Handball-Bundesliga: Vertrag bei der MT Melsungen nach Amtsantritt übererfüllt

MT: Trainer Roth will neue Ziele setzen

Hat in Melsungen viel bewegt: Michael Roth Foto: Fischer

Melsungen. Langsam, aber sicher sickern die Details eines häufig erwähnten, aber nie offengelegten „Vertrages“ zwischen Michael Roth, dem Coach der MT Melsungen, und seinen Spielern durch:

Eine Abmachung, getroffen nach dem Trainerwechsel beim heimischen Handball-Bundesligisten, gültig für 48 Trainingstage und elf Spiele.

Wichtigster Grundsatz der Vereinbarung: „Nur das Team zählt.“ Der nach außen durchaus sichtbare Versuch, die verunsicherte Mannschaft einzuschwören, fruchtete. Zumal der „Zielrahmen“ (Roth) - zehn Punkte bis zur WM-Pause plus ein Überwintern im Pokal - übererfüllt wurde. Schon vor dem Auswärtsspiel beim TSV Hannover-Burgdorf waren die Melsunger in der Meisterschaft dank einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage im Soll und setzten beim 35:30 in der AWD-Arena - einer eindrucksvollen Revanche für die Hinspielniederlage - noch einen drauf. Also ist die vom 48-Jährigen selbst verordnete Schweigepflicht weitgehend aufgehoben.

„Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen“, begründete Michael Roth sein ungewöhnliches Vorgehen. Ein neuer Vertrag für die restlichen 15 Spiele ist nicht geplant, dafür will der Ex-Wetzlarer seinen Schützlingen „neue Ziele“ setzen. Wobei er das Team weiterhin in die Pflicht nimmt: „Bisher hat die Mannschaft nur das korrigiert, was sie vorher verbockt hat.“

Was trotzdem bei seinem Amtsantritt kaum zu erwarten war. Nun gilt es nachzulegen. Zunächst mit einem Trainingslager auf Fuerteventura (ab 11. Januar), wo die konditionellen Grundlagen für die Rest-Rückrunde gebildet werden. Mit unverändertem Kader. Mit all jenen also, die sich als zuverlässige Vertragspartner entpuppt haben.

Von Ralf Ohm

Quelle: HNA

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