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MT-Melsungen-Neuzugang Aidenas Malasinskas: Mit 36 Jahren erstmals in die Handball-Bundesliga

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Im neuen Dress der MT: der Litauer Aidenas Malasinskas.
Im neuen Dress der MT: der Litauer Aidenas Malasinskas. © Andreas Fischer

MT-Neuzugang Nummer vier im Porträt: Der Litauer Aidenas Malasinskas ist ein klassischer Spielmacher. Ab dieser Saison steht er beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen unter Vertrag.

Melsungen - Auch Wikipedia liegt manchmal falsch. Im Fall von Aidenas Malasinskas hat sich die frei zugängliche Enzyklopädie definitiv geirrt. Denn der litauische Neuzugang des Handball-Bundesligisten MT Melsungen stammt nicht aus der Metropole Vilnius, sondern aus der Kleinstadt Utena im Nordosten des baltischen Staates. Den Fehler quittiert den Litauer mit einem Schmunzeln.

Mehr interessiert ihn seine Aufgabe in Melsungen. „Ich bin schon ein bisschen nervös“, räumt Malasinskas ein, der im reifen Handballer-Alter von 36 Jahren erstmals in die Bundesliga wechseln wird. Durch die Ausfälle der etatmäßigen Spielmacher Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic mussten die Nordhessen reagieren – und nahmen neben Agustin Casado eben noch den erfahrenen Litauer für eine Saison unter Vertrag.

Zwar ist er schon lange im Geschäft, „Gedanken an ein Karriereende habe ich aber noch nicht verschwendet“. Das, so Malasinskas weiter, hätte er nur getan, wenn seine Gesundheit nicht mehr mitgespielt hätte. Doch er fühlt sich für den Job in der Bundesliga gewachsen.

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er bereits für ausländische Klubs tätig – insbesondere für spanische Vertreter. Zuletzt war er an Ademar Leon ausgeliehen. Früher spielte er unter anderem für Granollers und Logrono. Viel Erfahrung sammelte er bei Motor Saporoshje. Bei den Ukrainern gehörte teilweise auch Gleb Kalarash, der Abwehrstratege der MT, zu seinen Mitspielern.

Trotz seines Engagements in Leon traf der Blondschopf in seiner Karriere noch nicht auf Casado. Als Malasinskas nach Spanien zurückkehrte, hatte Logrono La Rioja, der Ex-Klub Casados, bereits gegen Leon gespielt. Da der Litauer aber Spanisch spricht, kann er sich mit dem Mann von der iberischen Halbinsel gut verständigen. Mit Trainer Roberto Garcia Parrondo, der im Spät-Frühling Kontakt zu ihm aufnahm und ihn von einem Wechsel nach Nordhessen überzeugte, ebenso.

„Es wird uns guttun, einen solchen Spieler in den eigenen Reihen zu haben“, sagt Melsungens Sportdirektor Michael Allendorf. Malasinskas ist ein klassischer Mittelmann. Erstmals auf dem Feld in Augenschein nehmen können ihn die Fans morgen ab 18.30 Uhr beim Testspiel in der Melsunger Stadtsporthalle gegen den TV Großwallstadt sowie am kommenden Freitag und Samstag beim Sparkassencup in Gensungen.

Natürlich muss sich der 36-Jährige erst an die neuen Kollegen gewöhnen. Der Ehemann bezeichnet sich selbst als „Sportfreak“. In seiner Freizeit schaut er ganz unterschiedliche Sportarten – und selbstverständlich Handball. „Ich kenne jeden meiner neuen Mitspieler“, ergänzt der Mann aus dem Baltikum.

Dass er einen schnellen Einstieg in einem neuen Umfeld hat, dazu dürfte Landsmann Gediminas Bucys beitragen. Den früheren Melsunger Zweitliga-Profi, der als Unfallchirurg und Orthopäde in Hess. Lichtenau arbeitet, kennt Malasinskas bereits aus der Nationalmannschaft – Bucys ist für die Auswahl Litauens als Teamarzt im Einsatz. Erstmals getroffen haben sie sich bereits vor dem Trainingsauftakt der MT.

Hinweis: Beim Testspiel der MT am kommenden Dienstag ab 18.30 Uhr in der Melsunger Stadtsporthalle gegen den Zweitligisten TV Großwallstadt übernimmt der MT-Fanclub Bartenwetzer das Catering. Der Erlös kommt der Gemeinde Schuld im Ahrtal zugute, die von der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr schwer getroffen wurde. Die MT spendet den Erlös aus den Einnahmen für den Eintritt der Ukraine-Hilfe.

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