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Nach plötzlichem Absacken des Bitcoin-Kurses: Kryptowährungen stabilisieren sich - doch Unruhe bleibt

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Zwei Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch.
Bitcoin ist der Dinosaurier unter den Kryptowährungen. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Am Samstag war der Kurs von Bitcoin in kurzer Zeit um rund ein Fünftel eingebrochen. Am Sonntag stabilisierten sich die Werte zwar, doch die Anspannung bleibt.

Frankfurt/New York City - Die Nervosität auf den Finanzmärkten hatte am Wochenende deutliche Folgen für Kryptowährungen: Nach dem Kursrutsch am Samstagmorgen haben sie sich am Sonntag weiter stabilisiert. Allerdings bleibt die Anspannung der Anleger insgesamt mit Blick auf das Coronavirus, den Problemen des verschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande sowie einer wohl bald etwas weniger großzügigen Geldpolitik der US-Notenbank Fed hoch. Zudem steht in der neuen Woche eine wichtige Anhörung von Managern von Kryptounternehmen im US-Repräsentantenhaus* an.

Bitcoin: Kurs fällt Samstagfrüh in weniger als einer Stunde um rund ein Fünftel

Am Sonntagvormittag kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp um die 49.500 Dollar und damit etwa so viel wie am Samstagabend. Am frühen Samstag war der Kurs der größten und bekanntesten Digitalwährung in weniger als einer Stunde um rund ein Fünftel auf knapp 42.000 Dollar eingebrochen. Ether, nach dem Bitcoin die zweitgrößte Digitalwährung, zeigte einen ähnlichen Kursverlauf.

Ein genauer Grund für das plötzliche Absacken des Bitcoin-Kurses war Experten zufolge nicht direkt ersichtlich. Einer verwies auf die gerade am Wochenende - in dann weniger liquiden Märkten - teils größeren Schwankungen bei Kryptogeld. Stoßen dann einzelne Investoren größere Positionen ab, kann das auf den Kurs drücken.

Hinzukommt eine angespannte Stimmung auf den Finanzmärkten. Gründe sind die Ungewissheit über die Folgen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus* sowie die Erwartung, dass die Fed - gezwungen durch die gestiegene Inflation - ihre in der Corona-Krise zur Konjunkturstützung aufgelegten Anleihenkäufe schneller zurückfahren dürfte als erwartet.

Kryptowährungen: Anleger nervös - aus mehreren Gründen

Zusätzlich auf die Stimmung drückte am Wochenende eine Warnung des Immobilienriesen Evergrande vor möglichen Zahlungsschwierigkeiten. Der Konzern steckt seit Monaten in der Krise und gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Es muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihengläubiger bezahlen zu können. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine Ansteckungsgefahr für Chinas* Wirtschaft und darüber hinaus befürchten.

Vor diesem Hintergrund könnten auch die Aktienmärkte* weiter unter Druck geraten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex Dax und den US-Leitindex Dow Jones am Sonntag unter ihren Schlussständen vom Freitag. In der neuen Woche richten sich die Blicke der Krypto-Anleger auch auf eine Anhörung der Chefs von Unternehmen aus dem Bereich, etwa des Handelsplatzes Coinbase, vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Sie steht am Mittwoch auf der Agenda.

US-Regulierung könnte Einfluss auf Kurse von Kryptowährungen haben

Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung von Bitcoin und anderen Währungen könnte zumindest kurzzeitig auf der Branche lasten, erklärte Analyst Timo Emden von Emden Research. Gerade eine Regulierung in den USA könnte einen deutlichen Einfluss auf die Kurse haben. Allerdings: Auch wenn eine härtere Gangart zunächst wohl negativ wäre, sei die notwendig, damit Kryptowährungen als seriöse Anlageklasse reifen könnten. Und das wäre am Ende positiv. (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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