Vier-Nationen-Turnier: Deutsche kanzeln Russland und Island ab

Sellin feiert Sieg mit Auswahl

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Warf drei Tore gegen Island: Johannes Sellin. 

Oberhausen/Dortmund. „Schade“, sagte Johannes Sellin, „dass wir nicht von Anfang an so aufgetreten sind.“ Der Bundesliga-Profi von der MT Melsungen hätte mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft gern alle drei Spiele beim Vier-Nationen-Turnier im Ruhrgebiet gewonnen.

Allerdings konnten sich er und seine Kollegen darüber freuen, dass sie sich nach dem unnötigen 28:29 zum Auftakt in Dortmund gegen Österreich mit zwei klaren Erfolgen in Krefeld gegen Russland (35:26) und in Oberhausen gegen Island (32:24) noch den Gesamtsieg sicherten.

„Wir haben die richtige Reaktion gezeigt“, stellte Sellin fest. Wobei die Auftritte des Rechtsaußen immer auch ein bisschen für die jeweilige Leistung der DHB-Auswahl standen. War ihm gegen die Österreicher nicht viel gelungen, so fügte er sich gegen die Russen nach seiner Einwechslung zehn Minuten vor Ende prima ein und traf nach einem Konter auf Zuspiel von Kai Häfner. Im abschließenden Vergleich mit den Nordeuropäern, als die Gastgeber zwischenzeitlich mit 13 Treffern Differenz führten (29:16, 48.), glückten Sellin insgesamt 3/1-Tore. Dabei profitierte der 23-Jährige davon, dass Patrick Groetzki, normalerweise die Nummer eins auf der rechten Außenbahn, am letzten Turniertag wegen einer leichten Bauchmuskelverletzung passen musste.

Eine weitere Schwächung für die Schützlinge von Bundestrainer Martin Heuberger, nachdem bei den ersten Vorstellungen des Jahres von vornherein unter anderem Sven-Sören Christophersen, Steffen Weinhold und Michael Haaß verletzungsbedingt nicht zur Verfügung gestanden hatten. Dafür bekamen Nachwuchshoffnungen wie Finn Lemke, Fabian Wiede und Torsteher Dario Quenstedt, der gegen Island glänzte, Bewährungschancen.

„Es dauert einfach, bis man in einer veränderten Besetzung eingespielt ist“, erklärte der starke Kreisläufer Patrick Wiencek die Anlaufschwierigkeiten bei dieser dreitägigen Veranstaltung. Die diente zum einen dazu, sich weiter in Form zu bringen für die wichtigen WM-Qualifikationspartien im Juni. Denn anders als die drei Gegner der vergangenen Tage bleibt den deutschen Handballern bei der am 12. Januar beginnenden EM in Dänemark nur die Zuschauerrolle. „Ich habe jetzt eine ganz andere Anspannung“, meinte der erfahrene Linksaußen Dominik Klein, der sonst um diese Zeit mitten in der Vorbereitung auf ein großes Turnier war.

Zum anderen ging es darum, verloren gegangenen Kredit bei den Fans zurückzuerobern. „Bei den Zuschauerzahlen ist ein Aufwärtstrend zu erkennen“, freute sich DHB-Präsident Bernhard Bauer. In Krefeld war die Halle ausverkauft (5140 Fans), in Oberhausen kamen sogar 6300 Anhänger. „Wir haben wieder mehr Unterstützung gespürt“, meinte Sellin. Der Melsunger hat diese Woche frei. Dafür verstärkt sein MT-Kamerad Felix Danner die deutsche Mannschaft bei den Tests am Wochenende in Tunesien.

Von Björn Mahr

Quelle: HNA

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