Urlaubsplanung

Schon Oktober und noch jede Menge Resturlaub: Wann verfällt er?

Das Jahr neigt sich dem Ende, doch der Urlaub ist noch nicht verbraucht. Was passiert mit dem Resturlaub?
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Das Jahr neigt sich dem Ende, doch der Urlaub ist noch nicht verbraucht. Was passiert mit dem Resturlaub?

Auch 2021 stand ganz im Zeichen der Pandemie. Das hat die Urlaubsplanung nicht gerade einfacher gemacht. Nun ist es Oktober. Welche Optionen gibt es noch beim Resturlaub?

Hessen – Das vierte Quartal 2021 ist angebrochen. Während die einen sich auf die anstehenden Herbstferien vorbereiten, planen die nächsten schon ihren Weihnachtsurlaub und wieder andere sind in Gedanken bereits beim Jahresurlaub für 2022. Auch dieses Jahr dürfte die Corona-Pandemie vielen einen Strich durch die ursprüngliche Urlaubsplanung gemacht haben. Aber was ist eigentlich, wenn man jetzt noch wochenlang Resturlaub hat? Kann man den Urlaub auch 2022 nehmen – oder verfällt er?

Urlaubstage aus 2021 übrig: Kann man den Resturlaub mit ins Jahr 2022 nehmen?

Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Ob Arbeitnehmer ihren Resturlaub ins Jahr 2022 mitnehmen können, hängt davon ab, warum die Urlaubstage übrig geblieben sind. Grundsätzlich gilt, dass die gesetzlich vorgeschriebenen oder vertraglich vereinbarten Urlaubstage im dafür vorgesehenen Kalenderjahr zu nehmen sind. Der Urlaub soll schließlich jetzt der Erholung dienen – und nicht erst in ein paar Jahren. Deshalb sollte der Jahresurlaub im Regelfall bis zum 31. Dezember genommen werden.

Doch es gibt Ausnahmen: War es aus gesundheitlichen oder betrieblichen Gründen nicht möglich, den Urlaub rechtzeitig anzutreten, dürfen die Resturlaubstage bis zum 31. März des Folgejahres verplant werden. Ein solcher betrieblicher Grund kann beispielsweise sein, dass bestimmte Termine geblockt sind, weil nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig weg sein dürfen. Der Betrieb soll schließlich nicht still liegen.

Resturlaub 2021: Langzeiterkrankte bekommen deutlichen Aufschub

Ein anderer Grund wäre, dass erst zum Jahresende auffällt, dass noch Resturlaub über ist, der Arbeitgeber für das verbliebene Zeitfenster aber eine Urlaubssperre verhängt hat. Das ist beispielsweise oft im Einzelhandel der Fall, da insbesondere im Weihnachtsgeschäft alle Kräfte gebraucht werden. Ein Aufschub ist auch möglich, wenn der Angestellte gerade in einem wichtigen Projekt steckt, und dieses gefährdet wäre, würde er in den Urlaub verschwinden.

Im Falle von Langzeiterkrankungen darf der Urlaub deutlich länger mitgenommen werden. „Um hier aber zu verhindern, dass der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers völlig ausufert, ist es inzwischen ständige Rechtsprechung, dass der gesetzliche Urlaubsanspruch grundsätzlich spätestens 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahrs verfällt“, erklärt Rechtsanwältin Nicole Mutschke in der Bild-Zeitung „Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer aufgrund fortbestehender Krankheit den Urlaub nicht nehmen konnte.“

Gibt es wegen der Corona-Pandemie spezielle Regeln für den Resturlaub 2021?

Die Corona-Pandemie ist nur dann ein triftiger Grund, seinen Resturlaub aus 2021 nach 2022 zu retten, wenn der Betrieb den Urlaub nicht genehmigen konnte oder eine Erkrankung den Urlaub verhindert hat. Dass bestimmte Auslandsreisen aufgrund der Infektionslage nicht möglich waren, ist kein rechtmäßiger Grund für eine Verschiebung, da es die Annahme gibt, dass eine Erholung auch in den eigenen vier Wänden möglich ist.

Nicht wirklich eindeutig ist die Rechtslage in Bezug auf eine Kurzarbeit von 100 Prozent. „Manche meinen, hier würde bereits grundsätzlich eine Befreiung von der Arbeitspflicht bestehen, also die Gewährung von Urlaub gar nicht möglich sein. Andere meinen, der Urlaub gehe vor. Argument für letztere Ansicht ist oft der Blick auf das Gehalt“, erläutert Mutschke. In diesem Spezialfall sollte man sicherheitshalber mit seinem Arbeitgeber sprechen, um die Handhabung zu klären.

Darf man sich den Resturlaub 2021 ausbezahlen lassen?

Zum Verfall der Urlaubstage zum 31. Dezember 2021 oder 31. März 2022 gilt es laut dem Handelsblatt eines zu beachten: Weist der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht rechtzeitig darauf hin, dass er noch Urlaub zu nehmen hat, darf der Resturlaub nicht einfach so verfallen. Dennoch rät Rechtsanwältin Mutschke in der Bild: „Damit es hier keine Diskussionen mit dem Arbeitgeber gibt, sollte das Gespräch mit dem Arbeitgeber gesucht werden und gegebenenfalls der Resturlaub noch im Dezember beantragt oder genommen werden.“ Schließlich sollte das Arbeitsverhältnis nicht unter der Urlaubsplanung leiden.

Angenommen, das Jahr 2021 ist vorbei und es konnten nicht alles Urlaubstage genommen werden. Können Arbeitnehmer sich die Urlaubstage dann ausbezahlen lassen? Auch hier gilt: Der Urlaub soll der Erholung dienen. Dies ist durch eine materielle Vergütung nicht gewährleistet. Daher hat der Arbeitnehmer keinen rechtlichen Anspruch auf eine Auszahlung des Urlaubs. Steht jedoch ein Arbeitgeberwechsel an und es ist nicht mehr möglich, den Resturlaub vor Ablauf des aktuellen Arbeitsverhältnisses abzufeiern, dann ist der Urlaubsausfall zu entgelten.

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