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Riesch: Konkurrenz auch aus den eigenen Lager

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Nicht nur Lindsey Vonn (l.) dürfte Maria Riesch Konkurrent machen © dpa

Sölden - Diesmal sind Olympiasiegerin Rebensburg und Weltmeisterin Hölzl Mitfavoritinnen. Die größte Konkurrenz lauere im eigenen Lager, betonte Riesch.

Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Weltcup-Beste - die “größten Konkurrentinnen“ beim Weltcup-Auftakt in Sölden sieht Alpin- Star Maria Riesch mit Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl im eigenen Lager. “Ich traue beiden zu, dass sie im Riesenslalom um den Sieg mitfahren können. Es ist schön, wenn die Konkurrenz aus den eigenen Reihen kommt“, sagte die zweimalige Goldmedaillengewinnerin von Vancouver.

Riesch selbst will beim anspruchsvollen Gletscher-Rennen in 3000 Metern Höhe an diesem Samstag (10.00/13.00 Uhr) erstmals auf diesem Hang unter die besten Zehn vorfahren. Die Herren um Felix Neureuther sind am Sonntag (10.00/13.00 Uhr) an der Reihe; und dürfen beim Start in den Winter erst einmal die Erfolgs-Damen bestaunen. “Das ist schon Wahnsinn. Sie stellen im Riesenslalom die Olympiasiegerin und die Weltmeisterin. Die haben in Sölden ganz andere Ziele als wir. Katy und Vicky sind mit Sicherheit absolute Top-Favoriten“, sagte Neureuther, der selbst “Vollgas geben will, um in die Punkte zu fahren“. Höhepunkt der diesjährigen Wintersaison ist die Heim-WM im Februar.

Die Erwartungen bei den in den vergangenen Wintern so erfolgreichen deutschen Alpinen sind immens gestiegen. In der rustikalen Giggitenne in Sölden plauderte der bisherige Erfolgs-Coach Mathias Berthold noch einmal charmant mit “seinen“ Gold-Mädels. Nach Bertholds Wechsel nach Österreich soll Thomas Stauffer als neuer Chefcoach die Erfolge fortsetzen. “Das erste Rennen ist immer ein bisschen spannend. Man kennt zwar den Leistungsstand von den eigenen Leuten, aber man weiß nie genau, wo die anderen stehen“, sagte der 41-jährige Schweizer vor dieser Premiere. Aus den Reihen der Damen und Verantwortlichen war bislang nur Lob zu hören.

Seit dem Erfolg von Martina Ertl 2003 warten die deutschen Alpinen auf einen Sieg auf dem Söldener Gletscher, wo in den vergangenen Tagen rund 50 Zentimeter Neuschnee fielen. Im Riesenslalom, bei dem sie durch Hölzl auch noch die Disziplin-Beste des Weltcups stellen, sind die Damen wie im Slalom die Nummer 1. “Irgendwas werden wir schon richtig gemacht haben die vergangenen Jahre“, sagte Hölzl, die es ein bisschen “lustig“ fand, dass die Konkurrenz das deutsche Team im Training schon filmte.

Die 26-jährige Hölzl wurde im Sommer von einem rätselhaften und überaus schmerzhaftem Muskelleiden heimgesucht. Die Ursache ist noch immer ungeklärt. Wegen der Einschränkungen musste sie auf Krafttraining verzichten. Die gesundheitlichen Probleme hat sie aber nach eigener Aussage im Griff und ist für das Rennen zuversichtlich. “Ich hab' letztes Jahr die Kugel gewonnen. Da ist doch klar, dass jeder schaut, was macht sie heuer“, sagte die Bischofswiesenerin mit dem “Traum“ vom Sölden-Sieg.

Vor einem Jahr ging Hölzl als Weltmeisterin ohne einen Weltcup- Sieg in die Saison, jetzt ist die “Gold-Vicky“ von Whistler in ähnlicher Situation. “Dass ich noch keinen Weltcup-Sieg habe, fuchst mich nicht. Ich habe einen Sieg im wichtigsten Rennen geschafft, jetzt versuche ich es eben im Weltcup zu schaffen“, sagte die 21- jährige Rebensburg.

Gespannt sind die Fans auf die anderen internationalen Stars bei den im Vorjahr von Didier Cuche (Schweiz) und Tanja Poutianen (Finnland) gewonnenen Rennen. Vor allem auf den ersten Auftritt von Rieschs Dauer-Konkurrentin Lindsey Vonn (USA). “Es wird schwierig den Gesamtweltcup wieder zu gewinnen. Die Maria ist in Wahnsinnssuperform in allen fünf Disziplinen“, sagte Vonn.

Riesch würde die Saison gerne mit der großen Kristallkugel beenden - und träumt von doppeltem Gold: bei der Heim-WM um den Hals und bei ihrer Hochzeit mit Manager Marcus Höfl nach der Saison um den Ringfinger.

Christian Kunz, dpa

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