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Rückkehr, fränkischer Wein und ein Dummbeutel: Für MT-Torwarttrainer Carsten Lichtlein wird die Partie gegen Erlangen eine besondere

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Von: Björn Mahr

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Der Hofgarten-Park in Würzburg.
Beliebter Ort in Würzburg: der Hofgarten-Park. © Imago/Jose Antonio Moreno

Wenn die MT Melsungen in der Handball-Bundesliga am Sonntag ab 16.05 Uhr (Arena Nürnberger Versicherung) beim HC Erlangen zu Gast ist, dann ist es für Carsten Lichtlein die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte.

Melsungen – Noch mehr ist es für den neuen Torwarttrainer der MT aber ein Gastspiel in der Nähe seiner Heimat. Der 41-Jährige stammt aus Würzburg – und das gehört bekanntermaßen genauso zur Region Franken wie Nürnberg, wo die Partie ausgetragen wird.

Lichtleins Familie lebt in Würzburg. Im Stadtteil Heidingsfeld begann seine Karriere. Sein Vater Artur, der 1973 mit dem TV Großwallstadt durch ein 13:10 im Endspiel gegen die SVH Kassel deutscher Feldhandballmeister wurde, war in der Jugend sein Trainer. Über die Station TV Kirchzell ging es nach Großwallstadt, wo Lichtlein zum Bundesliga-Torhüter wurde. Zwar liegt diese Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, sein Dialekt verwässerte aber in der Grenzregion zu Hessen. „Ich habe einen Mischmasch aus fränkisch und hessisch gesprochen“, erinnert sich Lichtlein.

Ganz vorbei mit dem Fränkischen war es nach seinem Wechsel aus dem Franken- ins Lipperland: „Wenn ich dann immer aus Lemgo in die Heimat gekommen bin, haben die Freunde in Würzburg gesagt: Du sprichst ja hochdeutsch“, erzählt er. Sobald er aber ein paar Tage blieb, wurden bei ihm aus den Buchstaben T und P aber rasch wieder D und B – typisch Fränkisch eben. „Man passt sich immer schnell an“, erklärt der Würzburger. Als er in Gummersbach tätig war, nahm er ein bisschen den kölschen Dialekt an.

Manchmal kommen ihm beim Training in Melsungen ein paar fränkische Begriffe über die Lippen. Lichtlein sagt schmunzelnd: „Wenn ich im Spaß Dummbeutel zu unserem Co-Trainer Ari Haenen sage, dann versteht er das als Niederländer ja nicht.“

Wenn er nach Würzburg kommt, dann ist er am liebsten bei Frau und Kindern. Wenn es passt, dann trifft er sich mit Kumpels bei diversen Veranstaltungen wie dem Würzburger Hofgarten-Weinfest. Lieber fränkisches Bier oder lieber fränkischen Wein? Lichtlein sagt lachend: „Da habe ich mich nicht festgelegt.“

Am Sonntag trifft er in Nürnberg einige alte Weggefährten wieder – wie Spielmacher Nico Büdel, Kreisläufer Sebastian Firnhaber, Rechtsaußen Johannes Sellin und Rückraumschütze Antonio Metzner. „Ich habe mich wohlgefühlt, im Verein, in der Mannschaft.“ Der gute Start der Erlanger nötigt ihm Respekt ab: „Sie spielen sehr schnell. Da musst du als Gegner die Angriffe gut nutzen.“

Ein dickes Lob hat er für seinen Nachfolger beim HCE, Klemen Ferlin, parat. „Vom Stellungsspiel erinnert er mich an den schwedischen Ex-Profi Mattias Andersson.“ Der Slowene misst zwar nur 1,92 m. „Für seine Größe“, so Lichtlein, „macht er sich aber sehr groß.“ (Björn Mahr)

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