TBV tritt am Sonntag in Kassel an

Treffen alter Weggefährten: Warum Lemgo-Trainer Kehrmann die MT Melsungen mag

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EM-Helden von 2004: Die früheren deutschen Nationalspieler Florian Kehrmann (links) und Heiko Grimm sind im Jubel vereint.

„Melsungen hat eine sehr sympathische Mannschaft.“ Dieser Satz könnte auch aus dem Mund eines MT-Fans kommen. Gesagt hat ihn aber Florian Kehrmann, Trainer des Handball-Bundesligisten TBV Lemgo. Am Sonntag tritt er mit seiner Mannschaft bei der MT an.

Am Sonntag ab 12.30 Uhr gastiert der Weltmeister von 2007 mit den Lippern in der Kasseler Rothenbach-Halle bei den Melsungern – und er freut sich auf das Wiedersehen mit vielen alten Weggefährten beim Bundesliga-Spiel, das die HNA am Sonntag live per Internetradio überträgt.

Mit Finn Lemke, Timm Schneider und Arjan Haenen hat er selbst noch in Lemgo zusammengespielt. Aber auch viele weitere MT-Gesichter genießen seine volle Wertschätzung – von den Müller-Zwillingen, über Coach Michael Roth bis hin zu dessen Assistenten Heiko Grimm. Besonders Grimm. Die beiden Ex-Außen begegneten sich nicht nur dutzendfach in der Bundesliga, sie feierten zusammen auch mit der deutschen Nationalmannschaft große Erfolge: Vize-Weltmeister 2003, Europameister 2004. Es war eine Goldene Generation. Beim Gewinn von Olympia-Silber 2004 in Athen war Grimm zwar nicht dabei, er hatte aber die gut vierwöchige Vorbereitung in Köln mitgemacht. Das schweißt zusammen.

Personelle Lage in Lemgo angespannt

„Flo und ich hatten uns ein bisschen aus den Augen verloren“, erzählt Grimm. Im Januar beim Turnier um den Salming-Cup in Verl kreuzten sich dann mal wieder ihre Wege – die beiden 40-Jährigen tauschten sich aus. Inwieweit dies beim Bundesliga-Kräftemessen am Sonntag möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Der Melsunger Co-Trainer lobt die Arbeit Kehrmanns bei den Lemgoern: „Seine Ansprachen während der Auszeit sind richtig gut. Obwohl er vom Alter her noch nah dran an den Spielern ist, strahlt er viel Ruhe aus.“

MT Melsungen - der Kader der Saison 2017/2018

Dabei ist die personelle Lage bei den Lippern zurzeit arg angespannt. Jari Lemke, Bruder des Melsunger Nationalspielers Finn Lemke, erlitt einen Kreuzbandriss und fällt nach erfolgreicher Knie-OP Monate aus. Die Routiniers Fabian van Olphen und Christoph Theuerkauf sind so schwer angeschlagen, dass sie gar nicht trainieren können – ihr Einsatz ist höchst fraglich. Zudem verabschiedete sich Azat Valiullin im Januar kurzfristig Richtung Ludwigshafen. So teilen sich im linken Rückraum Tim Suton und Andrej Kogut den Job, den eigentlich Jari Lemke erledigen sollte.

Florian Kehrmann, dem ein verhältnismäßig kleiner Kader zur Verfügung steht, macht aus der Not eine Tugend – er schenkt verstärkt Talenten aus dem eigenen Nachwuchs das Vertrauen. „Es macht mir viel Freude, junge Spieler zu entwickeln“, betont Kehrmann.

Zwei 17-Jährige im Aufgebot

Gegen Melsungen beruft er erneut neben Reservespieler Alexander Engelhardt (21 Jahre) zwei 17-Jährige ins Aufgebot: Fynn Hangstein und Julius Rose. Dementsprechend demütig geht der TBV-Coach die Aufgabe auf dem Kasseler Messegelände an. Das 26:26-Unentschieden aus der Vorrunde ist kein Maßstab. „Die MT Melsungen hat mittlerweile gut in die Saison gefunden und ihre Stärke unter Beweis gestellt“, betont Kehrmann. Was nichts daran ändert, dass er einige Sympathien für das Melsunger Team hegt.

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Quelle: HNA

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