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Vettel hofft auf Samba in der Heimat von Senna

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Sebastian Vettel © dpa

Sao Paulo - Mit einer weltmeisterlichen Samba in der Heimat des legendären Ayrton Senna will Sebastian Vettel den Abschluss seines grandiosen Jahres gebührend feiern.

„Brasilien bedeutet für mich Höhenluft, massenhaft begeisterte Fans und viele kühle, manchmal alkoholisch angereicherte Getränke“, sagt der Formel-1-Weltmeister vor dem Saisonfinale am Sonntag in Sao Paulo (17.00 Uhr MEZ/RTL und Sky), das er mit dem zweiten WM-Titel in der Tasche eigentlich ganz entspannt angehen könnte.

Aber Vettel wäre nicht Vettel, wenn er sich nicht dennoch akribisch auf sein vorerst letztes Schaulaufen vorbereiten würde. Denn nach dem ersten Ausfall der Saison zuletzt in Abu Dhabi brennt der Red-Bull-Pilot auf Wiedergutmachung und einen positiven Jahresabschluss und legte nochmal eine Extra-Schicht im Kraftraum ein. „Die langen Linkskurven belasten extrem unsere Nackenmuskeln, weil die Fliehkräfte durch das Fahren gegen Uhrzeigersinn in eine ungewohnte Richtung ziehen. Deshalb mache ich vor Sao Paulo meistens nochmal spezielle Trainingseinheiten, um meine Muskeln daran zu gewöhnen“, sagt Vettel.

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Seine Jagd auf Michael Schumachers Rekord von 13 Saisonsiegen ist seit dem Ausfall in Abu Dhabi zwar beendet, aber dennoch würde der 24-Jährige gerne noch das Dutzend voll machen. Zudem würde er mit seiner 15. Pole Position zum alleinigen Rekordhalter in dieser Wertung werden, nachdem er in Abu Dhabi die Bestmarke des Briten Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 eingestellt hatte.

Der König der schnellen Qualifying-Runde ist für Vettel aber immer noch Ayrton Senna, der 1994 viel zu früh starb und in seiner Heimatstadt Sao Paulo begraben ist. „Ich habe ihn nie getroffen, dafür war ich zu jung, leider“, sagt Vettel, der bei Sennas tödlichem Unfall in Imola noch keine sieben Jahre alt war.

Dennoch kann sich Vettel an den Brasilianer erinnern, der ihn ähnlich wie Michael Schumacher schon in seiner Kindheit fasziniert hat. Vettel hat noch Szenen von einem Senna-Heimsieg in Brasilien im Kopf. „Er hatte fast alle Gänge verloren und war nach dem Rennen völlig fertig. Das war so emotional. Ich kann mich nicht an das ganze Rennen erinnern, aber an ein paar Bilder“, sagt Vettel: „Ich denke, er war einer von den wirklich großen Fahrern.“

Senna werde „immer in Erinnerung bleiben durch die Titel, die er geholt hat, durch die Rennen, die er gewonnen hat, und wegen seines Stils. Denn er war immer er selbst und ein ehrlicher Charakter. Das haben die Leute von ihm in ihren Herzen behalten“, sagt Vettel: „Er war ein ganz spezieller Mensch, so weit ich das beurteilen kann, was ich am Fernseher gesehen und von anderen Leuten erfahren habe, die sehr eng mit ihm zusammengearbeitet haben.“ Unter anderem sein früherer Toro-Rosso-Chef Gerhard Berger, der einst Teamkollege und ein guter Freund des Brasilianers war.

Im Kampf um seinen zweiten Brasilien-Sieg in Folge hat Vettel allerdings einige Konkurrenten. Teamkollege Mark Webber, Sao-Paulo-Sieger von 2009, wartet noch auf seinen ersten Saisonsieg. „Ich war hier in der Vergangenheit gut unterwegs, deshalb hoffe ich auf ein gutes Ergebnis. Es wäre großartig, die Saison mit einem guten Rennen zu beenden“, sagte der Australier, der in diesem Jahr völlig im Schatten von Vettel stand.

Webbers Chancen, noch Vize-Weltmeister zu werden, sind allerdings angesichts von 22 Punkten Rückstand auf den aktuellen Zweiten Jenson Button (McLaren/Großbritannien) nur noch theoretisch. Näher dran ist da Ferrari-Pilot Fernando Alonso (Spanien), der zehn Zähler hinter Button liegt.

Buttons McLaren-Kollege Lewis Hamilton dagegen würde sich an der Stätte seines WM-Triumphes von 2008 mit dem Schwung des Sieges aus Abu Dhabi nur zu gerne mit einem weiteren Erfolg in die Winterpause verabschieden. „Irgendwann einmal in Brasilien zu gewinnen, wäre sehr emotional für mich, da es ja die Heimat von Ayrton Senna ist. Er ist mein absoluter Lieblingsfahrer“, sagt Hamilton über den dreimaligen Weltmeister: „Ein Sieg wäre hier also besonders speziell. Ich habe in Brasilien noch nie gewonnen und ich würde sterben, um auf dieser Strecke zu siegen.“

sid

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