Ein Spiel mit vielen Geschichten - 20.30 Uhr, Kassel

MT empfängt Minden: Heute stehen nicht nur ein Jubilar und ein Torjäger im Fokus

+
Zum Spieler des Monats Februar in der Handball-Bundesliga gekürt: Melsungens Torjäger Julius Kühn.

Kassel. Wer ist gesund, wer kann spielen? Das waren in dieser Woche die beherrschenden Fragen im Lager des Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

Auch am Tag vor dem heutigen Heimspiel (20.30 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) gegen GWD Minden kann Trainer Michael Roth darauf keine klaren Antworten geben. Schon deshalb, weil Spieler wie Johan Sjöstrand und Lasse Mikkelsen wegen eines fiebrigen, grippalen Infekts bis Freitag Trainingsverbot hatten. Wer heute im Fokus steht:

Der Jubilar

Vor seinem 500. Bundesligaspiel: Michael Roth.

Sein erstes Bundesliga-Spiel als verantwortlicher Trainer absolvierte Roth am 29. August 2003: Er kassierte mit mit der SG Kronau/Östringen eine 26:37-Niederlage in Wetzlar. Mit der Partie gegen Minden steht der 56-Jährige zum 500. Mal bei einem Erstliga-Duell an der Seitenlinie. „So ein Jubiläum ist ähnlich hoch einzuschätzen wie eine 20-jährige Firmenzugehörigkeit“, stellt Roth erfreut fest, „besonders stolz bin ich darauf, dass ich praktisch überall lange Engagements hatte.“ Wetzlar hatte er 2010 auf eigenen Wunsch vorzeitig verlassen. Nur ein anderer Coach war noch länger ununterbrochen in der höchsten deutschen Klasse tätig: Kiels Alfred Gislason (insgesamt 651 Spiele).

Dass er schon lange in diesem Geschäft aktiv ist, erkennt Roth vor allem daran, dass einige ehemalige Schützlinge von ihm auf der Zielgeraden ihrer Karriere sind. Christian Zeitz etwa hatte er bereits unter seinen Fittichen, als dieser gerade 16 Jahre alt war. Im November wird der Linkshänder 38.

Der Hochgelobte

Die EM war nicht nach Wunsch für Julius Kühn verlaufen. In der Bundesliga präsentierte er sich nach der Europameisterschaft umso stärker: drei Spiele, 33 Tore. Seine Wurfquote lag bei knapp 85 Prozent – weltklasse. Kein Wunder also, dass er in der Bundesliga vor Flensburgs Torwart Mattias Andersson zum Spieler des Monats Februar gekürt wurde. Zwar freut sich Kühn über die Auszeichnung, sagt aber auch: „Ich hätte lieber noch mehr Spiele mit der MT gewonnen.“ Das 28:20 zum Restrundenstart gegen Leipzig war der einzige Sieg. Gegen Minden soll es wieder einen doppelten Punktgewinn geben. „Wir müssen die personellen Probleme ausblenden“, betont der 24-Jährige, „zuletzt haben wir die Vorgaben in der Abwehr nicht immer gut umgesetzt. Jetzt müssen wir besser zusammenstehen.“

Der Abwehrchef

Zurück im MT-Team: Finn Lemke.

Zwei Wochen musste Finn Lemke wegen einer Zerrung mit dem Training aussetzen. Jetzt kann er wieder und brennt auf seinen Einsatz. Für die Defensive ist Lemke fast unerlässlich. „Ich weiß, wie jeder bei uns darauf pocht, die jüngsten Punktverluste ausmerzen zu wollen“, erklärt der 2,10-m-Hüne, „wir müssen den Gegner zu schwierigen Würfen zwingen.“ Der Ex-Magdeburger warnt vor der Aufbaureihe der Ostwestfalen mit Spielmacher Dalibor Doder, Rückraumschütze Christoffer Rambo und Nationalmannschaftskollege Marian Michalczik. „Es macht immer Spaß, gegen Minden zu spielen, denn diese Mannschaft kann einiges einstecken“, ergänzt Lemke.

Der Rückkehrer

Ex-Melsunger in Minden: Anton Mansson.

Auch die Mindener waren zuletzt nicht komplett. Andreas Cederholm leidet beispielsweise noch unter den Folgen einer Gehirnerschütterung. „Wir haben auch einige angeschlagene Spieler“, betont der frühere Melsunger Kreisläufer Anton Mansson, der zuletzt ebenfalls wegen einer Grippe passen musste.

Dem Duell mit den Ex-Kollegen sieht der Schwede gelassen entgegen. „Melsungen ist klarer Favorit. Wir reisen ganz entspannt an, haben aber am Beispiel Lemgo gesehen, was in Kassel möglich ist.“

 

Wir übertragen die Partie ab 20.25 Uhr live im Radio.

Quelle: HNA

Kommentare