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BMW: Massive Lieferprobleme wegen Chipmangel – Kunde erlebt böse Überraschung

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Von: Lisa Mayerhofer

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BMW-Logo: Ein BMW-Kunde hat erst bei der Übergabe des Neuwagens erfahren, dass sein Auto nicht die bestellte Ausstattung hat.
Ein BMW-Kunde hat erst bei der Übergabe des Neuwagens erfahren, dass sein Auto nicht die bestellte Ausstattung hat. © Sina Schuldt/dpa

Die Autobauer leiden unter dem grassierenden Chipmangel. Das bekommen auch immer mehr Kunden zu spüren. Jetzt hat ein BMW-Käufer eine böse Überraschung erlebt - bei der Übergabe.

München - Der Chipmangel hat die Autobranche voll im Griff. Durch den Ukraine-Krieg sind noch Lieferkettenprobleme dazugekommen. Wer einen Neuwagen bestellt, muss sich also auf lange Wartezeiten einstellen. Doch auch Kunden, die im vergangenen Jahr ein neues Auto erstanden haben, werden mit den Auswirkungen des Chipmangels konfrontiert.

Neuer BMW ohne Touchscreen - keine Vorwarnung für Kunden

So sah sich der Münchner Autobauer BMW* schon im vergangenen November gezwungen, bei einigen Modellen den Touchscreen durch einen herkömmlichen Bildschirm ohne Touch-Funktion zu ersetzen. Das berichtete unter anderem Auto Motor und Sport. In Europa und den USA sind die Modelle 3er Limousine, 4er Coupé, Cabrio und Gran Coupé (ausgenommen i4), Z4, X5, X6 sowie X7 betroffen. Kunden, deren Auto nicht wie gewünscht geliefert werden könne, würden von den BMW-Händlern informiert werden.

Das ist in einem Fall wohl nicht geschehen: Das Technik-Portal Golem berichtet von dem Kunden Harald S. aus dem nordrhein-westfälischen Düren, der sich vergangenen November einen BMW Z4 M40i bestellt hatte und bei der Abholung des Wagens eine Enttäuschung erlebte.

Der Händler erklärte dem Käufer bei der Übergabe, dass der BMW nicht über den eigentlich mitbestellten Touchscreen verfüge. Auch der sogenannte Rückfahrassistent funktioniere laut dem Bericht nicht. Der Kunde erhielt eine Gutschrift von über 500 Euro brutto, hätte aber rückblickend lieber mit der Bestellung gewartet.

BMW teilte Golem mit, dass es eine Nachrüstlösung der betroffenen Autos „auf Nachfrage“ geben werde, legte sich aber nicht auf einen Zeitpunkt fest. Das Technik-Portal drückte darüber Verwunderung aus - denn Touchscreens sind für BMW-Neuwagen nun wieder verfügbar.

BMW: Gewinnrekord trotz Lieferproblemen

Offenbar haben die Chip- und Lieferprobleme den Gewinn von BMW im vergangenen Jahr nicht verschlechtert. Der Autobauer konnte ihn sogar verdreifachen. Unter dem Strich standen 12,5 Milliarden Euro, ein neuer Rekord und 223 Prozent mehr als im Jahr 2020. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 111,2 Milliarden Euro, der Absatz um 8,4 Prozent. Der Anteil „umsatzstarker Fahrzeuge“ habe zugenommen, erklärte BMW im März.

BMW sparte Kosten „in hoher dreistelliger Millionenhöhe“ ein, etwa durch den im Vorjahresvergleich geringeren Personalstand sowie eine „Modernisierung“ der Altersvorsorge. Mehr gab der Autokonzern für Rohstoffe und auch für Forschung und Entwicklung aus.

Auf die Folgen des Ukraine-Kriegs ging der Konzern in seiner Bilanzmeldung nicht ein. Wegen des Kriegs sind bereits Zulieferungen für Autokonzerne aus der Ukraine unterbrochen. Bei BMW fehlen Kabelbäume eines Betriebs aus der Ukraine; im Werk im bayerischen Dingolfing stand die Produktion still, die aber diese Woche wieder anlaufen soll. Mit Material der AFP *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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