Handball-Bundesliga in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle

31:25 gegen Hannover - MT Melsungen feiert ihr eigenes Oktoberfest

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Es darf gejubelt werden: Melsungens Yves Kunkel warf vier Treffer gegen Hannover. 

Fünfter Sieg in Folge – und das gegen den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter: Handball-Bundesligist MT Melsungen ist zurzeit nicht aufzuhalten. 

Update um 19.48 Uhr - Wer sagt denn eigentlich, dass die Wiesn-Saison vorbei ist? In der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle feierte die MT Melsungen am Sonntag um kurz nach 17.30 Uhr so etwas wie ihr eigenes Oktoberfest. Auf den Rängen sangen die Zuschauer „Oh, wie ist das schön.“ Aus den Boxen dröhnte der Gassenhauer „Humba Täterä“. Und auf dem Feld sprangen die Spieler der MT Melsungen vor Begeisterung im Kreis. Nur zu verständlich: Sie hatten gerade dem ungeschlagenen Spitzenreiter TSV Hannover-Burgdorf mit dem 31:25 (17:15) die erste Niederlage in dieser Spielzeit beigebracht. 

„Das war überragend. Der Sieg fühlt sich sehr, sehr gut an“, sagte Melsungens Youngster Dimiti Ignatow. „Es war eine sehr schöne Woche“, bilanzierte Trainer Heiko Grimm, „wir haben zwei wichtige Spiele gewonnen.“ Am Dienstag war die MT mit einem 30:27 in Leipzig ins Pokal-Viertelfinale eingezogen. 

Vor dem Anwurf beschäftigte die Fans im Foyer vor allem eine Frage: Was ist mit den angeschlagenen Pokal-Helden? Kurz vor dem Anwurf war die Sorge um die beiden Leistungsträger einer spürbaren Erleichterung gewichen: Kai Häfner und Felix Danner standen in der Startformation, und der Neuzugang aus Hannover warf sogar gegen seinen Ex-Klub das erste MT-Tor (1:1, 1.). Ansonsten hatte sich MT-Trainer Grimm dafür entschieden, mit Domagoj Pavlovic auf der Mitte zu beginnen. 

Diese Luxusprobleme hatte der Gast nicht. Bei Spitzenreiter Hannover musste Regisseur Morten Olsen wegen Wadenproblemen passen. Ein kleiner Vorteil für die MT? Auf dem Feld war davon allerdings zunächst nichts zu sehen. Die Niedersachsen hatten ja noch Nationalspieler Fabian Böhm – und der Halblinke wirbelte Melsungens Abwehr gehörig durcheinander. Hannover machte schon deutlich, dass es nicht ohne Grund ganz vorn steht. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe – wobei die im Vorfeld so hoch gelobten Deckungsreihen alles andere als sattelfest waren. Melsungen ließ dennoch einiges im Angriff liegen. So wechselte die Führung praktisch bis zur Pause in regelmäßigen Abständen. In der letzten Minute des ersten Durchgangs setzte sich die MT auf zwei Treffer ab: erst der unwiderstehlich Häfner, dann Kapitän Finn Lemke nach einem Konter über den eingewechselten Lasse Mikkelsen und Häfner zum 17:15. 

Zu Beginn der zweiten Hälfte gelang Marino Maric direkt das 18:15 – das erste echte Kreisläufer-Tor der Melsunger an diesem Nachmittag. Die MT war nun heiß gelaufen. „In der ersten Hälfte hatten wir nicht den erhofften Zugriff bekommen. Nach der Pause sind wir in der Abwehr weiter rausgegangen“, befand Grimm. Passend dazu: Der immer stärker werdende Torwart Nebojsa Simic parierte zwei Siebenmeter des zukünftigen Melsungers Timo Kastening. Damit ermöglichte es der Torwart-Vulkan aus Montenegro seiner Mannschaft, den Vorsprung etwas auszubauen. „Mit Simos Paraden wurde es leichter“, sagte Maric. In der 43. Minute gelang Häfner das 24:19. Jetzt schien eine Vorentscheidung möglich. Zumal die Hintermannschaft nun prächtig harmonierte und der junge Dimitri Ignatow wie eine Klette an Böhm hing. 

Sollte die MT wirklich den fünften Pflichtspielsieg in Folge landen? Mit dem verwandelten Siebenmeter von Mikkelsen zum 26:20 (51.), Pavlovics Solo zum 27:20 (52.) und dem Treffer von Yves Kunkel zum 28:21 stiegen die Chancen. Mit seinem zweiten Tor in Folge riss Stefan Salger auch den letzten MT-Fan förmlich von den Sitzen. Auch das passte zur Wiesn-Stimmung in der Halle.

Quelle: HNA

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