Silberstreif für Mercedes in Vettels Windschatten

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Bei Mercedes GP geht man mit Zuversicht ins Rennen beim China-GP.

Shanghai - Nico Rosberg und Michael Schumacher haben nach den Trainings beim China-GP deutliche Fortschritte zu verzeichnen. Auch Nick Heidfeld erkennt ein gutes Omen für das Rennen.

Im Windschatten von Überflieger Sebastian Vettel hat Mercedes einen Silberstreif am Horizont erblickt: Während der Formel-1-Weltmeister nach seinem Saison-Traumstart mit zwei souveränen Siegen auch im freien Training für den Großen Preis von China das Tempo vorgab, freuten sich Nico Rosberg und Michael Schumacher nach den Plätzen vier und fünf über deutliche Fortschritte mit ihrem Silberpfeil.

„Ganz klar: Das Wochenende hat besser angefangen als die ersten beiden in diesem Jahr“, sagte Rekordweltmeister Schumacher, der nach den ersten Eindrücken in Shanghai auf seinen ersten Sprung unter die besten Zehn im Qualifying am Samstag hofft. „Der Abstand ist im Moment so, dass das möglich sein sollte. Platz fünf bis sechs könnte realistisch sein, aber da müssen wir noch ein bisschen abwarten“, sagte Schumacher.

Mercedes hatte die Arbeitsweise am Wochenende verändert, wie Schumacher erklärte: „Wir haben uns mehr auf die Abstimmung mit viel Benzin konzentriert, und es scheint so, als ob wir so ein besseres Setup finden können, als wenn wir mit wenig Benzin starten. „ Vor allem im Rennen mit vollem Tank hatten Schumacher und Rosberg in Australien und Malaysia große Probleme.

Auch Norbert Haug war zufrieden. „Es sieht so aus, als ob wir uns gesteigert haben“, meinte der Mercedes-Sportchef nach „unserem bisher besten Freitag“. Sorgen, dass Schumacher oder Rosberg dem Team am Saisonende den Rücken kehren könnten, falls die Aufholjagd nicht gelingt, hat er nicht. „Null. Nullkommanull. Unsere Fahrer kneifen nicht, wenn es schwierig wird“, sagte Haug der Bild-Zeitung.

Das Vertrauen der Fans in Schumacher ist allerdings nach den enttäuschenden ersten beiden Rennen gesunken. In der April-Umfrage des Dortmunder Meinungsforschungsinstituts promit im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (SID) glauben nur noch 11,4 Prozent der Befragten, dass der Rekordchampion in diesem Jahr seinen 92. GP-Sieg feiert, im März waren es noch 35,2 Prozent. Für 2012 trauen ihm lediglich 11,8 Prozent einen Sieg zu.

Solche Zweifel gibt es bei Vettel nicht, der Bestzeiten wie am Freitag derzeit scheinbar fast mühelos abrufen kann. „Ich habe schnell den richtigen Rhythmus gefunden, aber es gibt noch viel zu tun. Es wird eng am Samstag und Sonntag, aber ich glaube, es gibt noch ein bisschen Luft nach oben“, gab der Red-Bull-Pilot recht entspannt zu Protokoll, um dann doch noch kleine Probleme zuzugeben: „Ich wäre gerne noch ein paar Runden mehr gefahren, aber uns ist am Ende ein bisschen die Zeit davongelaufen.“ So blieb es bei 0,166 Sekunden Vorsprung auf Hamilton, Rosberg lag als Vierter hinter Jenson Button nur 0,255 Sekunden hinter dem „Serientäter“ zurück, der am Sonntag (9.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) seinen fünften Sieg in Folge holen könnte.

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 41 Jahre

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Unruhig verlief der Trainingstag dagegen für Renault-Pilot Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher, der in Kuala Lumpur als Dritter erstmals seit zwei Jahren wieder auf dem Podium gestanden hatte, war in der ersten Sitzung am Morgen nach einer schnellen Runde von der Strecke gerutscht und hatte den einzigen Frontflügel beschädigt.

Am Nachmittag leistete er sich erneut einen Ausritt und musste danach sogar selbst helfen, sein Auto zurück Richtung Box zu schieben. „Das waren meine Fehler“, sagte Heidfeld, der dennoch am Ende auf Rang acht unmittelbar hinter Adrian Sutil im Force-India-Mercedes landete. „Vielleicht es das sogar ein gutes Omen. In Malaysia konnte ich am Freitag auch nur wenige Runden fahren“, meinte „Quick Nick“.

Nico Hülkenberg, der am Vormittag als Ersatzfahrer anstelle von Sutil bei Force India unterwegs war, belegte am Ende Platz 20. Virgin-Pilot Timo Glock musste sich mit dem 26. und damit vorletzten Platz begnügen. In der Gesamtwertung führt Vettel mit der Idealpunktzahl 50 vor Button (26). Dahinter folgen punktgleich Hamilton und Vettels Teamkollege Mark Webber (beide 22), der am Freitag Zehnter wurde.

SID

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