Melsunger Handballer geben Spiel aus der Hand

MT verliert in Magdeburg, Kühn verpasst Torjägerkrone

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Erfolgreichster Melsunger Torschütze: Julius Kühn (Mitte) kommt hier gegen die Magdeburger Matthias Musche (links) und Marko Bezjak zum Wurf.   

Kassel. Das letzte Saisonspiel endete für die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen mit einer 31:33 (17:16)-Niederlage beim SC Magdeburg. Unser Schnellcheck:

Eins vorweg: Hat Melsungens Julius Kühn denn die Torjägerkrone geholt?

Nein. Dabei kann man nicht sagen, dass er nicht alles versucht hätte. Im Gegenteil: Er wurde häufig in Wurfposition gebracht und nahm sich auch viele Abschlüsse. Zudem durfte er die Siebenmeter werfen. Unter dem Strich hatte Kühn zwar zwölf Treffer, damit blieb der Rückraumschütze (224 Tore) aber hinter Hannovers Casper Mortensen (229), der parallel in Gummersbach 13-mal erfolgreich war.

Hat die Siegesserie der MT gehalten?

Noch einmal nein. Nach Siegen gegen den HC Erlangen, in Ludwigshafen, in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen und gegen Berlin hat es die Melsunger mal wieder erwischt. Lange Zeit hatten die Nordhessen sogar geführt. Erst kurz vor Schluss bogen die Hausherren auf die Siegerstraße ein. Tabellarisch hatte die Niederlage keine Auswirkungen für die MT Melsungen – den siebten Rang hatte das Team von Trainer Heiko Grimm schon sicher. Die Magdeburger behaupteten durch den Sieg den vierten Platz vor dem Rekordmeister THW Kiel.

Wie war denn das Spiel in Magdeburg?

Also die Melsunger haben zunächst da angeknüpft, wo sie beim Kantersieg gegen die Füchse Berlin aufgehört hatten. Mit den kleinen Unterschieden, dass diesmal Timm Schneider auf der Mitte operierte und Johan Sjöstrand anstelle des verletzten Nebojsa Simic zwischen den Pfosten groß aufspielte. Dem Schweden glückten allein in den ersten acht Minuten sechs Paraden. So setzten sich die Nordhessen durch Tore von Tobias Reichmann und Felix Danner von 3:2 auf 5:2 ab – und hatten auch in der Folgezeit alles unter Kontrolle. Kein Wunder, dass Gabor Langhans kurz nach seiner Einwechslung auf 12:7 für die Gäste stellte (18.). SCM-Coach Bennet Wiegert musste früh seine zweite Auszeit nehmen.

Intensiv am Kreis: Felix Danner (links) nimmt es mit Marko Bezjak (verdeckt) und Piotr Chrapkowski auf.

In einer praktisch bedeutungslosen Begegnung mangelte es bei beiden Klubs mitunter an der nötigen Konzentration. Es gab phasenweise etliche technische Fehler. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurde Magdeburg stärker und kam – gestützt auf einen sicheren Dario Quenstedt im Kasten – immer näher heran.

Nach der Pause blieb es ein intensives Kräftemessen. Die Teams schenkten sich unmittelbar vor der Sommerpause nichts. Es schien, als sollte der SCM mehr und mehr die Oberhand übernehmen. Allerdings: Aus einem 20:20 machte die MT durch Reichmann und Kühn (2) eine Drei-Tore-Führung (23:20, 41.). Die Melsunger profitierten in dieser Phase davon, dass der Gegner durch Zeitstrafen wiederholt personell geschwächt war.

Doch sie ließen in der Folgezeit einige klare Chancen aus – und der SCM gab sich nicht geschlagen, schlug immer wieder zurück und schaffte nicht nur durch Nationalspieler Matthias Musche den 30:30-Ausgleich, sondern ging durch Marko Bezjak in der 57. Minute erstmals in Führung (31:30). Mit dem 33:30 (60.) durch Christian O’Sullivan war die Partie praktisch entschieden.

Gab es denn auch einen Aufreger?

Es gab wie immer in Magdeburg einige hitzige Momente. Mit einem unrühmlichen Höhepunkt: Kurz vor Ende sah SCM-Regisseur Marko Bezjak nach einer Diskussion mit den Unparteiischen Nils Blümel und Jörg Loppaschewski die Blaue Karte.

Wie war die Übertragung beim Bezahlsender Sky?

Reporter Heiko Mallwitz hat einen guten Job gemacht, weil er die Fernsehzuschauer ständig über die Lage im Kampf um die Torjägerkrone informierte. Er hatte hörbar seinen Spaß: „Ein sehr unterhaltsames Spiel, allerdings mehr für die Zuschauer als für die Trainer.“

Alle Ergebnisse der MT-Spiele der Spielzeit 2017/2018 zum Nachlesen finden Sie hier.

Die Abschlusstabelle der Handball-Bundesliga

Quelle: HNA

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