Forscher aus Großbritannien

Corona: Neue Mutation aufgetaucht - Sind Kinder besonders gefährdet?

Eine neue Corona-Mutation verbreitet sich weltweit. Wissenschaftler aus Großbritannien erforschen, ob sich Kinder mit dieser Virus-Variante häufiger infizieren.

  • In Großbritannien ist eine mutierte Form des Coronavirus entdeckt worden.
  • Laut britischen Forschern könnte die neue Corona*-Variante vermehrt Kinder infizieren.
  • Christian Drosten und Karl Lauterbach äußern sich auf Twitter zu der neuen Sars-CoV-2-Mutation.

London - Ausgerechnet kurz vor Weihnachten, während große Teile Europas mit allen Mitteln versuchen, die Corona-Pandemie einzudämmen, kommt aus Großbritannien die Nachricht über die jüngste Mutation des Coronavirus. Nun geben britische Forscher bekannt, dass die neue Covid-19-Mutation B.1.1.7 für Kinder möglicherweise besonders ansteckend sein könnte.

Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Montag (21.12.2020) erklärte Neil Ferguson: „Es gibt einen Anhaltspunkt, dass es eine höhere Neigung hat, Kinder zu infizieren“. Ferguson ist Mitglied der Expertengruppe „New and Emerging Respirator VIrus Threats Advisory Group“, welche die britische Regierung bezüglich der Corona-Pandemie berät.

Corona-Mutation laut britischen Forschern „höhere Neigung“ Kinder zu infizieren

Laut seiner Kollegin Wendy Barclay zufolge betreffen einige Mutationen die Art und Weise, wie das Coronavirus in eine Zelle eindringt. Demnach könne es sein, dass „Kinder möglicherweise genauso anfällig sind für dieses Virus wie Erwachsene“.

Daher vermutet Barclay, dass sich „mehr Kinder infizieren könnten“. Welche Altersgruppen insbesondere betroffen sein könnten, wurde nicht erläutert.

Bis zu 70 Prozent ansteckender? Unklar, ob sich mehr Kinder mit Corona-Mutation infiziert haben

Viel ist über die neue Mutation von Sars-CoV-2 derzeit noch nicht bekannt. Ersten Untersuchungen zufolge ist die neue Corona-Variante allerdings möglicherweise um bis zu 70 Prozent ansteckender als das bisherige Virus.

Viele Länder ergriffen daher recht schnell entsprechende Maßnahmen, um das mutierte Coronavirus einzudämmen, wie etwa ein Einreiseverbot aus Großbritannien. Trotz Einreiseverbote wurde die Covid-19-Mutation bereits in Australien, den Niederlanden und Dänemark nachgewiesen.

Ist die neue Corona-Mutation für Kinder besonders gefährlich? (Symbolfoto)

Drosten vermutet neue Corona-Mutation schon in Deutschland

Christian Drosten, Virologe und Direktor vom Berliner Charité, glaubt, dass sich das Virus mittlerweile auch in Deutschland befindet. Auf Twitter äußert sich Drosten äußerst besorgt, obwohl die öffentlich bekannten Dokumente derzeit noch als lückenhaft gelten: „Das sieht leider nicht gut aus“, schrieb der Virologe auf dem Kurznachrichtendienst in Bezug auf eine Studie der britischen Gesundheitsbehörde.

Zu dem Verdacht, dass sich Kinder besonders häufig mit der neuen Corona-Variante anstecken, sagt der Mediziner hingegen nichts. In der Zwischenzeit nahm Drosten allerdings Bezug auf seinen früheren Tweet und erklärt, dass er „Spekulationen ein Ende“ bereiten möchte. Der Virologe betont, dass sich seine Aussage einzig und allein auf den „deutlicheren Beleg der verstärkten Verbreitung der Mutante“ beziehe.

Werden mehr Kinder infiziert? - Lauterbach (SPD) will Corona-Lockdown nicht zu früh beenden

Die zuvor von Christian Drosten zitierten Daten legen den Verdacht nahe, dass die neue Coronavirus-Mutation möglicherweise alleine oder in Kombination mit anderen Mutationen wahrscheinlich ansteckender sein könnte.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, gibt sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen. Auf Twitter schrieb der Politiker, dass es darauf ankommen wird, „den Lockdown nicht zu früh zu beenden“. Sonst könne die neue Corona-Variante noch zu einem sehr großen Problem werden. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare