Profitables Geschäft

Warnung vor dreister Masche mit unbestellten Amazon-Paketen – Was Verbraucher wissen müssen

Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor einer dubiosen Masche mit unbestellten Paketen. Die Praktik ist Händlern wie Amazon ein Dorn im Auge.
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Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor einer dubiosen Masche mit unbestellten Paketen. Die Praktik ist Händlern wie Amazon ein Dorn im Auge.

Verbraucher erhalten unbestellte Pakete von Internethändlern. Die Geschäfte werden auch bei Amazon abgewickelt. Dahinter versteckt sich ein profitables Geschäft.

München – Eine in München lebende Frau staunte nicht schlecht: Vor der Tür ihres Wohnhauses lag ein Amazon-Paket. Es war an sie adressiert. Name, Straße, Hausnummer und Postleitzahl - alle Angaben stimmten. Nur: Die Frau hatte gar nichts bestellt. Das berichtet Sueddeutsche.de.

Als sie das Amazon-Paket öffnete, nahm ihr Staunen noch weiter zu. Die Sendung war bereits bezahlt. Als Bestellerin war eine Frau in Berlin angegeben. Aber ihr Name tauchte in keiner Internetsuche auf. Zudem stimmten die angegebene Adresse nicht mit der Postleitzahl überein. Wenige Tage später kam das nächste Amazon-Päckchen. Das Vorgehen war wieder ähnlich.

Amazon-Pakete: Verbraucherzentrale Bayern kennt die Masche von Internethändlern

Bei der Verbraucherzentrale Bayern ist die Masche - Brushing genannt - schon länger bekannt. Internethändler besorgen sich gültige Adressen und schicken an diese von gefälschten Absenderadressen aus Artikel - meist von geringerem Wert.

Kommt die Sendung erfolgreich an, gilt der Kauf als verifiziert. Die „Käufer“, die hinter dem gefälschten Käufer-Profil stecken, können eine positive Bewertung für den Shop abgeben, der das Paket verschickt hat. Mit dieser Masche polieren Onlinehändler ihr Erscheinungsbild auf. Die Verbraucherzentrale Bayern klärt zudem auf: Wer ein nicht bestelltes Paket erhält, muss es nicht zurückgeben.

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Plattformen wie Amazon sind Maschen dieser Art ein Dorn im Auge

Geschäfte dieser Art werden oft über Handelsplattformen wie Amazon abgewickelt. Dort können Händler ihre Ware einstellen und hoffen, dass sie wegen des Bekanntheitsgrades mehr Aufmerksamkeit bekommen als über die eigene Website. Oder sie ergänzen ihre eigenen Verkäufe durch eine zusätzliche Präsenz bei Amazon.

Plattformen wie Amazon sind solchen Maschen ein Dorn um Auge, da sie ihrem Ruf schaden. „Wir gehen jedem Hinweis von Kunden nach, die unaufgefordert ein Paket erhalten haben, da dies gegen unsere Richtlinien verstößt“, sagt ein Amazon-Sprechrer gegenüber Sueddeutsche.de.

Verkaufspartner hätten in diesem Zusammenhang weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten. „Verkaufspartner, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, werden gesperrt, die Zahlungen werden zurückgehalten und wir leiten entsprechende rechtliche Schritte ein.“

Amazon hatte im Januar ein neues Logo* präsentiert. Internetnutzer und Medien hatten Hitler-Vergleiche gezogen, worauf der Online-Händler prompt reagiert hatte. (Jan Wendt) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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