Handball-Schlager am Sonntag in der Rittal-Arena

Vor Hessenderby:  Wetzlars Cavor und Melsungens Simic im Fokus

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Die Melsunger Nummer eins im Tor: Nebojsa Simic. 

Je länger eine Handball-Saison dauert, desto aussagekräftiger werden die Statistiken. Bei den montenegrinischen Bundesliga-Profis Stefan Cavor und Nebojsa Simic zeichnet sich schon jetzt ab, dass sie nicht so schnell aus den Bestenlisten verschwinden werden.

Denn: Rückraumschütze Cavor von der HSG Wetzlar belegt zurzeit im Klassement der erfolgreichsten Torjäger mit 48 Treffern den fünften Platz. Und Simic von der MT Melsungen weist aktuell mit 70 gehaltenen Bällen die zweitmeisten Paraden der Liga auf.

Wetzlars Torjäger: Stefan Cavor steht bei 48 Treffern.

Am Sonntag kann sich wohl nur einer von Beiden in der Statistik verbessern, denn dann sind sie Kontrahenten. Die Melsunger gastieren ab 16 Uhr (live bei Sky) in Wetzlar. „Ein sehr emotionales Spiel“, sagt Simic – und denkt dabei nicht nur an die hitzige Atmosphäre in der Rittal-Arena. Den Schlussmann verbindet nämlich eine enge Freundschaft mit Nationalmannschaftskollege Cavor. Im Juni war der Wetzlarer Angreifer natürlich Gast auf der Hochzeit von Simic in dessen Heimatstadt Bar.

Cavor lebt genauso wie ein Großteil der HSG-Profis in der Gemeinde Lahnau – etwa sechs, sieben Kilometer von der Arena entfernt. Dort genießen seine Freundin und er den schönen Blick auf die Lahn.

„Sehr loyal, ein toller Charakter“, lobt Trainer Kai Wandschneider seinen Halbrechten. Cavor trug maßgeblich dazu bei, dass die Mittelhessen einen guten Saisonstart hinlegten. „Stefan hat auch schon in der vergangenen Saison seine Klasse gezeigt“, sagt Simic anerkennend.

Cavor kam bereits im Oktober 2016 zur HSG – als kurzfristiger Ersatz für den verletzten Portugiesen Joao Ferraz. „Er hatte einen super Einstand bei uns“, erinnert sich Wandschneider. Eines der ersten Spiele des 1,97-Meter-Hünen war das Hessenderby in Kassel. Der 24-Jährige steuerte sieben Tore zum 28:25-Auswärtssieg bei. Seitdem lernte der Linkshänder viel dazu. „Wenn er in einem Spiel mal nicht so zum Zuge kommt, dann stellt er sich trotzdem in den Dienst der Mannschaft und reißt Löcher in die gegnerische Deckung“, betont der Wetzlarer Trainer. Wie es am Sonntag sein wird – eine spannende Frage.

Landsmann Simic ist zurzeit aus der Startformation der Melsunger nicht wegzudenken. „Simo ist wichtig für die Stimmung im Team, er hat uns in den letzten Spielen extrem geholfen“, erklärt MT-Coach Heiko Grimm und schiebt schmunzelnd hinterher: „Zurzeit macht er es uns nicht leicht, auf der Torwartposition zu wechseln.“

Zumal es der 26-Jährige regelmäßig schafft, im Verlauf der 60 Spielminuten die eigenen Fans aus der Reserve zu locken. Wenn er eine Glanztat zeigt, braucht es keine Klatschpappen mehr – dann hält es keinen Melsunger Fan mehr auf seinem Sitz. Am Sonntag muss Simic aber dasfür erst einmal die Würfe eines guten Freundes entschärfen.

Quelle: HNA

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