Melsunger Handballer erwarten am Sonntag Leipzig

Nach MT-Pleite gegen Rhein-Neckar-Löwen: Jetzt muss eine Reaktion her

Eng am Mann: Melsungens Michael Müller (links) bekommt es hier mit Jannik Kohlbacher zu tun. Im Hintergrund: Gedeon Guardiola.

Mannheim/Kassel.  Nach dem Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen gab es von Heiko Grimm deutliche Worte.

Der Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen stellte nach dem 26:34 in der Mannheimer SAP-Arena ernüchtert fest: „Ich weiß nicht, wie viele Zweikämpfe wir gewonnen haben. Es waren definitiv zu wenig. So darf sich eine Melsunger Mannschaft nicht präsentieren.“ Und Grimm ging noch weiter: „Bei uns gehen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.“

Schon vor dem zweiten Saison-Heimspiel am kommenden Sonntag ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den SC DHfK Leipzig steht das MT-Team unter großem Druck. „Wenn wir nicht schleunigst anfangen, mehr zu investieren, kann es ein böses Erwachen geben“, erklärte Manager Axel Geerken, „ich erwarte gegen Leipzig eine Reaktion unserer Mannschaft.“

Die Probleme

In Mannheim ging der Plan der Nordhessen nur bis zur Pause auf. Der Vier-Tore-Rückstand lag im erträglichen Rahmen. „Wir haben ganz schlecht in die zweite Hälfte gefunden“, gab Linksaußen Yves Kunkel unumwunden zu. Anstatt bis zur 40. Minute auf zwei Treffer Abstand zu verkürzen, mussten die Melsunger den zweimaligen Meister auf 16:26 davon ziehen lassen.

Es war nicht das erste Mal in der noch jungen Serie, dass die Nordhessen viel zu passiv waren und die Körpersprache nicht stimmte. „Wir haben Jannik Kohlbacher überhaupt nicht in den Griff bekommen“, resümierte Rückraum-Routinier Michael Müller, „und Mikael Appelgren hat gegen uns überragend gehalten.“

Dabei war der Start der Gäste in die Partie noch durchaus vielversprechend gewesen. Speziell in der ersten Viertelstunde lief es fast optimal. Dann nahm Grimm – entsprechend seiner Spielidee von 60 minütigem Tempohandball – die üblichen personellen Wechsel vor. Doch nun leisteten sich die Melsunger einige Fehler, und die Löwen bekamen Oberwasser. Der Anfang vom Ende.

Erst als das Duell praktisch entschieden war, wurde es punktuell wieder besser. Die dänische Achse mit Lasse Mikkelsen und Simon Birkefeldt sorgte dafür, dass der Auftritt nicht zu einem Debakel für die MT wurde.

Die Hoffnung

Die Pleite jetzt gegen den Pokalsieger tat ebenso weh wie die Auftaktniederlage in eigener Halle gegen den SC Magdeburg. Allerdings kann die MT in den kommenden Wochen einiges zurechtrücken: mit den Heimspielen gegen Leipzig und Gummersbach (20. September) sowie dem Derby bei der HSG Wetzlar (13. September).

Grimm appelliert mit Blick auf die nächsten Aufgaben an die kämpferische Einstellung seines Teams. „Wir reden viel über Taktiken, dabei müssen wir erst mal wieder anfangen, Handball zu arbeiten“, fordert der Coach. Michael Müller fügt hinzu: „Es ist gut, dass wir schon am Sonntag wieder ran müssen. Dann brauchen wir gar nicht mehr so lange über die Partie gegen die Löwen nachzudenken und können uns direkt mit Leipzig beschäftigen.“

Yves Kunkel

Die Begegnung mit den Sachsen hat vor allem für Yves Kunkel besondere Bedeutung. In diesem Sommer war der 24-Jährige vom Sportclub zur MT Melsungen gewechselt. „Leipzig hat zwar zurzeit einige Verletzte, dieses Team rückt aber in solchen Zeiten immer noch enger zusammen“, warnt Kunkel vor den Ex-Kollegen. Insbesondere Nationalspieler und Torjäger Philipp Weber ist immer zu beachten.

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