Grand Slam in New York

Glücklicher Struff erreicht dritte US-Open-Runde - Wozniacki überraschend raus

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Jan-Lennard Struff hat in New York die dritte Runde erreicht. 

Alle vier deutschen Tennisprofis gewannen ihre Zweitrundenspiele bei den US Open, zum Abschluss auch Jan-Lennard Struff. Novak Djokovic und Roger Federer kamen ebenfalls weiter, aber eine Favoritin flog raus.

New York - Der deutsche Tennisprofi Jan-Lennard Struff hat sich zum ersten Mal für die dritte Runde der US Open qualifiziert. Der Warsteiner bezwang den 36 Jahre alten Franzosen Julien Benneteau in New York mit 6:2, 4:6, 6:1, 3:6, 6:3.

Davis-Cup-Spieler Struff zeigte sich nach dem Fünf-Satz-Sieg über Benneteau sehr glücklich darüber, dass ihm nach der Premiere zuletzt in Wimbledon nun auch in New York der Sprung in Runde drei gelang. "Ich habe sehr viele Anläufe gebraucht", stellte der 28-Jährige fest. Das Erreichen eines Grand-Slam-Achtelfinales sei Traum und Ziel zugleich, meinte er mit Blick auf die schwere Partie gegen den Weltranglisten-Zehnten David Goffin aus Belgien.

Beim Sieg gegen Benneteau war Struff nach eigenen Worten sehr nervös. "Im fünften Satz habe ich eine totale Zitterhand bekommen", erklärte der 58. der Weltrangliste. Nach drei Stunden behielt er trotzdem die Oberhand gegen Benneteau, der seine Karriere mit den US Open beendete. Nach einem ebenso spektakulären wie glücklichen Punkt für Struff im fünften Durchgang ließ der 36-Jährige kurz seine Tennishose herunter. Struff bekam das auf dem Platz gar nicht mit.

Vor Struff waren neben Kerber auch Alexander Zverev und Philipp Kohlschreiber weitergekommen, die am Samstag in einem deutschen Duell aufeinandertreffen.

US Open: Wozniacki überraschend raus

Die zweimalige Finalistin Caroline Wozniacki schied bei den US Open überraschend früh aus. Die Weltranglisten-Zweite aus Dänemark verlor in der zweiten Runde glatt mit 4:6, 2:6 gegen Lessia Zurenko aus der Ukraine, derzeit die Nummer 36 der Welt.

Vor Australian-Open-Siegerin Wozniacki war bereits in der ersten Runde die Weltranglisten-Erste Simona Halep aus Rumänien gescheitert, die in diesem Jahr die French Open gewinnen konnte. Wimbledonsiegerin Angelique Kerber hatte dagegen trotz großer Mühe die dritte Runde erreicht.

Die frühere Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa steht ebenfalls in der dritten Runde. Die 31 Jahre alte Russin entschied das letzte Match der Night Session gegen die Rumänin Sorana Cirstea mit 6:2, 7:5 für sich und komplettierte damit die dritte Runde der Damen-Konkurrenz. Dort trifft die US-Open-Siegerin von 2006 auf die letztjährige French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko. Die Weltranglisten-Zehnte aus Lettland hatte in der ersten Runde Andrea Petkovic aus Darmstadt knapp bezwungen.

Wimbledonsieger Novak Djokovic kam ohne größere Probleme weiter. Der zweimalige New-York-Champion schlug den Amerikaner Tennys Sandgren i6:1, 6:3, 6:7 (2:7), 6:2. Der Serbe ließ sich auch nicht von einem vergebenen Matchball beim Stand von 5:4 im dritten Satz bremsen. Schon zuvor ließ er einige Chancen ungenutzt und ärgerte sich darüber. "Ich war zweieinhalb Sätze lang sehr zufrieden mit meinem Spiel, dann war ich angepisst und habe die Konzentration verloren. Ich hoffe, ich lerne etwas daraus", sagte Djokovic, dessen nächster Kontrahent der Franzose Richard Gasquet ist. Auch Ex-Champion Marin Cilic aus Kroatien und der ehemalige Finalist Kei Nishikori aus Japan stehen unter den letzten 32.

Der fünfmalige US-Open-Sieger Roger Federer zog mit einem glatten Sieg in die dritte Runde ein. Der Weltranglisten-Zweite aus der Schweiz bezwang den Franzosen Benoît Paire mit 7:5, 6:4, 6:4. Nächster Gegner des 37-Jährigen ist der Australier Nick Kyrgios, bei dessen 4:6, 7:6 (8:6), 6:3, 6:0-Sieg gegen den Franzosen Pierre-Hugues Herbert es einen bizarren Zwischenfall gab.

Als Kyrgios nach dem verlorenen ersten Satz im zweiten Durchgang 0:3 zurücklag, kletterte der schwedische Schiedsrichter Mohamed Lahyani von seinem Stuhl und sprach mit Kyrgios über dessen Leistung. "Er hat gesagt, dass das kein gutes Bild für den Sport abgibt", berichtete der von einigen Fans ausgebuhte Kyrgios.

Lahyani habe ihm definitiv nicht geholfen oder Tipps gegeben. Von Coaching zu sprechen, sei lächerlich. Er habe sich in der Hitze anderthalb Sätze lang nicht gut gefühlt und dann etwas Salz geben lassen, betonte der 23-Jährige in seiner mit ironischen und teilweise sarkastischen Antworten gespickten Pressekonferenz. Kyrgios ist wegen wiederholten Fehlverhaltens immer wieder mit Strafen belegt worden.

US-Open-Oberschiedsrichter Brian Earley erklärte, Lahyani habe seinen Stuhl verlassen, damit ihn Kyrgios im Lärm verstehe. Lahyani habe sich erkundigen wollen, ob der Weltranglisten-30. medizinische Hilfe benötige. Er habe auch darauf hingewiesen, dass er einschreiten müsse, falls Kyrgios weiter so desinteressiert wirke.

dpa

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