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Maskenpflicht im Supermarkt aufgehoben: So kann man sich jetzt noch schützen

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Von: Lukas Zigo

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Die Corona-Maskenpflicht war stetigster Begleiter in der Pandemie. Nun fällt sie vielerorts. Wie man sich bei Aldi, Lidl und Co dennoch schützen kann.

Berlin– Knapp zwei Jahre gab es sie – jetzt ist sie in weiten Teilen Deutschlands Geschichte – die Maskenpflicht im Einzelhandel. Aldi*, Lidl*, Rewe*, Edeka* und andere Geschäfte öffneten am Montag (04.04.2022) ihre Türen und durften vielerorts erstmals seit dem Frühjahr 2020 wieder Kundinnen und Kunden hereinlassen, die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die entsprechenden Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder gelockert.

In Berlin war die Maskenpflicht bereits am Freitag (01.04.2022) gefallen, am Sonntag dann in den meisten anderen Bundesländern – dort war der Einkauf in Geschäften mit Sonntagsöffnung bereits am Wochenende ohne Maske möglich gewesen, etwa an Bahnhöfen. In Hot-Spot-Gebieten hingegen, gelten Maskenpflicht, Abstandsregeln und Zulassungsbeschränkungen nach wie vor.

Bald ohne Corona-Maske beim Einkauf? Eine FFP2-Maske hängt im Einkaufswagen.
Bald ohne Corona-Maske beim Einkauf? Eine FFP2-Maske hängt im Einkaufswagen. © IMAGO/Rolf Poss

Corona-Maßnahmen bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka: Wo bleibt die Maskenpflicht erhalten?

Mehrere Bundesländer reichten einen Antrag zur Verlängerung der bestehenden Corona-Regeln ein, dieser wurde mehrheitlich abgelehnt. Kunden großer Handelsketten müssen dort nun keine Maske mehr tragen, etwa bei Rewe, Lidl, Aldi und Edeka, beim Möbelhändler Ikea, beim Buchhändler Thalia oder den Textilketten H&M und Primark. Den Beschäftigten und Kunden wird mitunter aber empfohlen, weiterhin zur Maske zu greifen.

Bundesweite Corona-Regeln sind nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach* (SPD) „rechtlich nicht mehr möglich“. Angesichts der hohen Infektionszahlen und der Omikron*-Variante haben sich einige Bundesländer, unter anderem auch Mecklenburg-Vorpommern, dazu entschlossen, die bisherigen Corona-Maßnahmen erneut um einen Monat zu verlängern und die Maskenpflicht unter anderem im Supermarkt beizubehalten. Viele Bundesländer haben noch keine feste Regelung für die kommenden Wochen gefunden.

Maskenpflicht bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. – was gilt in welchem Supermarkt?

Edekakeine Maskenpflicht in Eigenregie
Reweebenfalls nur Maskenpflicht in Hotspots
Aldi SüdMaskenpflicht läuft aus
Kaufland und LidlMaskenpflicht nur in Bundesländern mit staatlicher Vorgabe
GlobusMaskenpflicht fällt weg
dm und Rossmannvoraussichtlich keine Maskenpflicht durch Hausrecht

Corona-Maßnahmen: Warum die FFP2-Maske weiter wichtig ist

Diese Eigenverantwortung hält Gholamhossein Bagheri, Forscher am Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) in Göttingen, für ungemein wichtig. Eine Studie des Instituts von Dezember 2021* zeigt die Gründe für ein Tragen der Maske auf. Die Studie zeigt deutlich: Eine gut sitzende FFP2-Maske schützt 75 Mal besser vor einer Corona-Infektion als eine gut sitzende medizinische Maske – aber auch die reduzieren das Ansteckungsrisiko im Vergleich zu einer Situation ohne Maske deutlich. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen in der Pandemie eine Maske tragen“, erklärte der an der Studie beteiligte Bagheri nach der Veröffentlichung.

Ein weiterer Punkt, der für das weitere Tragen der Masken spricht, ist laut der Virologin Isabella Eckerle die Viruslast. Sie betonte auf Twitter: „Auch wenn man sich mit Maske infiziert, so ist doch von einer geringeren Infektionsdosis auszugehen und damit wahrscheinlich geringere Krankheitsschwere.“ Auch Lauterbach stimmte dem zu und sagte seinerseits, wer sich trotz Maske infiziere, könne mit einem „relativ leichten Verlauf rechnen“.

Corona-Maßnahmen: Karl Lauterbach (SPD) wirbt für Maskentragen

Trotz des Wegfalls der meisten Corona-Beschränkungen empfiehlt Lauterbach weiter Masken in Innenräumen zu tragen. Er werde dies etwa beim Einkaufen tun, „das rate ich auch jedem Bürger“, sagte der SPD-Politiker im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. „Das Risiko, sich zu infizieren, ist selten höher gewesen als jetzt“, machte der Minister deutlich. Aus medizinischer und epidemiologischer Sicht hätte er eine Maskenpflicht und andere Schutzregeln für richtig gehalten, rechtlich sei dies jedoch nicht mehr möglich gewesen.

Wie man sich darüber hinaus vor einer Infektion schützen kann, zeigt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie empfiehlt hierzu die AHA+L+A-Formel. Das bedeutet: Abstand halten, Hygiene beachten, und den Alltag mit Maske. Es wird regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten von 1,5 Metern sowie das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen. (lz/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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