Datenschutz

WhatsApp: Sind meine Daten sicher? Mit diesen Einstellungen persönliche Informationen besser schützen

WhatsApp-Update verärgert viele Nutzer, weil die Datenschutz-Regelungen geändert werden. Mit ein paar Einstellungen sind Ihre Daten schon sicherer.

  • Viele WhatsApp-Nutzer sind verärgert: Der Dienst will bald Daten an Facebook weitergeben.
  • WhatsApp* war in Sachen Datenschutz noch nie sehr vorbildlich.
  • Mit ein paar Handgriffen in den Einstellungen können Sie aber den Schutz Ihrer Daten verbessern.

Kassel - Der Messenger-Dienst WhatsApp ist auch in Deutschland weit verbreitet: Fast 70 Prozent der Deutschen nutzen ihn laut dem Portal MessengerPeople (Stand: November 2019), er hat die SMS* abgelöst. Ein paar weniger dürften es werden oder schon geworden sein, seit WhatsApp ein Update angekündigt hat, dem Nutzerinnen und Nutzer zustimmen müssen, wenn sie den Dienst weiter nutzen wollen.

Das Update bringt eine Regelung mit sich, die viele verärgert: Daten sollen an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben werden. Was viele befürchtet hatten, seit Facebook den Dienst aufgekauft* hatte, soll nun Realität werden.

Auch wenn Nutzer in Europa das Update nicht tangieren wird, wie WhatsApps Public Policy Director für den Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika, Niamh Sweeney, auf Twitter mitteilte, ist es dennoch sinnvoll, die eigenen Daten zu schützen. Mit einigen Einstellungen sind die Daten laut dem Technikmagazin chip.de sicherer.

Datenschutz bei WhatsApp: Wie kann ich meine Daten schützen?

Zunächst sollten Nutzer laut chip.de aufpassen, mit wem sie welche Informationen teilen. So kann in den Einstellungen von WhatsApp (Account -> Datenschutz) festgelegt werden, wer sehen kann, wann man zuletzt online war. Dort kann man zwischen „Jeder“, „Meine Kontakte“ und „Niemand“ wählen. Letzteres ist am restriktivsten.

Wer WhatsApp nutzt, kann mit ein paar Einstellungen die eigenen Daten besser schützen. (Symbolbild)

Ebenfalls kann man dort die Sichtbarkeit des Profilbildes*, der Info und des Status* einstellen. Auch, wer einen zu Gruppen hinzufügen kann, wird dort bestimmt. Wenn man das niemandem erlauben möchte, wählt man „Meine Kontakte außer...“ aus und dann rechts unten „Alle auswählen“. Für alle Einstellungen gilt: Je mehr Menschen Informationen sehen können, desto unsicherer sind die Daten.

Unter „Datenschutz“ lassen sich auch Lesebestätigungen ein- oder ausschalten. Sicherer ist es, sie auszuschalten, jedoch ist dann umgekehrt auch nicht mehr ersichtlich, wer die eigenen Nachrichten gelesen hat. Für das Teilen des Live-Standorts* kann angegeben werden, mit welchen Chats man ihn teilen möchte - oder eben mit keinem. Als zusätzlichen Schutz kann man eine Bildschirmsperre für WhatsApp einrichten, durch die die App nur durch Eingabe des Passcodes oder je nach Gerät mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung geöffnet werden kann.

WhatsApp: Backups in der Cloud gefährden den Datenschutz

Vorsicht ist bei Backups geboten: Unter Einstellungen -> Chats -> Chat-Backup können die Nutzer festlegen, dass die Gespräche in einer Cloud, etwa von Apple oder Google, abgelegt werden sollen. Allerdings greift dann laut chip.de die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp nicht mehr. Die Daten wanderten unverschlüsselt in die Cloud und würden erst dort neu verschlüsselt.

Relativ neu ist eine Funktion, die automatisch Nachrichten nach sieben Tagen aus dem Chat löscht. Die Funktion muss man bei jedem WhatsApp-Chat einzeln einstellen, indem man im Chat auf die Kontaktinfo des Gegenübers geht und „Selbstlöschende Nachrichten“ einschaltet. Jedoch gilt zu bedenken: Auch wenn die Nachrichten nach einer Woche verschwinden, können diese von der anderen Person dennoch exportiert oder durch Screenshots gesichert werden.

Regelmäßige Updates schützen vor Sicherheitslücken bei WhatsApp

Generell ist es sinnvoll, die Version von WhatsApp durch Updates immer aktuell zu halten. Denn mit ihnen werden oftmals auch Sicherheitslücken behoben. Sowohl bei iOS als auch bei Android lässt sich in den Einstellungen des Geräts eine komfortable Update-Automatik einrichten. Weiterhin findet sich bei WhatsApp unter Einstellungen -> Account -> Sicherheit der Punkt „Sicherheitsmitteilungen anzeigen“.

WhatsAppInstant-Messaging-Dienst
Erscheinungsjahr2009
EigentümerFacebook Inc.
Ursprüngliche GründerBrian Acton, Jan Koum

Aktiviert man diese Funktion, wird man informiert, wenn Kontakte WhatsApp neu installiert oder die Rufnummer gewechselt haben - damit ändert sich die Verschlüsselung. So kann man auch auf Fälle aufmerksam werden, in denen etwa Unbefugte das Konto des jeweiligen Kontakts übernommen haben: Sicher geht man, indem man den Kontakt auf einem anderen Weg fragt, ob tatsächlich ein neues Handy oder eine neue Nummer in Betrieb ist.

WhatsApp: Auf Nummer sicher gehen bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Wirklich sichergehen, dass der Chat mit einer Person Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist, lässt sich mit einem QR-Code. Die Funktion samt Code verbirgt sich in der Kontaktinfo der Chatpartner unter „Verschlüsselung“. Trifft man sich - sofern Corona es zulässt - persönlich mit dem Kontakt, kann der QR-Code vom anderen Handy abgescannt werden. Das eigene WhatsApp-Konto lässt sich zu guter Letzt mit einer PIN schützen: Unter Einstellungen -> Account -> Verifizierung in zwei Schritten können Nutzer einen sechsstelligen Code auswählen, den sie ab und an zur Verifizierung bei WhatsApp eingeben müssen.

Auch wenn WhatsApp trotz der neuen Veränderungen im Datenschutz in Europa die Daten nicht an Facebook weitergeben will, ist weithin bekannt, dass der Konzern Nutzerdaten für sich nutzt. Wer das umgehen will und wem die genannten Sicherheitsvorkehrungen nicht genügen, der wird wohl oder übel auf WhatsApp verzichten und sich einen neuen Messenger aussuchen müssen, etwa Signal oder Threema. Und läuft Gefahr, dass er oder sie dort eine Vielzahl der eigenen Kontakte und Gruppen nicht erreicht, weil nicht alle Nutzer wechseln werden. (Ines Alberti) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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