktion einsteigen, denn das sei kein sehr langfristiges Thema.

Ein langfristiges Thema dagegen sei: „Rohstoffe werden teurer.“ Finanzchef Peter erwartet hier stärkere Belastungen in der zweiten Jahreshälfte, etwa bei Stahl, Rhodium und Palladium. Im Gesamtjahr könnte das BMW zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro kosten.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen rund 100.000 vollelektrische Autos und 200.000 Plug-in-Hybride verkaufen. Die CO2-Grenzwerte der EU werde BMW in diesem Jahr noch deutlicher unterschreiten als im vergangenen Jahr, kündigte Zipse an. In China und in den USA müsse der Konzern in geringem Umfang CO2-Zertifikate kaufen, aber Ende des kommenden Jahres werde man die Anforderungen aus eigener Kraft erfüllen.

Auch bei Audi in Ingolstadt schaut man vorsichtig optimistisch auf die kommenden Monate. Im ersten Quartal verkaufte die VW-Tochter weltweit 463.000 Autos - davon 207.000 oder 45 Prozent in China. Der Umsatz stieg auf 14,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis - ohne die Zahlen des Gemeinschaftswerks in China - kletterte von einer schwarzen Null im Vorjahreszeitraum auf 1,4 Milliarden Euro. Mit dem im Finanzergebnis verbuchten Gewinn des China-Geschäfts kam Audi so auf einen Quartalsgewinn von 1,7 Milliarden Euro vor Steuern. Nach Steuern blieben 1,47 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal erwirtschaftete Audi eine Umsatzrendite von 10 Prozent. Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen aber weiter zwischen 7 und 9 Prozent an. Wegen fehlender Chipteile ruckelt die Audi-Produktion im In- und Ausland. Immer wieder muss das Unternehmen Schichten streichen und Kurzarbeit fahren.

© dpa-infocom, dpa:210507-99-508612/5

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