Spiel beginnt am Donnerstag um 19 Uhr

Vor dem Auftritt bei MT Melsungen in Kassel: Kai Häfner im Porträt

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Medizincheck: Kai Häfner (rechts) mit dem Kasseler Kardiologen Dr. Karl-Friedrich Appel.

Der zukünftige Melsunger Handball-Profi Kai Häfner gastiert mit der TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstag ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle. Ein Porträt des Nationalspielers.  

Der 10. Juli 2019 wird ein besonderer Tag im Leben von Kai Häfner sein. Der Handball-Nationalspieler feiert dann seinen 30. Geburtstag. Erst außergewöhnlich wird dieses Ereignis allerdings durch die Tatsache, dass er an jenem Mittwoch im Sommer bei seinem neuen Klub MT Melsungen in die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison 2019/20 einsteigt.

„Ich würde lügen, wenn ich jetzt sage, ich hätte noch nicht in Kassel nach möglichen Wohnungen geschaut. Aber erst ab nächster Woche werde ich mich intensiver damit beschäftigen“, sagt Häfner. Zuvor gastiert der wurfgewaltige Linkshänder mit der TSV Hannover-Burgdorf noch bei seinem zukünftigen Arbeitgeber – Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist am Donnerstag um 19 Uhr.

Der Routinier der Recken geht die Aufgabe mit der nötigen Professionalität an. „Als Kapitän habe ich die Verantwortung, mich voll auf dieses Spiel zu konzentrieren“, betont Häfner. Geschenke verteilen? Nicht die Sache des 29-Jährigen, auch wenn er um die Bedeutung der Begegnung für die MT und seine zukünftigen Kollegen weiß: „Der Druck liegt bei Melsungen.“ Zweifellos: Die Nordhessen benötigen im Kampf um einen Startplatz für den EHF-Cup jeden Punkt.

Häfner spielte in dieser Saison mit Hannover im Europapokal – erst im Viertelfinale kam gegen den Ligarivalen Füchse Berlin das Aus. Da er im Januar für die Heim-WM nachnominiert wurde, sammelte der gebürtige Schwabe in diesem Jahr schon wichtige internationale Erfahrungen.

Dabei hat Häfner nur fast eine Muster-Karriere hingelegt. Seine Anfänge im Profi-Geschäft waren durchaus schwierig. Als 17-Jähriger kam er zwar schon im Männerbereich beim TV Bittenfeld zu vielen Einsätzen. Nach seinem Wechsel 2007 in die 1. Bundesliga zum Nachbarn Frisch Auf Göppingen blieb ihm oft nur die Zuschauerrolle: „Es war schwer reinzukommen.“ Im Jahr 2011 ging er zu HBW Balingen-Weilstetten und dessen damaligen Trainer Rolf Brack. „Ich habe von ihm das nötige Vertrauen bekommen. In Balingen konnte ich mich super entwickeln“, erklärt der aus Schwäbisch Gmünd stammende Rückraumstratege rückblickend.

Torjubel im Nationaltrikot: Kai Häfner schreit seine Freude nach einem Treffer in einem Test gegen Schweden heraus. 

Bis zum Sommer 2014 belebte er das Offensivspiel der Süddeutschen. Dann ging es weiter – erstmals ein gutes Stück entfernt von der schwäbischen Heimat. „Ich habe in Hannover den nächsten Entwicklungsschritt machen können“, stellt Häfner fest. Vor zwei Jahren löste er bei den Burgdorfern Torge Johannsen als Mannschaftsführer ab. Parallel dazu wurde er zu einer wichtigen Stütze im deutschen Team: Europameister und Olympia-Dritter 2016, WM-Vierter 2019.

Nun bald also Kassel. Bislang haben er und seine Frau Saskia von der Stadt noch nicht viel gesehen. Als er in diesem Jahr zum Medizincheck bei Kardiologe Dr. Karl-Friedrich Appel war, blieb auch nicht viel Zeit, um sich ein Bild von seiner zukünftigen Wahl-Heimat zu machen. Häfner: „Ich kenne ja einige Melsunger Spieler schon gut, die werden mir bestimmt ein Tipps geben.“ Zusammen mit Tobias Reichmann, Julius Kühn, Finn Lemke und Yves Kunkel lief er schon für die Nationalmannschaft auf. Kühn ist sogar seit Jahren sein Zimmerkollege in der DHB-Auswahl. Ab dem 10. Juli sind sie auch für denselben Verein tätig.

Hinweis: 4000 Karten sind für das Heimspiel der MT gegen Hannover verkauft. Karten gibt es im Vorverkauf unter www.mt-melsungen.de

Quelle: HNA

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