Melsunger empfangen Hannover-Burgdorf

MT Melsungen: Treibt Pepe den jungen Vater Timm Schneider zur Höchstleistung gegen Hannover?

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Hat schwierige Zeiten hinter sich: Melsungens Mittelmann Timm Schneider. 

Eine wichtige Rolle könnte im Bundesliga-Heimspiel der Melsunger Handballer gegen die TSV Hannover-Burgdorf dem Mittelmann Timm Schneider zukommen. Dabei ist er als Vater auch privat gefordert.

Zwar sind es noch zweieinhalb Wochen, bis die Handball-Saison 2018/19 zu Ende geht. Im Fall von Melsungens Bundesliga-Profi Timm Schneider ist aber schon jetzt klar, dass es eine schwierige Spielzeit gewesen sein wird. Erst lief es für ihn und die Mannschaft nicht gut, dann war er wegen einer fast mysteriösen Fußverletzung monatelang außer Gefecht gesetzt – und als er endlich wieder fit war, fand er zunächst nicht wirklich seinen Rhythmus. 

Zumindest scheint es jetzt so, als könnte es für den 30-Jährigen ein versöhnlicher Abschluss dieser Serie werden. Im drittletzten Spiel am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die TSV Hannover-Burgdorf ist er für Trainer Heiko Grimm „wieder eine Option“.

Schon bei der Niederlage vor einer Woche in Flensburg gehörte Schneider zu den wenigen Lichtblicken. Als der Däne Lasse Mikkelsen auf der Mitte nicht wie gewohnt zur Entfaltung kam, bekam der bullige Angreifer seine Bewährungschance und trug dazu bei, dass der Rückstand etwas schrumpfte. Es war deutlich zu spüren, dass ihn die Geburt seines Sohnes Pepe ein paar Tage zuvor deutlich beflügelte.

Bild mit Sohnemann Pepe: MT-Profi Timm Schneider. 

„Als ich ihn das erste Mal schreien gehört habe, war ich einfach nur glücklich“, berichtet Schneider. Die Anspannung der vergangenen Wochen ist abgefallen: „Der Junge macht sich gut, aber auch meine Frau Mona macht einen super Job.“ Soll heißen: Der gebürtige Gießener kann sich voll auf seine Aufgaben bei der MT konzentrieren. Zudem erhält er die nötige moralische Unterstützung vieler Kollegen. Michael Müller und Michael Allendorf kamen direkt ins Krankenhaus, um zu gratulieren. „Aber auch die Anderen freuen sich mit uns“, sagt Schneider. Wenn man so will, ist Pepe das 14. Kind in der aktuellen Melsunger Mannschaft. Während der Nachwuchs vieler Teamkameraden schon bei den Spielen dabei sein kann, wird es bei Schneiders Kind bis zum ersten Besuch in der Rothenbach-Halle noch einige Zeit dauern.

Heute steht die erste von voraussichtlich drei wichtigen Partien auf dem Programm. „Der Druck wird nicht weniger“, erklärt Schneider. Zwar sind die Aussichten im Kampf um einen Europapokalplatz jetzt noch günstiger, weil sogar der sechste Rang einen Start garantiert, eine Entscheidung könnte aber trotzdem erst am 9. Juni gegen Lemgo fallen. „Wir müssen effektiven Handball spielen“, stellt der 30-Jährige klar. Dazu möchte er seinen Beitrag leisten, zumal er in Flensburg ansteigende Form bewies. „Jede gute Aktion tut mir jetzt gut“, ergänzt Schneider, „mit Selbstvertrauen triffst du die besten Entscheidungen.“

Bis vor einigen Wochen hatte er die Überzeugung noch nicht in seinen Aktionen. Es war zu spüren, dass ihm die unfreiwillige Pause im Herbst arg zugesetzt hatte. Erst im Januar dieses Jahres entdeckte die medizinische Abteilung die Schwachstelle in Schneiders Fuß: ein eingeklemmtes Fersenbein. Diese Probleme gehören der Vergangenheit an – er blickt jetzt nur noch nach vorn.

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TSV Hannover-Burgdorf: So stark ist der Gegner

Die TSV Hannover-Burgdorf ist ein unbequemer Gegner mit zwei verschiedenen Deckungssystemen und viel personelle Qualität im Kader. Selbst wenn der dänische Weltmeister Morten Olsen verletzungsbedingt ausfallen sollte, hätten die Niedersachsen noch starke Kräfte: die deutschen Nationalspieler Kai Häfner und Fabian Böhm sowie der russische Spielmacher Pavel Atman. „Wir müssen den stärkeren Willen an den Tag legen“, fordert MT-Coach Heiko Grimm. Fehlen werden Roman Sidorowicz und Michael Müller. Angeschlagen sind noch Finn Lemke und Philipp Müller.

Quelle: HNA

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