Melsunger Handballer enttäuschen beim 24:30

MT Melsungen verliert in Flensburg: Auftritt teilweise erschreckend schwach

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Szene mit Seltenheitswert: Felix Danner (MT) setzt sich gegen Rasmus Lauge, Magnus Röd und Johannes Golla (von links) durch. 

Ernüchterung im MT-Lager: Handball-Bundesligist MT Melsungen war im Auswärtsspiel dem Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt nicht gewachsen und kassierte vier Tage nach dem 23:26 gegen die Rhein-Neckar Löwen mit dem 24:30 (8:14) in der Flens-Arena die nächste Niederlage.

Was bedeutet die Niederlage für den Kampf um Platz fünf?

Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Die beste Nachricht des Abends aus Melsunger Sicht war die 22:24-Heimschlappe des Mitkonkurrenten Frisch Auf Göppingen gegen Wetzlar. Mit der eigenen Pleite rutschten die Nordhessen in der Tabelle hinter die Füchse Berlin auf den sechsten Rang ab.

War es denn wie fast immer in Flensburg?

Von 15 Pflichtspielen in Flensburg gewann Melsungen nur eines – und der 16. Auftritt an der Förde erinnerte an viele vorherige Gastspiele, denn die MT trat vor allem in den ersten 20 Minuten viel zu gehemmt, ja brav auf. Für ein Topspiel war die Leistung aus Gäste-Sicht erschreckend schwach.

Nach sieben Minuten lag Melsungen 1:5 zurück – und SG-Angreifer Rasmus Lauge machte mit der MT, was er wollte. Zudem nahm der Däne als vorgezogener Verteidiger in der 5:1-Deckung den gegnerischen Mittelmann Lasse Mikkelsen praktisch aus dem Spiel.

In der 18. Minute entschied sich MT-Coach Heiko Grimm bereits für seine zweite Auszeit und stellte beim Stand von 3:8 in der Offensive um: Anstelle von Domagoj Pavlovic und Simon Birkefeldt agierten nun Finn Lemke und Michael Müller auf den Halbpositionen. Zumindest Lemke bewies danach Durchschlagskraft. Und da Nebojsa Simic im Melsunger Kasten nun zulegte, wuchs der Vorsprung nicht mehr weiter an.

Kamen die Nordhessen im zweiten Durchgang noch mal ran?

Ja – aber erst nachdem die Melsunger arg ins Hintertreffen geraten waren: 11:21 nach 40 Minuten. Es drohte den Gästen ein echtes Debakel. Die Flensburger konnten sich den Luxus erlauben, einige Wechsel vorzunehmen. Als die Vorentscheidung gefallen war, legte die MT zu. Simic wehrte einige Würfe ab – und im Angriff setzte die Besetzung um den frischgebackenen Papa Timm Schneider einige Akzente. Philipp Müller verkürzte auf 22:26. Mit etwas Glück wäre sogar noch ein knapperes Ergebnis für die Gäste möglich gewesen. Allerdings schmeichelte selbst die 24:30-Niederlage noch der MT.

Wie war das Wiedersehen mit Johannes Golla?

Sagen wir es vorsichtig: Der Ex-Melsunger hat gestern sicherlich gedacht, dass er mit dem Wechsel in den Norden alles richtig gemacht hat. In der Deckung stabil, und vorn setzte Golla in der 19. Minute eine erste Duftmarke, als er Lemke austanzte und sein erstes Tor zum 9:4 markierte.

Gab es einen besonderen Augenblick?

Nun ja – das, was sich in der 20. Minute ereignet hat, fällt eher in die Rubrik Pleiten, Pech und Pannen. Flensburgs Lasse Svan hat sich damit jedenfalls für die Szene des Spiels beworben: Ein Konter der Gastgeber, das Tor der MT ist leer, drei Flensburger gegen zwei Melsunger, Svan prellt den Ball, kann abspielen, kann selbst abschließen, doch der Ball flutscht weg und kullert Richtung MT-Tor. Treffer? Nein. Denn Schlussmann Simic rutscht heran und klärt.

Wann können die Fans in dieser Region die MT wieder live erleben?

Freitag ab 19.30 Uhr steht zunächst ein Testspiel beim TSV Vellmar auf dem Programm. Das nächste Punktspiel ist dann am kommenden Donnerstag in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die TSV Hannover-Burgdorf.

Wie war die Übertragung bei Sky?

Kommentator Karsten Petrzika hat für den Satz des Abends gesorgt. Über die Angriffsbemühungen der MT sagte er: „In der Mitte spielen sie A7 – Unfall.“ Besser lässt sich der Melsunger Auftritt nicht beschreiben.

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Quelle: HNA

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