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MT-Profi Gleb Kalarash erinnert sich vor Spiel beim Spitzenreiter an seine Magdeburger Zeit

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Gibt der Melsunger Abwehr Stabilität: der Russe Gleb Kalarash.
Gibt der Melsunger Abwehr Stabilität: der Russe Gleb Kalarash. © Dieter Schachtschneider

Der Auftritt des Handball-Bundesligisten MT Melsungen morgen ab 13 Uhr beim SC Magdeburg weckt nicht nur bei den Gäste-Spielern Tobias Reichmann und Silvio Heinevetter Erinnerungen. Denn genauso wie der Rechtsaußen und der Torwart hat auch Melsungens Abwehrstratege und Kreisläufer Gleb Kalarash eine Magdeburger Vergangenheit.

„Das war praktisch mein erstes Profi-Jahr im Ausland. Zuvor war ich zwar in Saporoshje in der Ukraine, aber das war doch eher wie zu Hause“, berichtet der gebürtige Moskauer. In Magdeburg war dann vieles neu für den Russen – nicht zuletzt die deutsche Sprache. Von dem, was er bereits im Alter zwischen sechs und elf Jahren aufgeschnappt hat, als sein Vater Wladislaw in Deutschland für Schutterwald und Hildesheim spielte, hatte er wenig behalten. So musste er in Magdeburg eine Sprachenschule besuchen.

Obwohl er nicht immer die erhofften Spielanteile bekam, blickt er positiv auf die Zeit beim Topklub in Sachsen-Anhalt zurück: „Es war ein guter Schritt. Ich habe in diesem einen Jahr viel gelernt.“ Deswegen sei es schon sehr besonderes, wenn er jetzt dorthin zurückkehre.

Mit dem SCM schaffte er es in der Serie 2017/18 sogar ins Final 4 des EHF-Pokals. Doch trotz des Heimvorteils in der Getec-Arena belegten die Magdeburger lediglich den dritten Rang. „Wir waren sehr unglücklich danach“, sagt Kalarash rückblickend. Der 31-Jährige trifft morgen etliche Weggefährten wieder. Neben Erfolgscoach Bennet Wiegert gehörten seinerzeit schon Torwart Jannick Green, Marko Bezjak, Piotr Chrapkowski, Michael Damgaard, Christian O’Sullivan, Lukas Mertens und Daniel Pettersson zum SCM-Team.

Im Sommer 2017 erhielt Kalarash eine Anfrage von Vardar Skopje. Der Verein aus Nordmazedonien brauchte einen Mann für den Innenblock. „Ich habe relativ schnell Ja gesagt“, erinnert sich der 2,05 m große Hüne. Trainer bei Vardar damals: Roberto Garcia Parrondo. Unter dem Spanier, der inzwischen nun bei der MT sein Coach ist, gewann Kalarash unter anderem die Champions League.

Parrondo machte damals sehr gute Erfahrungen mit dem Russen. Weswegen es nur logisch war, dass der spanische Handball-Lehrer den Abwehrmann im Herbst vergangenen Jahres kurzerhand aus Balingen nach Melsungen holte. Die MT benötigte wegen des langfristigen Ausfalls von Finn Lemke einen adäquaten Ersatz.

Kalarash verhalf der Melsunger Hintermannschaft recht schnell zu mehr Stabilität. Beim unerwarteten 29:28-Auswärtssieg der Nordhessen kurz nach Weihnachten bei den Füchsen Berlin glänzte er nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Offensive. Kalarash hätte es verdient gehabt, dass ihn die MT über diesen Sommer hinaus behält. Parrondo tut die Trennung nach dieser Spielzeit auch leid: „Ich mag Gleb. Ich habe aber auf seiner Position leider keinen freien Platz für ihn.“ Die Melsunger planen auf der Position vier in der Deckung mit Lemke, Arnar Freyr Arnarsson und einem weiteren Mann. Dabei soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um den Brasilianer Rogerio Moraes handeln, mit dem Kalarash einst in Skopje zusammenspielte.

„Ich bin sehr traurig. Ich kenne Robertos System. Ich wäre sehr gern hiergeblieben“, betont der Defensivstratege. Wohin es ihn in den nächsten Monaten verschlägt – es steht noch nicht fest. Kalarash sagt: „Für einen Russen ist es zurzeit schwierig, einen Verein zu finden und einen Vertrag zu bekommen.“ (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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