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Preiserhöhung und Sortiment-Anpassung: Krieg in der Ukraine wirkt sich auf das Einkaufen aus

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Von: Momir Takac

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Die Gas- und Energiepreise waren schon vor Beginn des Ukraine-Kriegs hoch. Jetzt dürfte es nochmal teurer werden - auch an der Supermarkt-Kasse.

München - Als der russische Präsident Wladimir Putin vor einer Woche den Krieg gegen die Ukraine befahl, schockierte dessen Skrupellosigkeit. Jetzt könnte der nächste Schock folgen - für die Verbraucher bei den Preisen.

Bereits seit geraumer Zeit wird die Inflation durch hohe Gas- und Energiepreise nach oben getrieben, jetzt rechnet der Handel damit, dass sich die Folgen des Ukraine-Kriegs auch an der Kasse im Supermarkt bemerkbar machen.

Handelsverband rechnet wegen Ukraine-Krieg mit höheren Preisen im Supermarkt

Laut dem Handelsverband Deutschland könnte wegen des seit fast einer Woche andauernden Ukraine-Kriegs der Anstieg der Energiepreise nochmals beschleunigt werden. „Dieser würde die Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette über Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe bis hin zum Handel treffen und letztlich auch auf höhere Verbraucherpreise durchschlagen“, teilte der Handelsverband auf dpa-Anfrage mit.

Dass sich wegen des Konflikts die Produktpalette verknappen könnte, glaubt der Handelsverband nicht. „Auf dem deutschen Einzelhandelsmarkt haben Produkte aus Russland nur eine geringe Bedeutung“, hieß es.

Netto boykottiert in Russland hergestellte Waren und Lebensmittel

Doch einige Supermärkte und Discounter kündigten bereits einen Boykott russischer Waren und Lebensmittel an. Netto etwa verbannt wegen des Kriegs alle Produkte aus den Regalen, die in Russland hergestellt werden. Die Supermarktkette hat vor allem im Norden und Osten Deutschlands Filialen und ist nicht mit dem Discounter Netto zu verwechseln.

Edeka erwägt ebenfalls, russische Waren zu verbannen. Das Unternehmen schrieb in einer Antwort auf eine Anfrage von Focus Online, dass man prüfe, „ob und in welchem Umfang Produkte aus Russland oder von Unternehmen, die in Händen russischer Oligarchen sind“, Edeka im Sortiment hat. Ohnehin führe die Edeka-Zentrale seit längerer Zeit keine aktiven Geschäftsbeziehungen zu Herstellern mit Sitz in Russland.

Aldi und Rewe verkaufen künftig keine Produkte aus Russland mehr

Entschlossen ist die Rewe Group. Der Handelskonzern listet in Russland produzierte Lebensmittel „fortan bei Rewe und Penny auf zentraler Ebene“ aus, schreibt Focus Online. Es würden lediglich noch vorhandene Bestände aufgebraucht oder Tafeln zur Verfügung gestellt.

Bei den Discountern Aldi Süd und Nord suchen Kunden künftig Wodka vergebens. „Wir haben entschieden, den Artikel auf unbestimmte Zeit auszulisten“, schrieb Aldi Süd über den einzigen Sortiments-Artikel aus Russland. (mt) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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