Aber noch nicht überall ein Haken dran

MT-Restrundencheck: Melsunger sorgen vor allem mit starker Abwehr für Begeisterung

Unter Volldampf: Melsungens Linksaußen Michael Allendorf verwandelte drei von vier Siebenmetern. Foto: Schachtschneider

Kassel. Der Start ist geschafft. Zum Auftakt der Restrunde gelang den Bundeliga-Handballern der MT Melsungen mit dem 28:20 gegen den SC DHfK Leipzig ein souverän herausgespielter Pflichtsieg.

Nun wartet schon der nächste Kracher: Vor dem Spiel am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) in der Flens-Arena bei der SG Flensburg-Handewitt gibt es die MT im Restrundencheck. Noch ist nicht überall ein Haken dran:

Das Trainerteam

Eine spannende Frage vor dem ersten Pflichtspiel im Kalenderjahr war: Wie sehr tritt der neue Assistenzcoach Heiko Grimm am Spielfeldrand in Erscheinung? Sagen wir es mal so: Ruhig auf der Bank gesessen hat der Ex-Nationalspieler nicht. Er suchte ständig das Gespräch mit Cheftrainer Michael Roth und den Spielern. „Wir brüten gemeinsam etwas aus. Das gibt mir zusätzliche Sicherheit“, lobt Roth den Austausch mit Grimm. Torwarttrainer Mile Malesevic führt die Statistik.

Die Torausbeute

28 eigene Treffer sind grundsätzlich in Ordnung. Gemessen allerdings an dem, was gegen Leipzig möglich gewesen wäre, war es unbefriedigend. Denn es wurde noch ein halbes Dutzend glasklarer Möglichkeiten ausgelassen. Speziell vom Kreis kam zu wenig. Für den einzigen Treffer eines Kreisläufers sorgte Felix Danner. Das fiel nur deshalb nicht auf, weil von allen anderen Angriffspositionen Torgefahr versprüht wurde. Zudem verwandelte Michael Allendorf drei von vier Siebenmetern sicher. Überragend natürlich: der zehnmal erfolgreiche Julius Kühn. Spielmacher Lasse Mikkelsen lobte seinen bulligen Nebenmann danach als „eine richtige Bombe“.

Die Torverhinderung

Auch wenn die Gäste durch den Ausfall der Rückraumspieler Niclas Pieczkowski, Franz Semper und Andreas Rojewski geschwächt waren: Die Deckung der Melsunger stand weitgehend sicher, dazu trug auch Schlussmann Johan Sjöstrand maßglich bei. „Unsere Abwehr hat viele Bälle erkämpft“, stellte Reichmann erfreut fest. Lediglich dem individuell starken Philipp Weber gelang es im ersten Durchgang, einige Ausrufezeichen zu setzen.

Das Personal

Die personelle Lage könnte besser sein. Torwart Nebosa Simic ging am Sonntag in der Rothenbach-Halle an Krücken, Timm Schneider musste wegen einer Schambeinentzündung pausieren – und Finn Lemke (Dehnung im Knie) stand nur für einen Kurzeinsatz zur Verfügung. Bei den Rückraumakteuren besteht große Hoffnung, dass sie in Kürze wieder mitmischen können. Anstelle von Simic durfte erstmals der kurzfristig verpflichtete Mathias Lenz ran. Sjöstrand freut sich über die Verstärkung: „Auf dem Niveau brauchst du noch einen Mann mit Erfahrung , und Mathias ist dazu noch ein netter Typ.“ Nach der Partie gegen Leipzig erfüllte der Ex-Friesenheimer bereitwillig die vielen Autogrammwünsche der kleinen und großen MT-Anhänger.

Die Fans

Wenn bei der MT-Saisonbilanz nach einer Zahl gesucht wird, die zu dieser Bundesliga-Runde besonders passt, dann kann es eigentlich nur eine geben: 4300. Gegen Leipzig war die Kasseler Rothenbach-Halle mit ebenso vielen Besuchern bereits zum achten Mal ausverkauft. Passend dazu: Manager Axel Geerken strich bei seiner Spielanalyse erst einmal die „überragende Unterstützung“ durch die Anhänger heraus.

MT Melsungen siegt 28:20 gegen Leipzig

Quelle: HNA

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