Sonntag in Ludwigshafen zu Gast

MT Melsungen verliert gegen HBW Balingen-Weilstetten: „Ein Spiel wie Weiß und Schwarz“

Die MT-Profis mit (von links) Timo Kastening, Stefan Salger, Felix Danner, Julius Kühn, Paul Kompenhans, Tobias Reichmann, Yves Kunkel, Finn Lemke, Ole Pregler und Silvio Heinevetter.
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Gefrustet: die MT-Profis mit (von links) Timo Kastening, Stefan Salger, Felix Danner, Julius Kühn, Paul Kompenhans, Tobias Reichmann, Yves Kunkel, Finn Lemke, Ole Pregler und Silvio Heinevetter.

Vor dem Spiel am Sonntag bei den Eulen Ludwigshafen blicken wir noch einmal auf die Heimniederlage der MT Melsungen gegen HBW Balingen-Weilstetten.

Kassel – Die Hoffnung auf einen erfolgreichen März erfüllt sich für die MT Melsungen nicht. Nachdem das Team in der Handball-Bundesliga gegen Erlangen und bei Nordhorn-Lingen gewonnen hatte, gab es gegen HBW Balingen-Weilstetten mit dem 24:25 eine unerwartete und schmerzvolle Heimpleite. Damit wurde der leichte Aufwärtstrend schon vor der nächsten Partie der Melsunger am Sonntag ab 16 Uhr (Sky) bei den Eulen aus Ludwigshafen jäh gestoppt.

Die Wurzel allen MT-Übels? Eine schwache Angriffsleistung in der zweiten Hälfte. Kaum Struktur. Keine Abgeklärtheit. Keine ansprechende Torausbeute. Nur zweimal waren die Nordhessen in den gesamten zweiten 30 Minuten aus dem Rückraum erfolgreich. Überhaupt gelangen ihnen nur acht Treffer. Davon resultierten noch drei Erfolge aus Siebenmetern, die Tobias Reichmann verwandelte. Erschreckend vor allem war die Startphase nach dem Wechsel: Die MT kassierte fünf Gegentore in Folge zum 16:17.

„Das darf uns nicht passieren“, sagte Stefan Salger. Der 2,07-m-Hüne war für den verletzten Kai Häfner (Adduktorenzerrung) in den rechten Rückraum beordert worden – und überzeugte mit sechs Toren. „Er hat es vernünftig gemacht“, lobte Trainer Gudmundur Gudmundsson den Ex-Ludwigshafener.

Dennoch war im zweiten Abschnitt nicht zu übersehen, wie schwer der Ausfall Häfners wog. „Seine Routine hat gefehlt“, sagte Kreisläufer Marino Maric. Ohne die klugen Pässe Häfners entwickelte die MT vom Kreis und von Rechtsaußen nicht die nötige Gefahr. Speziell Timo Kastening profitiert sonst ungemein von den Anspielen seines Nationalmannschaftskollegen. Jetzt bekam der Handballer des Jahres 2019 kaum noch Bälle – ein Diagonalpass von Julius Kühn war somit eine der wenigen Ausnahmen (17:17, 40.).

Zudem brachten die Gastgeber bei eigener Überzahl nicht viel zustande. Was insbesondere deutlich wurde, als sie mit einem Mann mehr auf dem Feld mit 23:24 in Rückstand gerieten – Balingens Romas Kirveliavicius hatte nach einem groben Foulspiel gegen Kühn die Rote Karte gesehen (58.).

„Das war ein Spiel wie Weiß und Schwarz“, fasste Gudmundsson seine Eindrücke zusammen. Weiß war die erste, schwarz die zweite Halbzeit. Der Coach: „In der Abwehr haben wir ganz gut gespielt, aber der Angriff war schlecht.“ Einen rabenschwarzen Tag erwischten dabei die beiden Linksaußen Yves Kunkel und Michael Allendorf, die einige falsche Entscheidungen trafen.

Eher bunt war der Abend derweil für die Gäste aus dem Zollernalb-Kreis. Durch die Fenster der Gäste-Kabine war zu erkennen, wie eine Lichtorgel zur Musik für die passende Atmosphäre sorgte. „Mein Team ist fantastisch aufgetreten“, stellte HBW-Coach Jens Bürkle fest. Seine Mannschaft hat sich mit dem Sieg etwas von der Abstiegszone entfernt. Jetzt wird Bürkle hoffen, dass die Melsunger morgen in Ludwigshafen, bei einem Verfolger der Süddeutschen, punkten.

Doch das ist nicht das Thema der MT. Gudmundsson erklärte vielsagend: „Wir sind Spezialisten, um unter Druck zu kommen.“ Der Isländer warnt eindringlich vor der Aufgabe in der Friedrich-Ebert-Halle: „Ludwigshafen wird kein leichtes Spiel.“ Zuletzt glänzte bei den Eulen der Halblinke Hendrik Wagner mit zehn Toren gegen Lemgo. Allerdings verlor sein Team das Heimspiel. Das Ergebnis dürfte der MT bekannt vorkommen: 24:25. (Björn Mahr)

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