Handball: Heimischer Bundesligist vier Punkte unter Soll - Rückraumlinker gesucht

Pause für Melsungen ein Segen

Melsungen. Es gibt wohl kaum eine Mannschaft in der Handball-Bundesliga, die die EM-Pause so herbeigesehnt hat wie die MT Melsungen. "Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für uns", sagt Alexander Fölker, der Sportliche Leiter, angesichts der gewaltigen Verletzungsprobleme.

Und in der Hoffnung auf baldige Genesung sowie eine volle Kapelle, wenn am 11. Januar das Training (mit anschließendem Trainingslager in Fuerteventura) wieder aufgenommen und am 21. Februar (in Balingen) die Saison fortgesetzt wird.

"Ohne sechs" (Stojanovic, Karipidis, Sanikis, Junillon, Aagaard und Anusic) und mit einem kaum einsatzfähigen Alexandros Vasilakis (Zerrung) reisten die Melsunger nach Kiel. Und verkauften sich unter diesen Umständen trotz der 18:32-Niederlage gar nicht mal so schlecht. Besonders nach dem Wechsel, als die Gäste den Pausenrückstand bis zur 43. Minute (19:12) gar um ein Tor verringern konnten. Danach jedoch gingen dem Rumpfteam mit dem etatmäßigen Kreisläufer Felix Danner als Spielmacher die Kräfte aus.

12 Punkte aus 18 Spielen

Es bleibt also am ersten Spieltag der Rückrunde bei den erreichten 12 Punkten aus 18 Spielen - eine trotz der Personalnot eher karge Ausbeute. "Vier Punkte mehr" hätte sich Alexander Fölker gewünscht, wobei wohl am meisten die 26:31-Niederlage in Dormagen sowie die 25:31-Heimpleite gegen Berlin nach starker Leistung gegen Göppingen (28:26) schmerzten. Rückschläge, die auch auf einen noch nicht vollständig vollzogenen Systemwechsel unter dem neuen Trainer Ryan Zinglersen zurückzuführen sind, der wiederum unter den dauernden Ausfällen von Leistungsträgern litt.

Immerhin: Die "Pflichtsiege" wurden eingefahren, ohne dass sich die MT deshalb aber in Sicherheit wiegen kann. "Wir müssen aufpassen und hart an uns arbeiten", warnt der Sportliche Leiter mit Blick auf den Relegationsplatz, der gerade mal vier Punkte entfernt ist. Also ist die frühzeitige Absicherung nach unten erste Spielerpflicht.

Die wäre Alexander Fölker natürlich auch bei seinen Personalplanungen behilflich. Vier Abgänge zum Ende der Saison stehen fest (Junillon, Tellander, Anusic, Herold), ein fünfter bahnt sich an (Stojanovic) und ein sechster ist möglich. Dann nämlich, wenn Thomas Klitgaard von der Option der Auflösung seines bis 2011 laufenden Vertrages Gebrauch macht.

Dem steht bisher erst ein Neuzugang, Christian Zufelde vom Zweitligisten Post Schwerin, gegenüber. Für Junillon und (wahrscheinlich) Stojanovic soll ein torgefährlicher und abwehrstarker Rückraumlinker verpflichtet werden, so dass sich Grigorios Sanikis und Nenad Vuckovic weiterhin die Spielmacherposition teilen können. Dazu wird der Sportliche Leiter bei der Europameisterschaft in Österreich (19. bis 31. Januar) einige Kandidaten unter die Lupe nehmen.

Vuckovic für Serbien

Weitere "EM-Teilnehmer" sind Trainer Zinglersen als Co-Kommentator des dänischen Fernsehens und Nenad Vuckovic, der für Serbien aufläuft. Und damit nicht in den Genuss der herbeigesehnten Pause kommt.

Von Ralf Ohm

Quelle: HNA

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