Der Schnellcheck

MT verliert großen Pokalkampf gegen Flensburg

Freie Bahn: Melsungens starker Linksaußen Michael Allendorf erzielt hier eines seiner elf Tore. Die Flensburger Thomas Mogensen (Mitte) und Lasse Svan 8am Boden) sowie MT-Kollege Timm Schneider beobachten ihn. Foto: Kirschner
+
Freie Bahn: Melsungens starker Linksaußen Michael Allendorf erzielt hier eines seiner elf Tore. Die Flensburger Thomas Mogensen (Mitte) und Lasse Svan 8am Boden) sowie MT-Kollege Timm Schneider beobachten ihn.

Kassel. Die MT Melsungen ist beim Final Four in Hamburg nicht dabei. Im Viertelfinale des DHB-Pokals bei der SG Flensburg-Handewitt schlug sich das Handball-Team von Trainer Michael Roth hervorragend, musste aber eine 28:32 (18:17)-Niederlage quittieren.

Unser Schnellcheck:

Wie war das Spiel der MT in Flensburg?

Da die Nordhessen auf die verletzten Felix Danner und Nenad Vuckovic verzichten mussten, dürfte der eine oder andere neutrale Fan mit einer frühen Entscheidung gerechnet haben. Doch weit gefehlt: Die Sieben der Gäste, bei denen Philipp Müller nach überstandenem Magen- und Darm-Infekt wieder auflaufen konnte, hielt erst mal prächtig mit. Marino Maric machte ein gutes Spiel, aber auch Torwart Johan Sjöstrand und die Außen überzeugten. Insbesondere Michael Allendorf (elf Tore) war ein Aktivposten. Wenn man den Melsungern etwas vorwerfen konnte, dann war es das eigene Rückzugsverhalten. Zu häufig kassierten sie Treffer aus der zweiten und dritten Welle der Norddeutschen. So lag die MT zwar manchmal auch mit einem Tor Abstand vorn, vergab aber ein besseres Zwischenergebnis, weil sie die nötige Kompaktheit in der Deckung vermissen ließ.

Ihre einzige Zwei-Tore-Führung hatten die Nordhessen kurz nach Wiederbeginn. Da traf Momir Rnic kurz nach seiner Hereinnahme zum 19:17 (31.). Doch auch dieser kleine Vorsprung war schnell verspielt: aufgrund der Treffer von Johan Jakobsson, Lasse Svan und Jim Gottfridsson (34.). Kurz darauf gelang Flensburgs überragender Linksaußen Anders Eggert das 22:20 (36.) – in einer Phase, als die MT wegen der Zeitstrafen gegen Johannes Sellin und Youngster Johannes Golla zwei Mann weniger auf dem Feld hatte. 

In der 47. Minute gelang den Hausherren, bei denen der eingewechselte Schlussmann Kevin Möller etliche wichtige Würfe entschärfte, durch einen Doppelpack von Henrik Toft Hansen das 27:23. Doch mehr als bis auf vier Treffer konnte sich die SG nicht absetzen. Und so wurde es der erhoffte Pokal-Fight. Umso mehr, als Michael Müller nach tollem Kempa-Anspiel seines Zwillingsbruders Philipp auf 27:29 verkürzte. Erst mit dem 31:28 von Rasmus Lauge war das Duell entschieden (58.).

War denn das Ergebnis gerecht?

Mit ein bisschen Glück hätte die MT eine Verlängerung erreichen können. Doch weil die Heimmannschaft in der zweiten Halbzeit Vorteile auf der Torwartposition hatte, war der Sieg des Favoriten auch nicht unverdient.

Wer war der Mann des Abends?

Oft machte Mattias Andersson in Vergleichen mit Melsungen den Unterschied. Diesmal schaffte es der Schwede nicht, seinen Kasten zu vernageln. Doch sein Ersatz, der Däne Kevin Möller, entpuppte sich diesmal als großartiger Rückhalt.

Gab es in der Flens Arena einen Aufreger?

Nichts, was ein Wiederholungsspiel im Viertelfinale erforderlich macht – in einem solchen waren die Nordhessen ja im Februar dieses Jahres an den Rhein-Neckar Löwen gescheitert. Zumindest einige harte Zweikämpfe lieferten sich Melsungens Kapitän Michael Müller und Jacob Heinl. Wenn die beiden Streithähne nicht immer rasch getrennt worden wären, wäre es vielleicht nicht bei einigen unschönen Worten geblieben.

Wie war die TV-Übertragung?

Einmal abgesehen davon, dass der Sport-1-Zuschauer – wegen der Berichterstattung vom EM-Hauptrundenspiel der deutschen Frauen – das komplette MT-Spiel nur am Computer und nicht im Fernseher verfolgen konnte, war es ziemlich unterhaltsam. So wie immer halt, wenn Stefan Kretzschmar beteiligt ist. Als Melsungens Dener Jaanimaa mit einer Adduktorenverletzung das Feld verlassen musste (19.), sagte der Handball-Experte trocken: „Ich dachte, er hätte einen Tritt gegen die Eier bekommen.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare