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Trainer Roberto Garcia Parrondo vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen findet nach Heimpleite klare Worte

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Frust im MT-Lager: (von links) Co-Trainer Arjan Haenen, Domagoj Pavlovic (vorn), Gleb Kalarash und Michael Allendorf.
Frust im MT-Lager: (von links) Co-Trainer Arjan Haenen, Domagoj Pavlovic (vorn), Gleb Kalarash und Michael Allendorf. © Dieter schachtschneider

Handball-Bundesligist MT Melsungen fällt bei der 22:29-Heimpleite gegen die TSV Hannover-Burgdorf in alte Muster zurück.

Kassel – Seitdem Roberto Garcia Parrondo Trainer bei der MT Melsungen ist, hat das Team durchaus an Stabilität gewonnen. Die schmerzhafte 25:29-Schlappe im vergangenen November gegen GWD Minden war das einzige Mal, dass sich das Team nahezu kampflos in sein Schicksal ergab. Bis zum Donnerstagabend. Bis zum Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Bis zu einer 22:29-Pleite, die Erinnerungen an ganz bittere Zeiten weckte.

„Es war eines der schlechtesten Spiele in meiner Karriere als Trainer, das schlechteste, seit ich hier bin“, sagte Parrondo und nahm kein Blatt vor den Mund. Wie verärgert er von der Leistung seines Teams war, spiegelte sich schon in dem Umstand wider, dass er in der zweiten Hälfte auf die beiden noch möglichen Auszeiten verzichtete: „Ich hatte den Spielern schon klare Anweisungen gegeben. Was hätte ich da noch mehr tun können?“ Zwar weiß er auch um die personellen Probleme in seinem Kader, Verständnis für den Auftritt hatte er aber nicht.

Eingesetzt: Florian Drosten (links) und Manuel Hörr.
Eingesetzt: Florian Drosten (links) und Manuel Hörr. © Schachtschneider, Dieter

Die zweite Hälfte bezeichnete er als „Desaster“. Der Spanier zählte bei seinem Team insgesamt 17 Fehlwürfe und 17 technische Fehler. Das ist bei einer Mannschaft, die noch Chancen auf eine Europacup-Teilnahme hat, nicht zu erklären. Die zuletzt auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzenden Gäste gaben dagegen ein ganz anderes Bild. Coach Christian Prokop lobte Einsatz und Disziplin seines Teams. Ivan Martinovic, der zukünftige Melsunger, ergänzte: „Wir wollten ein besseres Gesicht zeigen. Jeder hat für jeden gekämpft. Es fühlt sich gut an, weil ich noch ein Spieler der Recken bin.“ Seine Klasse bewies er bei einem Kempa-Tor, als er schließlich mit einem Wurf hinter dem Rücken Torwart Silvio Heinevetter überwand. „Das hat im Training schon ganz gut geklappt“, erklärte Martinovic.

Etliche Anspiele der Melsunger landeten indes irgendwo – nur nicht beim Mitspieler. Den besonders belasteten Domagoj Pavlovic, Julius Kühn und Kai Häfner gelang im dritten Spiel innerhalb von acht Tagen wenig. „Wenn Domba, Julius und Kai nicht gut spielen, habe ich keine Optionen zum Wechseln“, stellte Parrondo fest. Erst spät entschied er sich, mit Rohat Sahin, Florian Drosten und dem noch einmal erfolgreichen Manuel Hörr drei Talente einzusetzen.

Zwar sind es für die MT noch fünf Saisonspiele, der Trainer blickt aber schon weiter voraus. „Die Spieler, die im Sommer gehen werden, sind jetzt nicht unbedingt die Schuldigen. Wenn aber eine Mannschaft immer wieder solche negativen Erfahrungen zusammen erlebt, dann muss man die Gruppe verändern“, erklärte der 41-Jährige. Das Ziel für die nächste Spielzeit ist klar: Die MT will wieder nach Europa.

Zu denen, die Melsungen verlassen müssen, wird auch Gleb Kalarash gehören. „Ich kann mich schon jetzt bei Gleb bedanken. Er hat uns geholfen. Ich mag ihn. Aber wir haben keinen freien Platz für ihn“, sagte Parrondo.

Neben Arnar Freyr Arnarsson und Finn Lemke, der nach langer Verletzungspause wohl erst in der Vorbereitung zur kommenden Saison wieder einsteigen wird, plant der Spanier noch mit einem weiteren Mann in der Abwehr auf der Vier – einer Position im Innenblock. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich dabei um den Brasilianer Rogerio Moraes.

Parrondo möchte dem Vernehmen nach mit 20, 21 Spielern in die nächste Saison gehen, 16 davon werden gestandene Profis sein. Der Rest sind eigene Talente. Es hat sich längst abgezeichnet, dass sich das Thema MT Deutschland erledigt hat. „Für mich spielt keine Rolle, welche Nationalität ein Spieler hat“, erläutert der Handball-Lehrer, „er muss nur die Qualität haben und die nötige Einstellung mitbringen.“ Etwas, was er am Donnerstag bei der Partie gegen Hannover nicht allen Akteuren bescheinigen konnte. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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