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Aldi: Achtung Preiserhöhung! Für welches Produkt Kunden ab sofort mehr zahlen

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Von: Marten Kopf

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Der Pro-Kopf-Verbrauch an Milchprodukten steigt. Nachdem Aldi bereits im Januar den Preis für Konsummilch erhöht hatte, legt der Discounter nun noch einmal nach.

Verbraucher müssen bei einem wichtigen Grundnahrungsmittel ab sofort wieder tiefer in die Tasche greifen. Schon im Januar hatte die weltgrößte Discounter-Kette Aldi* den Preis für Milch der untersten Preislage um 3 Cent erhöht*. „Nur“ muss man wohl sagen, denn eigentlich hatte sich der Lebensmitteleinzelhandel schon gegen diese eigentlich geringe Anhebung zunächst vehement gesperrt. Gut also für die Kunden, aber für Milcherzeuger wäre ein viel deutlicher Preissprung existentiell notwendig gewesen. Der aber kam nicht.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Jahresumsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Wie HEIDELBERG24* schon im Januar berichtet, will Aldi – wie immer mehr große Handelsketten in Deutschland – Milch aus wenig tiergerechter Haltung schrittweise aus ihren Kühlregalen verbannen*. Hintergrund ist der im Juni 2021 begonnene „Haltungswechsel“*, mit dem zum einen stärker auf Ware aus Deutschland, zum anderen ein Zeichen für mehr Tierwohl gesetzt werden soll. Gleichzeitig, so zumindest sagt es der Discounter, will man die deutsche Landwirtschaft stärken.

Milch beim Discounter: Aldi erhöht Preise erneut

Das aber stößt auf mitunter heftige Kritik vonseiten landwirtschaftlicher Verbände. Von einem „Schlag ins Gesicht der kleineren Betriebsstrukturen“* spricht etwa der Bayerische Bauernverband in einem offenen Brief vom 9. Februar. Der in aktuellen Aldi-Anzeigen angekündigte Verzicht bei Trinkmilch der Eigenmarken auf die Haltungsformstufe 1 bis 2024 von Trinkmilch der Eigenmarken auf Haltungsformstufen 3 und 4 bis 2030 treffe insbesondere die kleineren bäuerlichen Betriebe. Die Auslistung der Haltungsformstufe 1 sei eine Diskreditierung der hohen gesetzlichen Anforderungen an die Tierhaltung.

Nun aber scheint Aldi den Landwirten zumindest doch noch einen Schritt weit entgegenzukommen: Wie der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) am Dienstag (15. Februar) in einer Pressemitteilung bekannt gibt, wird der Einzelhandelsriese seine Milchpreise noch einmal erhöhen – und diesmal noch deutlicher als im Januar. Um ganze 5 Cent pro Liter werden die Preise für Konsummilch angehoben. Vollmilch der Eigenmarken kostet jetzt 88 Cent, die fettarme Variante liegt mit 80 Cent im Regal. Angepasst werden allerdings nur die Preise für die konventionelle Konsummilch, also Frisch-, ESL- und H-Milch. Die Biomilch der Eigenmarken kostet nach wie vor 99 Cent in der fettarmen und 1,09 Euro pro Liter in der Vollmilch-Variante.

Milchprodukte bei Aldi: Preise steigen – Landwirte gehen leer aus

Für Milcherzeuger, deren Milch zur Verarbeitung an Konsummilch-Hersteller geht, bestehe nun immerhin wieder etwas mehr Hoffnung auf eine schnellere Milchpreisanpassung nach oben, so die Einschätzung des VMB. Laut Bundesministerium für Ernährung und Wirtschaft waren im Jahr 2020 4,2 Millionen Tonnen Konsummilch zum Verbrauch verfügbar. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 49,9 kg und damit leicht höher als noch im Vorjahr (+ 0,8 Prozent). Insgesamt sind die Kosten für Milchprodukte (also auch Butter, Joghurt und Ähnliches) für Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2020 im Schnitt um 10,1 Prozent gestiegen. Nur wenig davon kommt allerdings in den landwirtschaftlichen Betrieben an. (mko/PM) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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