Australian Open

Zverev wie in der "Blase" und Kerber mit "Angst"

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Steht nach einem ungefährdeten Sieg über Priscilla Hon in Melbourne in Runde drei: Angelique Kerber. Foto: Andy Brownbill/AP/dpa

Ohne Doppelfehler zieht Alexander Zverev in die dritte Runde der Australian Open ein. Angelique Kerber gewinnt ihre Zweitrundenpartie beim Grand-Slam-Spektakel in Melbourne trotz ein wenig "Angst" und Unsicherheit ohne Probleme. Wie geht es weiter?

Melbourne (dpa) - Im dritten Satz schielte auch Alexander Zverev auf seine Aufschlag-Statistik und erfüllte sich dann seinen Wunsch. Mit dem ersten Match seit Monaten ohne einen Doppelfehler befreite sich der Hamburger Tennis-Star ein Stück aus seiner Formkrise.

Zverev spielt jetzt wie Angelique Kerber bei den Australian Open um den Einzug ins Achtelfinale. "Es ist ein angenehmes Gefühl, dass ich das auch noch mal kann", sagte der 22-Jährige an einem erfolgreichen Tag für die beiden größten deutschen Hoffnungsträger verschmitzt.

Ein Gradmesser, wie weit es für Zverev und Kerber beim Grand-Slam-Spektakel Down Under gehen kann, waren aber auch die Zweitrunden-Aufgaben noch nicht. Was wohl am Samstag passiert? Zverev will dann gegen den erfahrenen Spanier Fernando Verdasco bestehen, einen früheren Top-Ten-Spieler. Kerber trifft auf die Italienerin Camila Giorgi. Laura Siegemund ist nach dem 3:6, 3:6 gegen die tschechische Mitfavoritin Karolina Pliskova ebenso nicht mehr dabei wie Peter Gojowyzck. Der Qualifikant schied in vier Sätzen gegen den Spanier Pablo Carreno Busta aus.

Zverev dagegen ist, wie er sagt, wie in "einer Blase". Von den hohen Erwartungen von außen will er nichts mitbekommen. Nach seinem 7:6 (7:5), 6:4, 7:5 gegen den weißrussischen Außenseiter Jegor Gerassimow konnte er sich erst einmal nicht erinnern, dass er zuletzt am 30. September ein Match ohne Doppelfehler zu Ende gebracht hatte. In Peking erreichte er damals das Halbfinale. Und nun?

Es sei noch viel mehr drin bei diesem Weltklassespieler, lobte Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport. "Das war richtig gut. Auf die Steine kann er bauen. Er hat einen sehr festen und sehr konzentrierten Eindruck gemacht. Jetzt geht es ins Feingefühl." Zverev dagegen sagte: "Ich werde besseres Tennis spielen müssen."

Sein Selbstvertrauen war zuletzt mächtig angeknackst gewesen. Die Zweifel am Aufschlag hatten ihm zugesetzt. So sehr, dass er sich beim ATP Cup Anfang Januar gefühlt habe, als sei er "nur zum Bälle aufsammeln" da. "Ich werde auch im nächsten Match nicht perfekt spielen. Ich werde Fehler machen. Ich werde Sachen machen, die ärgerlich sein werden", sagte der 1,98 Meter große Norddeutsche. "Aber Hauptsache es wird besser."

Zverev und Kerber genügten solide Auftritte für das Erreichen der dritten Runde. Relativ zeitlich parallel setzten die beiden wie schon in Runde eins ihren Weg in Melbourne fort. Man laufe sich mal im Restaurant oder beim Aufwärmen über den Weg, berichtete Kerber. Mehr nicht. "Jeder hat seinen eigenen Plan", erzählte die Kielerin. "Wir sind relativ konzentriert auf das, was wir machen."

Die Melbourne-Siegerin von 2016 wird sich nach dem 6:3, 6:2 gegen die australische Außenseiterin Priscilla Hon nun auf ihre deutlich schwierigere Prüfung gegen die Italienerin Giorigi konzentrieren. "Das wird eine ganz andere Klasse als die beiden, die sie bisher gespielt hat", urteilte die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner. "Wir wissen, wozu eine Angie fähig ist, wenn sie sich richtig reinfindet. Ich glaube, dass vieles drin ist, aber es ist schwerer als sonst, weil ihr Matches fehlen."

Zudem hat die dreimalige Grand-Slam-Siegerin ihre Oberschenkelprobleme noch nicht komplett auskuriert. "Immer mal wieder sticht es noch ein bisschen rein", sagte die Nummer 18 der Welt. Sie habe bei manchen Bewegungen "ein bisschen Angst". Es sei aber mehr Unsicherheit als Schmerz, sagte sie und verbreitete Optimismus. Denn die Blessur sei viel besser "als die letzten Tage".

Einschätzen, wozu sie zu leisten imstande ist, fällt Kerber auch nach dem zweiten problemlosen Sieg noch schwer. Ein Erfolg über Giorgi, die zum Auftakt die Qualifikantin Antonia Lottner rauswarf, würde ihr zumindest ein wenig helfen, ihr Krisenjahr 2019 ein bisschen abschütteln. "Ich bin froh, dass wir jetzt 2020 haben. Ich hoffe, dass ein gutes Jahr auf mich wartet", sagte die seit Samstag 32 Jahre alte Kielerin.

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