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Lohnt sich Falschparken? Eine neue Studie enthüllt neue Details

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Parksünder kassieren zum Teil teure Strafzettel. Doch Falschparken kann sich für Autofahrer lohnen. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende aus München. 

Kassel – Falschparken kann sich für Autofahrer lohnen. Beispielsweise in Freiburg, wie nun eine neue Studie der Hochschule München ergeben hat. Der Grund: Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist in vielen Stadtteilen gering und die Parkscheinkosten sind gleichzeitig hoch. Daher lohne sich für den rational abwägenden Verkehrssünder das Falschparken. Als einzige Lösung sehen die Experten drastisch höhere Strafen für Parksünder.

Die Forschenden haben die Stadt im Breisgau für ihre Studie in Sechsecke unterteilt. Aus Grundlage der jeweiligen Zahl der Parkverstöße und der Kontrollhäufigkeit ermittelte das Team die Wahrscheinlichkeit, als Falschparker erwischt zu werden.

Falschparken lohnt sich für Autofahrer: Studienautoren schlagen Lösung vor

Dieses Risiko lässt sich in Bezug zur Bußgeldhöhe setzen – das Ergebnis: In 61,3 Prozent der im Zentrum gelegenen Sechseckstunden und in 94,4 Prozent der außerhalb gelegenen Sechseckstunden lohnt es sich für Autofahrer, keine Parkgebühren zu bezahlen.

Anschließend diskutieren die Studienautoren mögliche Maßnahmen. Eine These: Eine nahezu hundertprozentige Kontrolle wäre wirtschaftlich vollkommen unrentabel. Denn eine höhere Kontrolldichte würde zwar die Kosten-Nutzen-Rechnung für Parksünder verschieben, aber die Kommune viel Geld kosten.

Neue Studie: Für Autofahrer lohnt sich Falschparken (Symbolfoto).
Neue Studie: Für Autofahrer lohnt sich Falschparken (Symbolfoto). © Roland Holschneider/dpa

Alternativ ließen sich die Parkgebühren für Autofahrer senken. Diese Maßnahme würde ebenfalls die Kosten-Nutzen-Abwägung von Falschparken ändern. Doch auch diese Möglichkeit fällt als mögliche Lösung weg, urteilen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Denn: Die Maßnahme würde zu einer weiteren Steigung des Verkerhrs in den betreffenden Stadtvierteln führen.

In Kassel: Autofahrerin wütend über Strafzettel

Für die Forscherinnen und Forscher ist die einzig logische Konsequenz die Erhöhung der Strafen. Allerdings sind die Strafen für Parksünder durch die Bußgeldkatalog-Verordnung bundesweit geregelt und können von den Städten nicht individuell angepasst werden.

In Kassel werden die Parkplätze von Rewe, Aldi und weiteren Geschäften seit Januar digital überwacht. Seitdem werden Parksünder zur Kasse gebeten. Doch eine Frau aus Kassel will ihren Strafzettel „auf keinen Fall bezahlen“. Zudem bahnen sich für Autofahrer in Kassel gravierende Veränderungen an: Das Parken am Herkules, unterhalb von Schloss Wilhelmshöhe, und auch vor dem Park vom Schloss Wilhelmsthal wird kostenpflichtig.

Und in Göttingen wird ein neues Parkleitsystem eingeführt. Die Zeiten langer Parkplatzsuche und gesperrter Straßen sollen in Göttingen bald vorbei sein. (Jan-Frederik Wendt)

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