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Großer Chips-Rückruf: 20 Sorten betroffen – Vergiftung droht

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Von: Tobias Utz

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Wer aktuell zu Chips greifen möchte, muss aufpassen: Es laufen etliche Rückrufe. 20 Sorten sind bereits betroffen, Hersteller warnen vor Vergiftung.

Kassel/Berlin – Ob Paprika, Salt & Vinegar oder gesalzen – Chips sind ein beliebter Snack. In Supermarktketten wie Aldi, Edeka, Lidl & Co. stehen Verbraucherinnen und Verbraucher zahlreiche Produkte zur Auswahl, die Regale sind voll davon. Kehrseite der vermeintlichen Vielfalt können allerdings Rückrufe sein, da zahlreiche Chips-Produkte von großen Konzernen hergestellt werden: So auch im Fall einer aktuellen Rückrufaktion. Der Rückruf wurde am Freitag (29. Juli) erneut ausgeweitet.

Grund für den XXL-Rückruf ist der massenhafte Fund von pflanzlichen Inhaltsstoffen, die beispielsweise zu Vergiftungssymptomen führen können. Dabei handelt es sich um sogenannte „Tropanalkaloide“. „Tropanalkaloide sind eine Gruppe von natürlichen Pflanzeninhaltsstoffen. Sie kommen in bestimmten Ackerunkräutern aus der Familie der Nachtschattengewächse wie dem Gemeinen Stechapfel [...], dem Schwarzen Bilsenkraut [...] und der Tollkirsche [...] vor“, erklärte das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit diesbezüglich.

Chemische VerbindungTropanalkaloide
DefinitionNatürliche Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen wie Bilsenkraut, Stechapfel oder Tollkirsche
Gesundheitliche FolgeerscheinungenVergiftungserscheinungen (Benommenheit, Sehstörungen, Trockenheit der Schleimhäute, Übelkeit, Kreislaufprobleme)

Chips im Rückruf: Insgesamt 20 Sorten betroffen

Folgende Produkte sind aktuell vom XXL-Chips-Rückruf betroffen:

Chips-Rückruf: Zahlreiche Produkte betroffen – Warnung vor Verzehr

Durch den Verzehr der verunreinigten Chips können gesundheitliche Beschwerden auftreten. Insbesondere die bereits erwähnten Vergiftungserscheinungen sind Teil davon. Beispiele der Erscheinungen sind Störungen des Sehsinns, Benommenheit, Kreislaufschwäche und teils extreme Trockenheit der Schleimhäute. Eine allgemeine Schwächung des Organismus inklusive des Immunsystems macht den Körper anfällig für weitere Beschwerden.

Derzeit werden mehrere Chips-Produkte zurückgerufen - es besteht Vergiftungsgefahr. (Symbolfoto)
Derzeit werden mehrere Chips-Produkte zurückgerufen - es besteht Vergiftungsgefahr. (Symbolfoto) © YAY Images/Imago

Die vom Rückruf betroffenen Chips wurden unter anderem in Supermarktfilialen von Rossmann und Alnatura verkauft. „Die entsprechenden Produkte wurden bereits aus dem Verkauf genommen“, teilte beispielsweise Alnatura mit. Auch Rossmann äußerte sich bereits zum Rückruf.

Wer die vom Rückruf betroffenen Chips-Sorten gekauft hat, sollte diese vorsichtshalber nicht mehr essen. Kundinnen und Kunden können die Produkte mit den genannten Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) in der jeweiligen Supermarktfiliale zurückgeben. Dort erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher einen Ersatz für die zurückgebrachten Chips.

Chips-Rückruf: Kunden können Produkte im Supermarkt zurückgeben

„Kundinnen und Kunden werden gebeten, die Produkte, unabhängig vom Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) nicht mehr zu verzehren und in den Verkaufsstellen zurückzugeben“, empfiehlt das Branchenportal produktwarnung.eu. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat entsprechende Warnungen veröffentlicht.

Weitere Produkte werden derzeit zurückgerufen: Erst vor wenigen Tagen wurde ein Gemüse-Rückruf veröffentlicht. (tu)

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