Ärger für die Drogeriekette

dm verkauft ein Erfrischungsspray - Kunden gehen auf die Barrikaden

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Mit einem Werbeposting sorgte dm für Ärger.

Passend zum Sommer hat dm ein Erfrischungsspray beworben. Damit provoziert das Unternehmen Ärger mit den Kunden.

München - Die Hitzewelle schwappt über Deutschland, regelmäßig werden neue Rekorde aufgestellt. Da lechzen viele nach einer Abkühlung. Denn wer nicht in den Genuss einer Klimaanlage kommt, wird dieser Tage ganz schön gegart. Eine Abkühlung versprechen Wassersprays. Mit ihnen kann man die Haut mit einem kühlen Wasserdampf benetzen. Eigentlich perfekt. Doch in den sozialen Netzwerken kommen die Produkte gar nicht gut an.

dm: Zunächst positive Reaktionen zum Wasserspray

Wassersprays sind insbesondere in Drogerien erhältlich. Die Drogeriekette dm postete kürzlich einen Hinweis zu dem Produkt auf seiner Facebook-Seite. „Für Sonnenanbeter mögen die Temperatur ein absolutes Highlight sein, aber dennoch kann der Kreislauf darunter leiden. Das Balea Wasserspray ist perfekt geeignet für eine kleine Erfrischung. Das Wasser ist sehr fein zerstäubt, wodurch es auch als Make-Up Fixierung geeignet ist. Die Referenzen Cocos und Grüner Tee + Jasminblüte verleihen dem Wasserspray außerdem eine leichte, feine Duftnote“, heißt es in dem Post. Darauf brechen heftige Diskussionen über das Produkt aus. Mehr als 900 Kommentare (Stand 27. Juni 17 Uhr) wurden abgegeben, die meisten äußerten sich kritisch über das Spray.

Die Sprays sind aus einer Aluminium-Dose hergestellt. Diese kann man in den Kühlschrank legen, damit der verteilte Waserdampf seinen Effekt richtig entfalten kann. Das Produkt und seine Wirkung kommen bei vielen Usern gut an. „Habe ich vor 2 Jahren meiner Mutter ins Krankenhaus gebracht, weil es so furchtbar heiß war. Sie hat es geliebt“, schreibt eine Kommentatorin. Ein anderer findet: „Sehr erfrischend, gerade wenn man unterwegs ist.“

dm: Werbeposting zum Wasserspray wird zum Shitstorm

Doch die positiven Rückmeldungen halten sich in Grenzen. Die meisten User äußern sich negativ zu dem Produkt. „Oh hey, lasst uns Wasser in Spraydosen füllen und es verkaufen. Finden viele bestimmt total toll. Ach, das sorgt für überflüssigen Müll? Egal, merkt eh keiner!“ Ein anderer richtet einen Appell an die Drogeriekette: „Das ist doch wieder mal nur sinnloser, umweltbelastender Müll. (...) Auf all die anderen zusätzlich in dem Balea Mist kann die Umwelt und der eigene Körper echt verzichten. Nehmt lieber eure Produkte mit Miroplastik aus dem Programm!“ Auch der Discounter Aldi Süd führt ein Wasserspray in seinem Sortiment. Auch er wird dafür von den Kunden kritisiert.

Auch konstruktive Vorschläge werden von den Usern gepostet. „Wasser in eine wiederverwendbare Blumenspritze zu geben erfüllt genau so seinen Zweck und schont die Umwelt“, erklärt einer. Diesen Tipp geben gleich mehrere Facebook-Mitglieder ab. Viele finden, dass der Vorteil nicht nur in der besseren Umweltverträglichkeit liege, sondern auch in einem günstigeren Preis.

Es ist nicht das erste Mal, dass dm in letzter Zeit auffiel. Kürzlich bemängelten Kunden, dass eine beliebte Eigenmarke aus den Regalen verschwunden ist. Auch eine andere Werbeaktion stieß sauer auf.

Für die Kunden erfreulich war eine besondere Rabatt-Aktion. Mit ihr wollte dm offenbar die Marktmacht von einem Konkurrenten zurückerobern. Der Konkurrent Rossmann greift unterdessen zu einer skurrilen Namensänderung - auf Anregung von Jan Böhmermann.

dg

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